Das Zukunftsforum 2016 und die Paralellen zum AWD-Erfolgskongress 2008

Gepostet am Aktualisiert am

Bei genauer Betrachtung gibt es Parallelen zwischen dem DVAG-Zukunftsforum 2016 und dem AWD-Erfolgskongress 2008 in Düsseldorf. Der Kongress des Finanzvertriebs AWD richtete sich „an Personen aus allen Branchen, die im Leben erfolgreicher werden wollten“ – unabhängig davon ob dies junge Berufseinsteiger oder erfahrene Profis waren.
Die damalige Nummer Eins Der Finanzvertrieb hatte Ende 2008 unter Führung von Carsten Maschmeyer zahlreiche Menschen mit Prominenten aus Politik, Sport und Unterhaltung sowie Managementtrainern nach Düsseldorf gelockt. Prominentester Redner war der ehemalige US-Präsident Bill Clinton, in dessen Heimat zwei Monate zuvor die Investmentbank Lehmann Brothers Konkurs angemeldet hatte und die globale Finanzkrise ihren Lauf nahm.
Ein weiterer bekannter Redner war der damalige Chef der Wirtschaftsweisen, Bert Rürup.

Obwohl die Veranstaltung ausverkauft und damit ein Erfolg war, brachte das Maschmeyers Marke AWD keinen langfristigen Erfolg. Das Unternehmen wurde von Maschmeyer den den Schweizer Konzern Swiss Life verkauft. 2013 wurde die AWD Holding zur Swiss Life Deutschland Holding.
Maschmeyer zog sich bereits im Jahr 2009 zog sich aus dem operativen Geschäft der AWD zurück. 2010 gründeten Maschmeyer und Rürup die MaschmeyerRürupAG um das Konzept der Riester Rürup-Rente weltweit zu vertreiben.
Seitdem beschäftigen sich Journalisten intensiv mit dem Netzwerk von Carsten Maschmeyer, zu dem unter anderem Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) gehörte.

Bis auf den Abstieg der AWD sehe ich ziemlich viele Parallelen zu den Entwicklungen bei meinem Finanzdienstleister DVAG.

Das Konzept für den Zukunftskongress ist also schon alt. Und die Interessenten des Kongresses sollte die Anwesenheit von Zukunftsforschern und Motivationstrainern nicht über diese Parallelen hinweg täuschen lassen. Es geht weiterhin vorrangig um Vertrieb und nicht um Beratung obwohl das der Begriff Vermögensberatung suggeriert.

Ob das die Zukunft ist? Zweifel halte ich durchaus für angebracht.
Für Honorarberater, die nach der Finanzkrise nach Vorstellung führender Politiker für eine unabhängigere Beratung sorgen sollten, dürfte das wie ein Schlag ins Gesicht sein.

 

Viele Grüße,

V. F. Alle

 

P.S.: Die DVAG und der mit ihr eng verbundene Generalikonzern haben zum Thema Honorarberatung eine andere Meinung. Im Geschäftsbericht der Generali Lebensversicherungen 2015 heißt es dazu:
„Verschärft durch das Lebensversicherungsreformgesetz (LVRG) werden immer wieder Forderungen nach einer Begrenzung der Vermittlerprovisionen laut. Ein solcher Schritt stellt aus unserer Sicht eine Gefährdung der Beratungskapazität und -qualität des Vertriebs dar. Auch der GDV vertritt die Position, dass viele Menschen sich ausschließlich aufgrund der aktiven Ansprache durch Versicherungsvermittler mit ihrer Risikoabsicherung und Altersvorsorge auseinandersetzen. Die einseitige Ausrichtung auf Honorarmodelle würde zu einer Unterversorgung der Bevölkerung beim Versicherungsschutz führen, was sozialpolitisch weder gewollt noch vertretbar sein kann. Darüber hinaus würden Einschnitte in die gewachsenen Vertriebsstrukturen die Existenzgrundlage zahlreicher Vermittler bedrohen. Darum engagiert sich die Generali in Deutschland weiterhin für den grundsätzlichen Erhalt des Provisionsmodells und damit eine faire Entlohnung der beratenden Vertriebskräfte.“

Für mich zeigt das die Abhängigkeit der Versicherer von derartigen Vertriebsstrukturen. Durch die gegenseitige Abhängigkeit von DVAG und Generali (siehe auch nächsten Beitrag) sehe die Erhaltung des Provisionssystems nicht als Qualitätssichernde Maßnahme, sondern als Mittel um noch mehr Menschen private Altersvorsorgen zu beraten. Dabei ist längst bekannt, dass viele dieser Produkte nicht erfüllen, was den Kunden versprochen wurde.  An der Stelle wäre es sinnvoll nach einem komplett neuen Ansatz zu suchen, anstatt noch mehr Geld in das System zu pumpen.

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8 Gedanken zu „Das Zukunftsforum 2016 und die Paralellen zum AWD-Erfolgskongress 2008

    König Salomo sagte:
    06/08/2016 um 11:50 am

    Lieber vfalle,

    haben Sie für ihren letzten Beitrag sorgfältig recherchiert?
    Wie kommen Sie darauf , dass der AWD jemals die Nummer eins der Finanzvertriebe war? Und wie kommen Sie darauf ,dass Bert Rürup sich weltweit ausgerechnet für die Riesterrente stark machen will ?

    Liebe Grüße
    König Salomo

      vfalle geantwortet:
      06/08/2016 um 4:41 pm

      Danke für den Hinweis König Salomo.
      Natürlich machte sich Herr Rürup nicht für die weltweite Verbreitung Riesterrente, sondern für die Rürup-Rente stark. Siehe http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/a-703595.html
      Da war ich unkonzentriert.

      Bei der Marktposition haben sie Recht. Die AWD hat zwar durch ihr Auftreten den Anschein erweckt, aber war nicht die Nummer Eins. Zumal die DVAG 2008 durch die Einbindung des Vertriebs der Aachen Münchener und der Bardinia Bauparkasse gestärkt wurde.
      Ich werde das im Beitrag korrigieren.

      Tatsächlich haben Sie ein Problem von privaten Blogs erkannt. Professionelle Redaktionen und teilweise auch Marketingabteilungen haben mehrere Leute, die Artikel gegenlesen und solche Fehler meist schon vor der Veröffentlichung erkennen. Private Blogger sind dagegen in solchen Fällen auf Rückmeldungen der Leser angewiesen.

        König Salomo sagte:
        07/08/2016 um 1:40 pm

        Lieber vfalle,

        ich hoffe doch sehr, dass Sie für Fehler innerhalb Ihres Blogs nicht allein die fehlende Rückmeldung der Leser verantwortlich machen. Sie treten hier zwar als privater Blogger auf ,sind doch aber im wahren Leben Journalist. Eine vernünftige Recherche sollte Ihnen doch demnach gewissermassen im Blut liegen.
        Insbesondere dann , wenn Ihnen dieser Blog am Herzen liegt. Und das tut er doch. Sogar Ihre Kinder mussten ab und an auf Sie verzichten als Sie mit diesem Blog beschäftigt waren. So schrieben Sie jedenfalls.

        Liebe Grüße
        König Salomo

        vfalle geantwortet:
        07/08/2016 um 8:36 pm

        Lieber König Salomo,
        meine Anmerkung sollte eher ein Plädoyer für die Arbeit unabhängiger Redaktionsteams sein, als eine Abgabe der persönlichen Verantwortung als Blogger.
        Im übrigen erhalte ich manche Rückmeldungen direkt per E-Mail und nicht über Kommentarfunktionen. Ihr Eindruck einer „fehlenden Rückmeldung“ ist also relativ. Wir hatten ja auch schon direkten E-Mail-Kontakt. In ihrem Fall musste ich allerdings akzepzieren, dass Sie mir gegenüber anonym bleiben wollen.

    König Salomo sagte:
    07/08/2016 um 8:59 pm

    Lieber vfalle,
    ja, ich ziehe es vor anonym zubleiben. Und ja. Wir hatten schon email Kontakt und wir haben sogar schon telefoniert.
    Seit zwei ,drei Jahren beschäftige ich mich etwas intensiver mit der Kritik im Internet an´ Ihrem Dienstleister´.Dabei spielt Ihr Blog natürlich eine gewisse Rolle. Zwei Fragen beschäftigen mich dabei immer wieder.
    Was will vfalle mit seinem Blog eigentlich bewirken ?
    Gut .Sie schreiben irgendwo auch von einer Art Verarbeitung. Spielt Rache auch eine Rolle ?

    Vielen Dank schon mal für Ihre bisherigen Antworten.

    Liebe Grüße
    König Salomo

      vfalle geantwortet:
      08/08/2016 um 7:14 pm

      Lieber König Salomo,
      als ich mit diesem Blog begann, habe ich bereits damit gerechnet, dass die DVAG irgendwann versuchen könnte die Glaubwürdigkeit meines Blogs und meiner Person zu beschädigen. Ist es nun soweit?
      Seit 2013 hatte mein „Dienstleister“ mich eher ignoriert.
      Heute wurde zumindest mehrfach von einer italienischen Homepage für Reputationsmanagement auf meinen Blog zugegriffen.

      Nun zu Ihren Fragen:
      Für die Mitleser, die mit meinem Fall nicht so vertraut sind, wiederhole ich kurz die Ausgangslage.
      Ich verliere durch meinen DVAG-Vermögensplan Geld, weil mir damals (als ich die Verträge unterschrieb) einige Details über die DVAG nicht bekannt waren. Nachdem was über das System von Herrn Maschmeyer bekannt ist und was nach der Finanzkrise 2008/2009 versprochen wurde, hätte ich zudem nicht geglaubt, dass der Verbraucherschutz sich für Kunden von Finanzvertrieben noch verschlechtern könnte. Wie mir das die Bundeszentrale für Verbraucherschutz bestätigte, ist das aber der Fall. Den Verbraucherschützern seien aber die Hände gebunden, weil sie keinen Einfluss auf die Gesetzgebung hätten, schrieb mir die Institution.

      Bei meinen Gesprächen und der schriftlichen Kommunikation mit anderen Kunden, Politikern und Managern (die geprellten Vermögensberater klammere ich mal aus) ist mir aufgefallen, dass auch ihnen manche Zusammenhänge nicht bewusst waren. Einiges davon habe ich schriftlich.
      Bei Kunden war es so, dass sie die Schuld auf sich genommen haben und nicht mehr weiterbohren wollten. Für sie war es schlimm genug auf einen Freund hereingefallen zu sein. Meist werden die Neukunden ja zunächst im Freundeskreis der Vermögensberater gewonnen.
      Ein Lokalpolitiker, dem die engen Verbindungen zwischen Politik und Finanzbranche bekannt waren, sagte mir dagegen bei einer Veranstaltung zur Bundestagswahl 2013, dass das für ihn Normal sei.
      Ein ehemaliger Top-Manager, der heute Politiker berät, schrieb mir, dass ich ihm neue Informationen geliefert hätte, seinen Einfluss auf die Politik jedoch überschätzte.
      Ein Chefvolkswirt, der mit der Finanzbranche gut vernetzt ist, ließ mich wissen, dass es für mich juristisch schwer werden könnte Recht zu bekommen und, dass ich die DVAG höchstens durch meine Recherchen „ärgern“ könne.

      Eigentlich mag ich Harmonie lieber als Ärger.
      Also genau genommen geht es mir daher lediglich darum, die Informationslücke zu füllen, damit anderen Menschen von meinen Erfahrungen profitieren können. Mir ist bewusst, dass dadurch der Eindruck entsteht, dass ich einseitig denke. Das Risiko nehme ich in Kauf.
      Das ist mir wichtig, weil ich gelernt habe, dass Menschen Fehlentscheidungen treffen, wenn Ihnen informationen fehlen.

      Mein ursprüngliches Ziel, Menschlichkeit („den Kernwert der Deutschen Vermögensberatung“) beim DVAG-Management zu finden, habe ich inzwischen aufgegeben. Ich hatte 2012 mehrfach meine Gesprächsbereitschaft angeboten.

      Viele Grüße,
      V. F. Alle

    König Salomo sagte:
    10/08/2016 um 6:55 pm

    Lieber Vfalle,

    den Beginn Ihres letzten Kommentares kann ich nicht recht nachvollziehen.

    Der Leser Ihres Blogs kann nicht nachvollziehen wer auf Ihren Blog von wo aus zugreift.
    Glauben Sie etwa, das durch mein Erscheinen das Interesse der DVAG an Ihrem Blog zu belegen ist ?
    Für diesen Fall muss ich Sie enttäuschen, bin normaler VB. Nichts Besonderes.
    Das Sie sich Sorgen darüber machen, dass ein Unternehmen an dessen Reputation Sie ja nun wirklich gründlich Hand anlegen, sich auch mal mit Ihrem Ruf auseinandersetzt, verstehe ich natürlich.
    Das hat aber nun wirklich nichts mit mir zu tun.

    Meiner Meinung nach können Sie, wenn überhaupt, Ihrem Ruf nur selber schaden. Durch dass was Sie in diesem Blog schreiben und ein wenig auch durch andere Auftritte im Netz.

    Zugegeben. Ich bin ein kritischer Leser Ihres Blogs.

    Lassen Sie mich wissen, ob Ihnen Kritik unangenehm ist und ob ich diese dann ggf. unterlassen soll.

    Liebe Grüße
    König Salomo

      vfalle geantwortet:
      10/08/2016 um 10:10 pm

      Da haben Sie wohl Recht, König Salomo.
      Mir ging es nur darum, die Ereignisse zu dokumentieren. Ein Beleg für einen Zusammenhang zwischen Ihnen und den Blogaufrufen aus Italien ist das nicht. Den möchte ich da auch nicht hineninterpretieren.

      Vielleicht erinnern Sie sich noch, ich hatte Sie vor längerer Zeit schon einmal dazu eingeladen Kommentare in meinem Blog zu hinterlassen. Damals hatten Sie Ihre Gründe das nicht zu tun.
      Also fühlen Sie sich frei. Bisher habe ich nur Beschimpfungen blockiert in denen Vermögensberater mit Namen angefeindet wurden.

      Viele Grüße,
      V. F. Alle

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