Um die Abwicklung dürfen sich nun andere kümmern

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Bevor ich zum aktuellen Anlass komme, möchte ich hier ganz kurz von einem erfolgreichen Maschinenbauunternehmen berichten. Zum Erfolgskonzept des Unternehmens gehört es, dass Mitarbeiter zeitweise auch in anderen Abteilungen arbeiten. Der Konstrukteur geht z.B. anders an seine Arbeit heran, wenn er mal einige Zeit im Kundenservice gearbeitet hat und die Probleme der Kunden hautnah mitbekommen hat, berichtete mir der Geschäftsführer vor einiger Zeit sinngemäß.

Bei meinen Finanzdienstleistern läuft das scheinbar anders.

Vor wenigen Tagen bekam ich von der Deutschen Bank die neusten Informationen zum DWS ImmoFlex. In dem Schreiben wird darauf hingewiesen, dass die DWS Investment GmbH Ihr Vermögensmandat 2013 gekündigt hat und das Verfügungsrecht auf die State Street GmbH übergegangen ist. Außerdem heißt es:

„Die künftige Entwicklung des DWS ImmoFlex Vermögensmandat wird weiterhin im Wesentlichen von der Entwicklung der Zielfonds beeinflusst. Alle der neun investierten Zielfonds befinden sich in Liquidation.“ Zu den Zielfonds gehören im Wesentlichen der SEB Immoinvest sowie der CS Euroreal EUR.

DWS-Immo2016
So informierte die Deutsche Bank die Anleger des DWS Immoflex Mitte 2016..

Wie bereits beim SEB Immoinvest, hat sich also auch beim DWS ImmoFlex das ursprüngliche Management zurückgezogen. Die Anleger können ihre Anteile dagegen nur mit Verlust verkaufen oder müssen warten, was sie am Ende der Abwicklung heraus bekommen.
Die Informationen zu den Fonds bekomme ich längst auch nicht mehr von meinem Vermögensberater (von dem mir die Fonds vermittelt wurden) oder der Deutschen Vermögensberatung AG (DVAG), sondern von den Banken.
Als die Deutsche Bank vor wenigen Wochen die Depotgebühren von einem Konto abbuchen wollte, welches nicht mehr aktiv ist, versuchte ich das bei meiner Deutschen-Bank-Filiale zu regeln. Der Bankmitarbeiter sagte mir jedoch, dass er das nicht selbst tun könne, weil das Beratungsmandat bei der DVAG liege. Meine Beschwerde dazu wollte die Bank prüfen und mir bis 16.8.2016 („in den nächsten zwei Wochen“) eine Rückmeldung geben. Unter anderem geht es darum, dass die Einzugserlaubnis für die Depotgebühr, auf die sich die Bank beruft, zu einem anderen Vertrag gehört und der Vertrag zum DWS ImmoFlex nicht mit den Originalvertragsunterlagen erfolgte.

Pünktlich habe ich von der Deutschen Bank am Donnerstag die Rückmeldung erhalten, dass die die Prüfung noch etwas mehr Zeit in Anspruch nehme.

Zurück zur DVAG: Von einem Bekannten, der selbst im Versicherungsgeschäft tätig ist, weiß ich, dass es bei der DVAG üblich ist, sich eine Nachbetreuung bei solchen Kundenfragen von den Geschäftspartnern zusichern zu lassen.
Unter Vertriebsgesichtspunkten erscheint es mir nachvollziehbar, dass sich der Finanz-/Versicherungs-Partner um Detailfragen zu bereits abgeschlossenen Verträgen kümmert. Die „Vermögensberater“ können sich damit weitgehend auf das Vermitteln neuer Verträge konzentrieren und müssen sich nicht länger als nötig mit den Problemen der alten Verträge beschäftigen.
Mit Blick auf eine nachhaltige Geschäftsentwicklung bei der DVAG und ihren Partnern halte ich diese Strategie allerdings für sehr riskant.Diese Struktur führt zwar kurfristig zu Vertragsabschlüssen aber nicht unbedingt zu höherer Kundenzufriedenheit.

Viele Grüße,
V. F. Alle

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2 Gedanken zu „Um die Abwicklung dürfen sich nun andere kümmern

    K. sagte:
    25/08/2016 um 12:31 pm

    Ich habe auch ein von der DVAG vermitteltes Depot bei der Deutschen Bank gehabt. Das habe ich per Brief ohne Zwischenschrittvermögensberater gekündigt (inkl. Guthabenauszahlung Verrechnnungskonto und Aktienübertragung). Ich vermute(!) dadurch das ich von Anfang an Fristen mit Datum gesetzt hatte und für die Zeiten danach gleich Verzugszinsen zu meinen Gunsten auf Guthaben das nicht ausgezahlt werden sollte, gefordert habe, ging das ganz fix und reibungslos. War halt gleich ein bestimmter Brief mit Holzhammermethode.

    Vielleicht solltest Du a) einen Nachweis der Lastschriftgenehmigung einfordern, b) die rechtliche Vetragsgrundlage nachweisen lassen (wird schwer wenn das Depot inaktiv ist oder liegen da noch die o.g. Fondanteile?) und c) der Abbuchung der Depotgebühr sowie sonstiger auch zukünftiger Gebühren widersprechen und eine abzugsfreie Gutschrift/Rückbuchung der selbigen bis zum xx.xx.2016 (14 Tage nach Briefdatum) fordern inkl. Verzugszinsen in Höhe von z.B. 10% ab o.g. Datum berechnet nach der 360/act-Methode. Schreibe auch dazu, das eventuelle weitere Rückforderungsfristen oder sonstige Fristen bis auf weiteres Ruhen, solange die Rechtsgrundlage des Gebühreneinzugs nicht schrifltich seitens der Bank nachgewiesen wurde.
    Vielleicht hilft das und sichert Dir ab sofort spätere Rückforderungsansprüche.

    vfalle geantwortet:
    28/08/2016 um 8:27 am

    Danke für den gut gemeinten Rat und schön, dass Du das Depot bei der Bank so einfach losgeworden bist.
    Vermutlich könnte ich mir auch eine andere Bank suchen, die das Depot verwaltet. Die Frage ist, ob das für mich günstiger würde.
    Ich hatte gehofft, dass ich mit der Deutschen Bank zumindest ein kostenloses Depot aushandeln kann, so wie bei der Santander Bank (ehemals SEB). Mein fleißiger Berater hatte mir ja den SEB Immoinvest und den DWS Immoflex vermittelt. Dabei wollte er es mir ursprünglich ermöglichen meine Darlehen bei der SEB Bank gegen Vorfälligkeitsentschädigung vorzeitig zu tilgen.
    Als ich das Geld aus u.a. sicheren Bundeschatzbriefen rausgeholt hatte, bestand die SEB-Bank laut meinem Berater auf die Einhaltung der Darlehenslaufzeit.
    Nachdem der Fonds just in dem Jahr in die Abwicklung ging, als ich meine Darlehen abbezahlen wollte, war mein Vermögensberater plötzlich hilflos.
    Kostenlose Darlehen und Depots, wie Sie Bankkunden angeboten wurden, konnte die DVAG mir nicht anbieten. Nur durch die Verbindung mit den ausgelaufenen Darlehen, kam mir die SEB/Santantander Bank entgegen.
    Fakt ist, dass es für die Deutsche Bank ausreichend ist, dass ich den Depotgebühren in einem älteren Vertrag bereits zugestimmt hatte.
    Fakt ist auch, dass mich die Deutsche Bank mit meinen Problemen nun wieder an die DVAG-Zurückverwiesen hat.
    Ebenfalls Fakt ist, dass die Deutsche Bank der DVAG als „Erfolgsbeteiligung“ Anteile an ihrer Tochtergesellschaft DWS überlassen hat. (siehe: http://www.dasinvestment.com/investments/fonds/news/datum/2013/10/16/erfolgsbeteiligung-dvag-bekommt-dws-anteile/)

    Als Betroffener möchte ich das jetzt nicht näher bewerten.

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