Gefangen im System

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Warum ich mich mit Produkten wie der Rente Pur (Rürup-Rente) sowie den Fonds SEB Immoinvest und DWS Immoflex im System der Deutschen Vermögensberatung  (DVAG) gefangen fühle, habe ich hier  bereits mehrfach beschrieben. Allerdings scheinen mir nicht nur die Kunden in dem System gefangen zu sein.

Bei meiner letzten Anfrage zur Rente Pur und dem DWS PlexPension erschien mir der Mitarbeiter der Aachen Münchener Versicherung wie seine Kollegen zuvor ziemlich hilflos. Das macht mir deutlich, dass nicht nur Kunden wie ich inzwischen in dem System von Generali-Konzern, Deutscher Vermögensberatung (DVAG) und Deutscher Bank eingeschlossen sind.
Weil die DVAG sich den Exklusiv-Vertrieb der Generali-Tochter Aachen Münchener gesichert hat, ist die Versicherung sozusagen auf Gedeih und Verderb auf die Vertriebsgesellschaft angewiesen.
Im Investment-Bereich ist die DVAG längst ein wichtiger Partner für die Investment-Tochter der Deutschen Bank. Deshalb ist es kein Zufall, dass Kunden der Aachen Münchener nun als Alternative für den nicht mehr fortgeführten Fonds DWS FlexPension 2023 hauptsächlich andere DWS-Produkte angeboten bekommen. Damit bleibt das Geld im System.

Ähnlich sieht es übrigens auch bei privaten Krankenversicherungen aus, welche die DVAG vertreibt. Ende 2011 hatte der Generali-Konzern den Vertreib der privaten Krankenvollversicherungen bei der Tochter Central eingestellt. Vertriebsleute wchselten darauf hin zur DVAG.  Der Versicherungsboten schrieb dazu:
„Generali-intern war das ein geschickter Schachzug. Die Deutsche Vermögensberatung freute sich über gut ausgebildete Verkäufer und neue Kundendaten. Gleichzeitig stärkte Generali, mit der quasi Bestandsübertragung der Central, einem Tochterunternehmen der Generali Gruppe, die DVAG, bei der der italienische Konzern wiederum mit knapp 40 Prozent Großaktionär ist. So könnte aus der Auslagerung des Vertriebs von Central zur DVAG im Nachhinein ein Testlauf für einen großen Vertriebswechsel werden.“
http://www.versicherungsbote.de/id/4790473/Generali-Stellenabbau-DVAG-Vertrieb-Dietmar-Meister/
Wie eng die DVAG mit ihren „Partnern“ inzwischen verwoben ist, hatte ich bereits im Zusammenhang mit dem DVAG-Zukunftsforum deutlich gemacht.

Eingeschränkte Vermögensberater
Auch Vermögensberater sind in diesem System gefangen. Anders als freie Handelsvertreter und Finanzmakler, bleiben ihnen nur die Produkte aus dem eigenen System. Für erfahrene Vermögensberater wird das zum Problem. Das zeigen Beiträge im Internet-Forum „Geprellte Vermögensberater“ und Fälle des Anwaltes Kai Behrens, der Vermögensberater im Streit mit der DVAG vertritt.

Unbefangener Nachwuchs gesucht
Deswegen wundert es mich nicht, dass die DVAG derzeit mit dem Fußballtrainer Jürgen Klopp, um Vermögensberater-Nachwuchs wirbt. Die jungen Leute können völlig unbefangen an die Sache ran gehen. Ihnen fehlen ja einige Erfahrungen aus der Vergangenheit. Negative Kundenerlebnisse wiederum hemmen die Vertriebsstärke erfahrener Vermögensberater, sofern sie zu Empathie fähig sind.

Viele Grüße,
V. F. Alle

 

Rückblende für neue Leser
Wie ich bereits berichtete hatte mich mein DVAG-Berater in die Fonds SEB Immoinvest, DWS Immoflex (ist am SEB Immoinvest beteiligt) sowie u.a. die Rente Pur hinein beraten, obwohl ich stets deutlich gemacht hatte, dass mein vorrangiges Ziel darin besteht meine damals ebenfalls über die DVAG laufenden Hausdarlehen abzulösen. Als die Vertragslaufzeit der Darlehen 2012 auslief, waren diese Gelder aber durch Fondsschließungen und die vertraglichen Besonderheiten der Rente Pur (Rürup-Rente) nicht verfügbar.
Für neue Darlehens-Verträge verlangte mein DVAG-Berater 2012 erneut Angaben zu meinem Haus, als Sicherheit für die Bank. Das zeigte mir, dass nicht einmal die Banken meinen von der DVAG massiv vertriebenen Geldanlagen trauten.

Ein Jahr zuvor (2011) hatte mein Berater noch versucht, mir zusätzliche Darlehen zu vermitteln, weil ich ja 2012 mein Haus abbezahlt haben würde. Das frei werdende Geld könne ich in den Ausbau stecken. Zuvor war allerdings der Plan, dass ich das Geld, was ich durch den Wegfall der Hausdarlehen spare, in die Altersvorsorge mit Riester- und Rürup-Rente (RentePur) stecke.

Auch eine private Krankenzusatzversicherung hat mir mein DVAG-Berater in der Zeit angeboten. Heute weiß ich, dass der Krankenversicherer Central (ebenfalls eine Generali-Tochter) 2011 ihren Vertrieb auf die DVAG-übertrug.

Inzwischen sehe ich einiges deutlicher. Ich möchte hoffen, dass andere nicht so lange brauchen wie ich.

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