Nichts ist unmöglich … …bei Finanzdienstleistern

Stellen Sie sich vor, Sie gehen zu einem Autohändler und verlangen ein Fahrzeug zu dem Zweck, dass es besonders Wertstabil sein soll, weil Sie es nach fünf Jahren wieder verkaufen wollen, um dann Ihr Traumauto zu kaufen. Ihr Händler versichert Ihnen, das richtige Produkt zu dem Zweck zu haben. Deshalb kaufen Sie das Produkt. Zwischendurch sind Sie verunsichert, weil Medien über Qualitätsprobleme in der Automobilbranche berichten. Sie fragen also bei Ihrem Händler nach, ob das auch Ihr Produkt betrifft. Der verneint deutlich und das im Laufe der Jahre immer wieder.

Kurz vor Ende der fünf Jahre wird deutlich, dass auch Ihr Produkt einen erheblichen Konstruktionsfehler hatte und Sie das Produkt nun gar nicht bzw. nur mit hohem Wertverlust kurzfristig verkauft bekommen.

Der Verkäufer entschuldigt sich, dass er über dem Konstruktionsfehler auch erst jetzt von seinem Unternehmen informiert wurde. Das Führungspersonal des Händlers teilt Ihnen auf Nachfrage mit, dass es dem Unternehmen leid tue. Bei der Vermittlung des Produktes sei der Mangel nicht erkennbar gewesen. Außerdem habe das Fahrzeug ja eine Abnahme vom TÜV erhalten und wurde von einer renomierten Fachzeitschrift zum Auto des Jahres gekürt. Ferner hätten Sie das Produkt ja selbst gewollt und das mit der Vertragsunterzeichnung bestätigt.

Also Fragen Sie beim Hersteller nach. Dessen Führungspersonal möchte sich jedoch nicht zu den Vertriebspraktiken Ihres Händlers äußern. Von anderen Mitarbeitern des Unternehmens erfahren Sie, dass Ihnen der Hersteller das Produkt für Ihr Bedürfnis nicht angeboten hätte.

Das klingt für Sie unglaublich? Richtig – zumindest in Bezug auf die Automobilindustrie. Mit meinen Finanzdienstleistern habe ich jedoch genau so etwas erlebt.

Aber warum gehen Automobilhersteller mit „Konstruktionsfehlern“ und Sicherheitsmängeln anders um als Finanzberater? Ganz einfach: Weil es für deren Produkte eine Produkthaftung gibt, die im schlimmsten Fall sogar strafrechtliche Konsequenzen hat. Außerdem haben Automobilhersteller erkannt, wie wichtig Qualität für ihr das Kundenvertrauen in ihre Marke ist. Sie reagieren mit Rückrufen, um ihr Ansehen nicht zu beschädigen.

Im nächsten Beitrag schreibe ich was mir genau passiert ist.

Bis dann. Ihr/Euer V. F. Alle


4 Gedanken zu „Nichts ist unmöglich … …bei Finanzdienstleistern

    Michael Butzek sagte:
    24/08/2014 um 9:26 pm

    Der große Denkfehler liegt hier schon im Wort Finanz -„Berater“. Wie auch in dem Buch „Beraten und Verkauft – Die Methoden der Strukturvertriebe“ von Wolfgang Dahm klar rausgearbeitet wird, handelt es sich bei den DVAGler um reine Verkäufer. Das hat mit „beraten“ nichts zu tun. Hier geht es vorrangig darum ein Produkt mit einer möglichst hohen Provision an den Mann zu bringen.

      vfalle geantwortet:
      25/08/2014 um 7:07 pm

      Richtig! Allerdings klingt „Deutsche Vermögensberatung“ doch richtig wichtig und seriös. Des erweckte doch bei uns beiden zunächst Vertrauen.

      Aber mal im ernst. Ich fasse gerade meine Recherchen zusammen in denen ich auch das Geschäftsmodell der DVAG entschlüssele. Die Erkenntnisse sind für Kunden leider ernüchternd, aber dazu später.

    Marco Pfäffle sagte:
    23/05/2015 um 7:34 pm

    Ich finde es gut, dass Sie Ihre Erfahrungen niederschreiben und damit vielleicht dem einen oder anderen Mitbürger Orientierung und Hilfestellung geben, auf was es zu achten gilt in dieser Branche (in der ich selbst seit 14 Jahren tätig bin).

    Gerd sagte:
    14/05/2017 um 7:52 pm

    Ich habe gerade ebenfalls eine spannende Erfahrung mit meinem Vermögensberater gemacht. Wie bei Ihnen berät er uns schon seit vielen Jahren. Bisher waren wir immer zufrieden. Wir planten schon lange aus unserer Mietwohnung rauszukommen und ein Haus zu kaufen. Jetzt haben wir endlich ein Schnäppchen gefunden und die Finanzierung auch von unserem Vermögensberater berechnen lassen. Er hat diverse Banken verglichen. Leider war es nicht möglich, den vor 3 Jahren genau für den Hauserwerb abgeschlossenen Badenia-Bausparvertrag über 50.000 Euro zu nutzen. Die Badenia war jetzt viel zu teuer. Die knapp 10.000 Euro, die wir hier gespart hatten, konnten wir nicht einsetzen. Das war unsere erste Enttäuschung und eine drastische Falschberatung durch ihn vor drei Jahren. Erinnert mich sehr an Ihr Problem.

    Er hat uns als Ergebnis seines Vergleichs dann die Deutsche Bank mit einem Zins von 1,9% empfohlen und dort den ersten Termin organisiert. Wir brauchten zusätzlich zu unseren Ersparnissen 220.000 Euro. Am Ende des dritten Gesprächs bei der Deutschen Bank sind wir bei genau 1,98% rausgekommen. Dies sollte laut unserem Vermögensberater ein tolles Angebot sein. Mit der Deutschen Bank lief alles schnell und reibungslos ab. Die Dame von der Deutschen Bank war stets bemüht uns zu helfen. Irgendwie gab es aber Unsicherheit über den Wert unserer Immobilie. Daher musst ein Besichtigungstermin zur Begutachtung unseres Häuschens durch einen Sachverständigen stattfinden.

    Der junge Mann wurde zwar von der Deutschen Bank geschickt, war aber glücklicherweise kein Freund derselben. Beim Ablaufen aller Zimmer fragte er, zu welchen Konditionen wir denn finanziert hätten. Bei den 1,98% schmunzelte er und meinte, daß wir wohl „sehr treue Kunden der Deutschen Bank“ seien. Nachdem ich das verneinte, fragt er mich, ob ich wüsste, dass man aktuell 20-30% günstiger als 1,98% finanzieren könnte.

    Er war nicht nur freier Immobiliensachverständiger, sondern auch ein unabhängiger Immobilienfinanzierungsberater. Auf seinem iPad zeigte er mir innerhalb von 5 Minuten, welche Zinssätze hunderte Banken für unsere Finanzierung anboten. Die Deutsche Bank tauchte auch in der Liste auf, mit 1,85%. Die besten Zinsen bot die PST Bank mit 1,47%. Schockierende 100 Euro weniger pro Monat! Es dämmerte mir, dass mein Vertrauen in unseren Vermögensberater vielleicht etwas übertrieben war.

    Da der Sachverständige weiter musste, haben wir einen Beratungstermin für den gleichen Abend vereinbart. Um den Zahlungstermin einzuhalten, haben wir uns am Ende für die DiBa entschieden. Die bot 1,65% und damit gut 55 Euro pro Monat weniger, als die von der DVAG empfohlene Deutsche Bank. Vertrag von der DiBa kam innerhalb von einer Woche. Danach ging es Ratz-Fatz.

    Unser Vermögensberater war anfangs etwas sauer, aber hallo, es geht über die Jahre um einen Unterschied von mehr als 7.000 Euro. Nach dem Beratungsfehler mit dem Bausparvertrag der Badenia war dies sein zweiter grosser Patzer. Hätten wir nicht durch Zufall noch den besseren Berater gefunden, wäre uns sein Rat teuer zu stehen gekommen. Er und ich spielen weiter im gleichen Team Handball. Um unsere Finanzen kümmern wir uns jetzt allein!

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