Der Nächste bitte! Die Abwicklung geht weiter und weiter …

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Jetzt wird es spannend für Anleger des SEB Immoinvest. Nun hat auch noch die Savills Fund Management GmbH die Verwaltung des SEB Immoinvest gekündigt. Das eigentliche Fondsmanagement hat sich ja schon länger verabschiedet. Den Anlegern dürfte es dagegn deutlich schwerer fallen sich davon zu trennen – denn sie verlieren Geld.

 

Unter „Übergang auf die Depotbank“ heißt es im Fondskommentar von Oktober 2016

„Savills Fund Management GmbH hat die Verwaltung des SEB ImmoInvest in Abstimmung mit der BaFin mit Wirkung zum 30. April 2017 gekündigt. Zu diesem Zeitpunkt wird das Sondervermögen SEB ImmoInvest an die Depotbank, die CACEIS Bank, Germany Branch, mit Sitz in München, übertragen.
Am 1. Mai 2017 gehen damit dann alle noch verbleibenden Vermögensgegenstände wie Immobilien und Beteiligungen, liquide Mittel, aber auch Verbindlichkeiten an die Depotbank über.Diese tritt auch in die Rechtsnachfolge für latente Ansprüche, z. B. aus Transaktionen oder für Steuerpflichten, ein.
Bis zur endgültigen Auflösung des Sondervermögens muss die Depotbank eine ausreichende Liquidität vorhalten, um allen Verpflichtungen nachzukommen. Liquidität, die unter Berücksichtigung dieser Verpflichtungen sukzessive frei zur Verfügung steht, wird seitens der Depotbank in regelmäßigen Ab ständen an die Anleger ausgeschüttet, bis der Fonds vollständig aufgelöst ist. Es gibt keine gesetzliche Frist, innerhalb der die Auflösung vollzogen sein muss. Dieser Prozess kann einige Jahre dauern.“

Das klingt nicht gerade beruhigend. Dabei wurden diejenigen, die nun noch auf den Anteilen sitzen, doch stets beruhigt. Ein Beispiel dafür ist hier zu finden:

http://www.handelsvertreter-blog.de/2012/05/09/vermogensberater-erhalten-leitfaden-zum-immoinvest/

 

Beste Grüße,

V. F. Alle

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4 Gedanken zu „Der Nächste bitte! Die Abwicklung geht weiter und weiter …

    Jörg sagte:
    13/12/2016 um 11:18 pm

    Entschuldigung aber zum 30. April hatte bereits die ursprüngliche Gesellschaft das Verwaltungsmandat gekündigt! Genau dann läuft läuft nämlich die 5 Jahresfrist zur Abwicklung ab, die die BAFin eingeräumt hat netterweise (besser als normale drei Jahre). Also der Breitrag outet dich unberechtigterweise als Ahnungslosen.
    Das Mandat zur Verwaltung muss an dem Tag in jedem Fall an die Depotbank gehen, die widerum ab dem gleichen oder nächsten Tag wieder die gleiche Gesellschaft zur Verwaltung beauftragen kann (oder wen anders, wenn man selbst keine Immobilien managen kann oder möchte).

    DIe News ist also 4,5 Jahre alt.

      vfalle geantwortet:
      14/12/2016 um 7:48 am

      Das mag formal ja alles richtig sein. Mir geht es allerdings eher darum, das „KUNDENERLEBNIS“ – wie es Marketingstrategen nennen – deutlich zu machen.

      Daher noch einmal eine kurze Zusammenfassung meiner Erfahrungen mit dem SEB Immoinvest :
      2007 wurde mir von meinem DVAG-Vermögensberater der SEB Immoinvest als so sicher wie Festgeld vermittelt, weil er von Gerichten als mündelsicher eingestuft wurde.
      2010 wurde mir mitgeteilt, dass die Fondsverwaltung an die Fondsdepot Bank übertragen wird.
      2012 erklärten mir der DVAG-Berater und der Leiter meiner Santander Bank (ehemals SEB), dass die Abwicklung nur zu meinem Nutzen sei. Das Risiko von Verlusten wurde von beiden klein geredet. Mein Vermögensberater wusste damals nicht, dass andere SEB-Immoinvest-Anleger von ihren Banken kostenlose (zinslose) Darlehen erhielten. Für DVAG-Kunden galt dies aber nicht. Weil bei der Santander Bank aber auch meine Hausdarlehen liefen, konnte ich zumindest im direkten Gespräch mit dem Filialleiter ein kostenloses Depot rausschlagen. Mein Depot musste ich dafür der Santander Bank übertragen. Auf das zinslose Darlehen der Santander Bank habe ich verzichtet, weil der Vertrag ein Zugeständnis vorsah, dass der Kunde das Verlustrisiko aus dem SEB Immoinvest selbst trägt.
      Ebenfalls 2012 erklärte mir der DVAG-Chefvolkswirt schriftlich, dass die Risiken einer Fondsschließung und Abwicklung für die Branche nicht abzusehen waren und, dass ich weitere Informationen nun von der Fondsgesellschaft direkt bekomme. Von einem anderen Chefvolkswirt erfuhr ich zum Jahreswechsel 2012/2013, dass Topmanger aus der Frankfurter Finanzbranche zur Abwicklung des SEB Immoinvest sinngemäß sagten: „Die Geier warten schon“.
      2015 übernahm Savills Investment Management die Fondsverwaltung von der SEB Asset Management.
      2017 geht das Vermögen dann an die Depotbank CACEIS Bank.

      Dafür, dass ich damals meine Erbschaft der DVAG und der SEB-Bank anvertraut hatte, um spätestens 2012 (nach Ablauf der Darlehenslaufzeit) meine über die beiden Finanzdienstleister laufenden Darlehen abzuzahlen, hatte ich also zwischenzeitlich jede Menge neue Finanzdienstleister.

      Meine Kritik gilt also nicht Savills oder der BaFin. Sie gilt insbesondere der DVAG die heute noch mit „Vermögensaufbau für jeden!“ wirbt, obwohl viele ihrer Kunden gerade etwas anderes erleben. Für mich ist die DVAG mit dieser Augenwischerei nicht besser als die Banken , die das DVAG-Management nach der Finanzkrise werbewirksam kritisierte.
      Meine Kritik gilt zudem denjenigen, die nicht hinterfragen, warum ein Finanzdienstleister (DVAG) mit 6 Mio. Kunden nicht mehr von der BaFin überwacht wird.

      Jörg, sicher weißt Du genauso wie ich, dass sich nach drei Jahren (plus den Monaten bis zum nächsten Jahresende) die Beweislast für mögliche Falschberatungen umkehrt. Für DVAG-Kunden die ihren Beratern vertraut haben, dass die Abwicklung nicht zwangsweise zu Verlusten führen muss, kommt also 2017 vermutlich das böse erwachen.

    Jörg sagte:
    14/12/2016 um 10:00 pm

    Falschberatung nachweisen ist sehr schwer und für mich unmöglich. Da drücke ich jedem die Daumen. Ich bin doch selbst geschädigter mit um 8000€ Verlust! Aber ich zocke mit dem gleichen Papier etwas an der Börse, weil zum Börsenkurs hat das Papier doch einen guten Gegenwert und mein Verlust wird kleiner ausfallen.
    Aber außer bei Santander kündigen und Depot verschieben kann man nicht viel machen. Jedenfalls in meinem Fall. Vieles am Verkauf der Papiere an mich (den ich ja wollte) passt mir im Nachinein nicht, das ist ja klar. Dass ein offener Fonds vorrübergehend geschlossen werden kann oder endgültig, war mir gar nicht bekannt.
    Nur kann man jetzt nicht die Nachricht der Kündigung des Verwaltungsmandates dafür heranziehen, in den alten Wunden rum zu stochern, weil das Problem auch bei anderen Fonds neben dem SEB Immoinvest ist ja inzwischen allen betroffenen Anlegern bekannt. Also die Problematisch auflisten, ja gut, aber doch nicht mit dem Aufhänger, es gebe eine angseinflößende neue Nachricht.
    Es wird allgemein bzw. in gewissen Investmentforen als Nullevent erwartet, der Termin im April.
    Aber soweit ich weiß, sollten in den 12 Monaten danach! alle Deutschen Immobilien verkauft werden, weil dann zumindest keine Grunderwerbsteuer bei Übertrag auf die Depotbank anfällt, was anderenfalls ungerechterweise und solange das Gesetz noch nicht rechtzeitig geändert ist, passieren könnte. Also erst 12 Monate später ist eine relevante Marke zumindest für mich.

      vfalle geantwortet:
      15/12/2016 um 7:35 am

      Gut argumentiert. Das gefällt mir.
      Wir haben wohl zwei unterschiedliche Ansätze gewählt.
      Mein Hintergrund ist, dass mir von der DVAG Beratung aus einer Hand suggeriert wurde und dass ich eigentlich mit meinen Hausdarlehen Kunde wurde. Weil ich Banken damals schon nicht traute wollte ich 2007 meine Darlehen mit einer Erbschaft tilgen. Mein Berater bot mir auch an das gegen eine Vorfälligkeitsentschädigung mit der SEB Bank (heute Santander) zu klären. Als ich das Geld aus sicheren Geldanlagen raus hatte, war das dann laut meinem Berater doch nicht möglich und die Bank bestand auf die Vertragslaufzeit bis 2012. Mir erschien es da am sichersten, das Vermögen der DVAG und der damaligen SEB Bank anzuvertrauen, weil ich da ja auch meine Schulden begleichen wollte. Damals konnte ich mir nicht vorstellen, dass DAVG-Kunden in solchen Fällen nicht durch der BaFin und auch nicht durch entsprechende Ombudsstellen abgesichert sind. Aber ich wollte eigentlich auch nie mit meinem Dienstleister streiten. Ich hoffte auf Menschlichkeit – die die DVAG als Kernwert bezeichnet.
      Heute weiß ich, dass das Unternehmen nur nach außen als große Organisation auftritt. Tatsächlich sind die Vermögensberater selbstständig. Mein Berater wurde 2012, als er mir keine Lösung bieten konnte, sehr lange krank und war nicht mehr greifbar. Das DVAG-Management lehnte jede Verantwortung ab. Soviel zum Versprechen des Unternehmensgründers Pohl: „Wer Hilfe braucht, kann auf unsere Unterstützung bauen.“ Und Politiker wie Bouffier, Waigel und Merkel mögen darin nichts Schlechtes erkennen.
      Das ist tatsächlich beängstigend. Und das ist leider auch Futter für Populisten.
      Ich würde mich freuen, von Dir 2017 und 2018 einen Zwischenstand zu Deinen Erfahrungen zu bekommen. Ich kann mir auch vorstellen, den Text als Gastbeitrag zu veröffentlichen. Ansonsten bin ich immer für Kommentare (auch kritische) offen.

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