Monat: September 2016

Enttäuschte Erwartungen sind das Problem und nicht die Flüchtlinge

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Seit den Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern scheinen Politik und Medien die Ursache für das schlechte Abschneiden der CDU vor allem in der Flüchtlingspolitik zu suchen. Das ist ein Fehler.
Die Abneigung gegen Zuwanderer ist für mich ein Symptom aber nicht die Ursache. Das eigentliche Problem liegt in nicht erfüllten Versprechen, wie „Wir schaffen das“ und „Gemeinsam erfolgreich“.
Die Werbeversprechen hatten auch bei mir zunächst ein gutes Gefühl ausgelöst. Doch inzwischen merken immer mehr Menschen, dass das für sie nicht in dem Maße zutrifft, wie für wenige andere.
Das ist in Ostdeutschland so, in der Bundesrepublik und auch anderen Ländern.
Der Widerspruch zwischen Versprechen bzw. Erwartung und der täglichen Realität wird auch als kognitive Dissonanz bezeichnet. Menschen reagieren unterschiedlich darauf. Die einen zweifeln an sich selbst und werden depressiv. Andere radikalisieren sich, um sich aus diesem Zustand zu befreien. Beides schadet einer Gesellschaft.

Bei meinen Recherchen bin ich in Sachen Versprechen übrigens auf einige Parallelen zwischen der CDU und dem Finanzvertrieb der Deutschen Vermögensberatung AG (DVAG).

Werbemotive der vergangenen Jahre verdeutlichten das:
Auf einem ist eine Familie zu erkennen. Dazu schreibt die CDU „Jede Familie ist anders und uns besonders wichtig“. Auf einem sehr ähnlichen Motiv der DVAG heißt es „Ihre Ziele und Wünsche stehen im Mittelpunkt“.

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So ähneln sich die Werbebotschaften von CDU (oben) und DVAG (unten). In diesem Fall werden Bedürnisse von Familien angesprochen. Auch ich wollte ein guter Vater sein. Quelle (Montage): Werbemotive CDU und DVAG / vfalle

Zu einem anderen Motiv, welches eine ältere Dame mit einem Kind zeigt, titelt die CDU „Solide Finanzen sind wichtig, weil wir an morgen denken“. Das Motto der DVAG lautet „Früher an morgen denken“.
Beide CDU und DVAG sprechen also die gleichen Bedürfnisse an. Weil das auch meine Bedürfnisse waren, fühlte ich mich zu den Beiden hingezogen. Inzwischen sehe ich darin nur noch leere Marketingaussagen.

Interessanterweise verfliegt in Ostdeutschland gerade der Bonus der CDU, der eng mit der Grenzöffnung der ehemaligen DDR und Altkanzler Helmut Kohl verbunden ist. Finanz- und Versicherungsunternehmen witterten bei der Wiedervereinigung das große Geld. Die Wettbewerber waren z.B. entsetzt als sich die Allianz 1990 den Kundenstamm der ehemaligen „Staatlichen Versicherung der DDR“ sicherte. Auch die DVAG erkennte das Geschäftspotenzial.
Und: Altkanzler Kohl, ein enger Freund von DVAG-Gründer und CDU-Parteispender Reinfried Pohl, wechselte nach seiner politischen Karriere in den Aufsichtsrat des Versicherers Generali.

Von enttäuschten Erwartungen berichtet längst auch der Protagonist im Film „Wenn der Vermögensberater klingelt“. (2. bis 3. Minute des Beitrags)

In dem Beitrag heißt es zu den Absatz-Strategien in Ostdeutschland (ab 10. Minute): „Die Leute hatten nichts. Also ein cleverer Wessi hat hier mit der Schubkarre Verträge verkauft. Der hat da im Monat 100.000 Euro verdient…    … Zehn Jahre später hatten SIe von allem alles im Überfluss – manche drei gleiche Versicherungen was sie nicht gemerkt haben.“

Mich wundert es nicht, das diese Menschen jetzt sauer sind.

Noch einmal: Die Flüchtlinge sind nicht das Problem. Das eigentliche Problem sind unsere Erwartungen, die von Verkäufern und Marketingspezialisten gezielt angesprochen werden.
Die Methoden dazu wurden in den vergangegen Jahren immer weiterentwickelt. Es geht darum psychologische Schwächen von Menschen gezielt zu nutzen. Dafür gibt es z.B. Studien sowie Weiterbildungen zum Neuromarketing. Dabei werden vor allem unbewußte Entscheidungsprozesse angesprochen.

Das sollten wir uns bewußt machen!

Viele Grüße,
V. F. Alle

Was lief mit den DWS Fonds und der DVAG?

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Inzwischen habe ich eine Rückmeldung von der Deutschen Bank erhalten (siehe Blogbeitrag https://vfalle.wordpress.com/2016/08/20/um-die-abwicklung-duerfen-sich-nun-andere-kuemmern/) . Für die Bank ist in Ordnung, mir Depotgebühren für den DWS Immoflex abzuziehen, auch wenn ich die Verträge nicht auf Originalpapier unterschrieben habe und die mir vorgelegte Einzugsermächtigung von einem ganz anderen Vorgang mit meinem Vermögensberater stammt. Die Beschwerdemanger gehen dabei nicht auf den Hinweis ein, dass ich beim meinem Berater kein Einzelfall bin. Die Deutsche Bank verweist mich, wie bereits 2013, zurück an die Deutsche Vermögensberatung (DVAG).

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Zur Sicherheit habe ich noch einmal ein Schreiben hinterhergeschickt, indem ich nachfrage, ob die Bank mein Problem mit ihrem Vertriebspartner nicht als Ihr Problem betrachtet.
Ich habe darauf hingewiesen, dass ich es seltsam finde, dass die DVAG für ihre erfolgreiche Vertriebsarbeit Anteile an der DWS Holding erhalten hat. (Siehe: http://www.versicherungsbote.de/id/4784205/DVAG-DWS-Aktien-Deutsche-Bank/) Ebenso habe ich den Herren mitgeteilt, dass von Personen in der DVAG nach meinen Informationen Risiken beim zu erheblichen Teilen im DWS Immoflex enthaltenen SEB Immoinvest systematisch klein geredet wurden. Ferner habe ich deutlich gemacht, dass beim SEB Immoinvest deutliche Verluste zu erwarten sind, währen der Vertriebspartner der Bank weiterhin mit dem Slogan „Vermögensaufbau für jeden“ wirbt.

Wie aggressiv die DVAG den Vertrieb der DWS-Produkte vorangetrieben hat, lässt die Abschrift einer Rede erahnen, die auf einer DVAG-Motivationsveranstaltung mit  AIDA-Kreuzfahrt gehalten wurde:

„Auch Geldanlagen DWS Depot. Ich weiß gar nicht, ob ich das hier öffentlich so sagen kann, aber es liegen ja noch, glaub ich, 3 Milliarden beim DIT und wenn man sich mal die Mühe macht und die Performance vom DIT mit einem gleichwertigen Fonds von der DWS vergleicht, dann wird man feststellen, dass man da auf 10% Unterschied in der Performance kommt. Und wenn man im Intranet sich ein bissl auskennt, dann kann man die 2 Kurven übereinander legen, von dem Fonds den der Kunde hat und von dem Fonds, wie hat der im letzten Jahr entwickelt von der DWS und da kann man auch mit ihm mal drüber reden, ob es nicht Sinn macht, jetzt umzuschichten und ein Konto bei der Deutschen Bank zu eröffnen und nicht bei der Allianz. Das er einfach wieder bei uns ist, also auch da drüber kann man reden. …
… Ich erinnere mich, Dr. Pohl, wie Sie gesagt haben, wir sollen erbarmungslos zuschlagen und ich glaube auch, dass die Zeit dafür da ist, dass wir das jetzt machen. Und das eben nicht dadurch, dass wir unsere Leute nur zu Schulungen setzen, sondern dass man sie auch zum Kunden bringt.“

Siehe: http://www.geprellte-vermoegensberater.org/viewtopic.php?t=573&start=10#p6398

Ein Teilnehmer des Forums „Geprellte Vermögensberater“ kommt bezüglich des Vortrags zu dem Ergebnis:

„Zusammenfassend kann man sagen, das ist eine Rede vom Verkäufer für Verkäufer. Es geht hier nur um (Neu-) Umsatz. An sich nicht schlecht, aber der Kunde interessiert hier nicht, nur als Lieferant. Kunden auslutschen, haben wir das genannt. Das hat doch nichts damit zu tun, den Kunden gut zu versorgen. Das sollte eines Beraters unwürdig sein. Und wer da hinterher läuft, der mag Geld verdienen, viel Geld sogar, aber er schadet dem Ansehen der Branche.“

 

Mit Wohlstand für die deutschen Bürger und Beratung, die der Unternehmensnahme Deutsche Vermögensberatung suggerieren, hat das wenig zu tun.

Das passt für mich auch gar nicht mit den Grußworten zusammen, die die Bundeskanzlerin anlässlich des 85. Geburtstag des DVAG-Gründers Reinfried Pohl im April 2013 geschrieben hatte:

„Sie und Ihre Familie haben ein gutes Stück der Geschichte der sozialen Marktwirtschaft mitgestaltet, denn Sie haben das Angebot von Allfinanzleistungen populär gemacht, Sicherung aus einer Hand, weil es um den Menschen geht und nicht um das Produkt.“

Quelle: https://www.dvag-presseservice.de/2013/04/23/zum-geburtstag-des-grunders-und-vorstandsvorsitzenden-der-dvag-prof-dr-reinfried-pohl-wird-85-jahre/

Ich habe den Eindruck, dass mich die von mir angeschrieben Politiker (Theo Waigel, Volker Bouffier und Angela Merkel) sowie die mit einbezogenen Personen im DVAG-Aufsichtsrat (u.a. Ex-Kanzleramtschef Friedrich Bohl), dem Bundesfinanzministerium und bei den DVAG-Partnern gerne als Einzelfall sehen möchten.

Jetzt wird die Zeit allerdings knapp. Denn das Ende der Abwicklung des SEB Immoinvest – mit entsprechenden Konsequenzen für den DWS Immoflex – ist für Frühjahr 2017 terminiert. Dann sind es nur noch wenige Monate bis zur Bundestagswahl.
Ich würde mich freuen, wenn sich frühzeitig eine Lösung für die enttäuschten DVAG-Kunden und Bundesbürger finden ließe. Denn eine Protestwahl würde Deutschland noch mehr negative Impulse geben.

 

Viele Grüße,
V.F. Alle

 

Hintergrund:
Lange Zeit hatte ich mich auf den offenen Immobilienfonds SEB Immoinvest konzentriert. Vielleicht hätte ich auch beim DWS Immoflex von der Deutschen Bank genauer hinsehen sollen. Als der SEB Immoinvest Anfang 2012 in die Abwicklung ging, hätte ich zumindest noch die Einspruchsfristen beim DWS Immoflex einhalten können. Dummerweise hatte ich mich voll auf den SEB Immoinvest konzentriert, mit dem ich ja meine Darlehen bei der SEB Bank (inzwischen Santander) abbezahlen wollte.

Mein Vermögensberater hatte mir 2009 empfohlen 52.000 € aus dem SEB Immoinvest zu nehmen und in den DWS Immoflex zu stecken. Was ich damals nicht wusste: Der SEB Immoinvest war zu einem großen Anteil im Dachfonds DWS Immoflex enthalten – während ich glaubte, dass es meinem Berater darum geht, nicht alles Geld in ein Produkt zu stecken. Nach Aussage meines Beraters hatte er an dem Tag keine Originalverträge mehr, weil zuvor bereits vielen seiner Kunden zu einem ähnlichen Schritt geraten hatte.