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Was läuft zwischen der DVAG und Generali?

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Über die Verbindungen zwischen der Deutschen Vermögensberatung AG (DVAG) und dem Versicherungskonzern habe ich hier ja schon gelegentlich berichtet.

In den vergangenen Tagen erreichten mich zwei Nachrichten:
Eine Person (vermutlich aus dem DVAG-Umfeld) verwies mich auf den Beitrag „8 Millionen € DVAG-Kreuzfahrt 2017 oder wie DVAG Giovanni Liverani abzockt“ im Forum Geprellte Vermögensberater. Siehe: http://geprellte-vermoegensberater.org/viewtopic.php?f=43&t=785&sid=58415937b4ecfbe613114603fef49e29

Ein anderer Leser (ein Finanzberater, nicht von der DVAG) verwies mich dagegen auf den Beitrag „Generali will sich von Konzerntöchtern trennen „ im Versicherungsboten:  http://www.versicherungsbote.de/id/4851825/Generali-Konzerntoechter-trennen/
In dem Beitrag heißt es:

So plane Deutschland-Chef Giovanni Liverani, den Generali Exklusivvertrieb an die Deutsche Vermögensberatung (DVAG) zu verkaufen: Entsprechende Gespräche mit DVAG-Chef Andreas Pohl sollen bereits stattgefunden haben. An der DVAG ist die Generali mit 40 Prozent beteiligt. Der Ausschließlichkeits-Vertrieb des Versicherers würde dann ausschließlich über die Deutsche Vermögensberatung laufen.

 

Als branchenfremder Journalist und DVAG-Kunde möchte ich das nicht näher bewerten. Allerdings habe ich den Eindruck, dass sich Journalisten von der Tagespresse und Finanzmedien, das durchaus mal genauer ansehen sollten.

 

Viele Grüße,

V. F. Alle

 

Schon wieder Gedächtnislücken?

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Netterweise verwies mich einer meiner Leser kürzlich auf einen Beitrag bei Cash-Online. Darin wird Bezug genommen auf einen Beitrag im DVAG-Blog. In diesem erklärt DVAG-Vorstandsmitglied Dr. Helge Lach, warum Abschlussgebühren für Lebensversicherungen im Gegensatz zu den Kosten für den Immobilienerwerb zur Altersvorsorge ein „Schnäppchen“ sind.
http://www.cash-online.de/immobilien/2017/immobilie-als-altersvorsorge-2/361066?utm_source=nl&utm_medium=email&utm_campaign=finanznews020217

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Das schrieb Cash-Online Anfang Februar 2017. Demnach rechnet die DVAG  Lebensversicherungen schön.

Kommentare zum Cash-Online-Beitrag verdeutlichen zwar, dass die Aussagen von Herrn Dr. Lach  grundsätzlich nicht falsch sind. Doch nach meiner langjährigen Erfahrung schätzt das DVAG-Management die Risiken der von dem Finanzvertrieb vermittelten Produkte bewusst geringer ein, als es der Realität entspricht. Es handelt sich eben um einen Finanzvertrieb und nicht um eine Beratungsgesellschaft – wie es der Name Deutsche Vermögensberatung AG suggeriert.

Darauf deutet auch der Blogbeitrag „Vermögensberater erhalten Leitfaden zum Immoinvest“ aus dem Mai 2012 hin, den ich hier schon mehrfach erwähnt habe.
http://www.handelsvertreter-blog.de/2012/05/page/2/

Passenderweise fand ich dort ebenfalls im Mai 2012 einen Beitrag über Gedächtnislücken bei einem „Direktionsleiter eines Strukturvertriebes“.
http://www.handelsvertreter-blog.de/2012/05/22/gedachtnislucken/

 

handelsvertreter-gedaechtnis2012_0218_073536
Beitrag von Mai 2012. Gefunden unter www. handelsvertreter-blog.de

Das erinnert mich an den Direktionsleiter meines Vermögensberaters. Zu Ihm hatte ich Kontakt aufgenommen, weil mein Vermögensberater krankheitsbedingt lange ausgefallen war. Der DVAG-Direktionsleiter (Herr N. aus R.) schrieb mir am 4. 3. 2013:

„Ob ein abbezahltes Haus oder eine fondsbasierende Rentenversicherung die bessere Alternative für Ihre Altersvorsorge darstellt, kann ich in Ihrem Fall nicht beurteilen, da ich Ihre Situation nicht analysieren habe.“

Ich weiß nicht ob er sich heute noch daran erinnert. Inzwischen kann ich allerdings mit Sicherheit sagen, dass ich mit der abbezahlten Immobilie heute mehr Vermögen hätte, als mit den mir von der DVAG vermittelten Produkten.

 

Viele Grüße,

V. F. Alle

 

P.S.:       Ich möchte die DVAG-Führung nur daran erinnern, dass ich bereits 2012 eine schuldenfreie Immobilie gehabt hätte, wenn mir von meinem DVAG-Berater nicht Produkte wie der SEB Immoinvest, der DWS Immoflex sowie fondsgebundene Versicherungen vermittelt worden wären. Den DVAG-Gründer Dr. Reinfried Pohl, seinen DVAG-Chefvolkswirt sowie dem DVAG-Aufsichtsrat hatte ich in den Jahren 2012 und 2013 darüber schriftlich informiert.

Die Nebeneinkommen und Steuertricks der Besserverdiener

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Richter am Bundesfinanzhof verdienen sich scheinbar besonders gerne etwas hinzu. Das legt zumindest ein Bericht der „Welt am Sonntag“ nahe.

http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/bundesrichter-29-772-euro-verdient-mit-nebentaetigkeiten/14930752.html

Ich erwähne das hier, weil ich darin ebenso wie der ehemalige Bundesminister Norbert Blüm in seinem Buch „Einspruch“ (erschienen: 9/2014), eine zweifelhafte Verknüpfung privater und gesellschaftlicher Interessen nicht auszuschließen kann.

Bekanntlich hatten  Norbert Blüm und Altkanzler Helmut Kohl zur CDU-Spendenaffäre unterschiedliche Ansichten. Blüm wurde nach seiner aktiven politischen Laufbahn Buchautor und Kabarettist. Kohl folgte dagegen dem Ruf seiner Freundes und Gründers der Deutschen Vermögensberatung (DVAG) und übernahm Posten in der Finanz- und Versicherungsbranche.

Juristisch mag das okay sein. Doch wenn Bundesbürger durch ihr Vertrauen in dieses System Geld verlieren und andere sich bereichern, dann sollte es eigentlich einen Aufschrei und eine kontroverse Diskussion geben.

Kaum anders sieht es mit Fußballprofis aus, die sich scheinbar durch Steuertricks noch mehr bereichern. Das legt zumindest die Recherche eines Journalisten-Netzwerkes nahe.
Siehe: http://www.spiegel.de/sport/fussball/football-leaks-die-wichtigsten-fragen-und-antworten-a-1123954.html

 

Leider suchen aber immer mehr Menschen den Grund für die Verschlechterung ihrer persönlichen wirtschaftlichen Situation in der Globalisierung und bei Einwanderern bzw. Flüchtlingen.

Seltsam! In was für einer Welt leben wir?

 

Herzliche Grüße
… und noch eine besinnliche Adventszeit

 

V. F. Alle

Gefangen im System

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Warum ich mich mit Produkten wie der Rente Pur (Rürup-Rente) sowie den Fonds SEB Immoinvest und DWS Immoflex im System der Deutschen Vermögensberatung  (DVAG) gefangen fühle, habe ich hier  bereits mehrfach beschrieben. Allerdings scheinen mir nicht nur die Kunden in dem System gefangen zu sein.

Bei meiner letzten Anfrage zur Rente Pur und dem DWS PlexPension erschien mir der Mitarbeiter der Aachen Münchener Versicherung wie seine Kollegen zuvor ziemlich hilflos. Das macht mir deutlich, dass nicht nur Kunden wie ich inzwischen in dem System von Generali-Konzern, Deutscher Vermögensberatung (DVAG) und Deutscher Bank eingeschlossen sind.
Weil die DVAG sich den Exklusiv-Vertrieb der Generali-Tochter Aachen Münchener gesichert hat, ist die Versicherung sozusagen auf Gedeih und Verderb auf die Vertriebsgesellschaft angewiesen.
Im Investment-Bereich ist die DVAG längst ein wichtiger Partner für die Investment-Tochter der Deutschen Bank. Deshalb ist es kein Zufall, dass Kunden der Aachen Münchener nun als Alternative für den nicht mehr fortgeführten Fonds DWS FlexPension 2023 hauptsächlich andere DWS-Produkte angeboten bekommen. Damit bleibt das Geld im System.

Ähnlich sieht es übrigens auch bei privaten Krankenversicherungen aus, welche die DVAG vertreibt. Ende 2011 hatte der Generali-Konzern den Vertreib der privaten Krankenvollversicherungen bei der Tochter Central eingestellt. Vertriebsleute wchselten darauf hin zur DVAG.  Der Versicherungsboten schrieb dazu:
„Generali-intern war das ein geschickter Schachzug. Die Deutsche Vermögensberatung freute sich über gut ausgebildete Verkäufer und neue Kundendaten. Gleichzeitig stärkte Generali, mit der quasi Bestandsübertragung der Central, einem Tochterunternehmen der Generali Gruppe, die DVAG, bei der der italienische Konzern wiederum mit knapp 40 Prozent Großaktionär ist. So könnte aus der Auslagerung des Vertriebs von Central zur DVAG im Nachhinein ein Testlauf für einen großen Vertriebswechsel werden.“
http://www.versicherungsbote.de/id/4790473/Generali-Stellenabbau-DVAG-Vertrieb-Dietmar-Meister/
Wie eng die DVAG mit ihren „Partnern“ inzwischen verwoben ist, hatte ich bereits im Zusammenhang mit dem DVAG-Zukunftsforum deutlich gemacht.

Eingeschränkte Vermögensberater
Auch Vermögensberater sind in diesem System gefangen. Anders als freie Handelsvertreter und Finanzmakler, bleiben ihnen nur die Produkte aus dem eigenen System. Für erfahrene Vermögensberater wird das zum Problem. Das zeigen Beiträge im Internet-Forum „Geprellte Vermögensberater“ und Fälle des Anwaltes Kai Behrens, der Vermögensberater im Streit mit der DVAG vertritt.

Unbefangener Nachwuchs gesucht
Deswegen wundert es mich nicht, dass die DVAG derzeit mit dem Fußballtrainer Jürgen Klopp, um Vermögensberater-Nachwuchs wirbt. Die jungen Leute können völlig unbefangen an die Sache ran gehen. Ihnen fehlen ja einige Erfahrungen aus der Vergangenheit. Negative Kundenerlebnisse wiederum hemmen die Vertriebsstärke erfahrener Vermögensberater, sofern sie zu Empathie fähig sind.

Viele Grüße,
V. F. Alle

 

Rückblende für neue Leser
Wie ich bereits berichtete hatte mich mein DVAG-Berater in die Fonds SEB Immoinvest, DWS Immoflex (ist am SEB Immoinvest beteiligt) sowie u.a. die Rente Pur hinein beraten, obwohl ich stets deutlich gemacht hatte, dass mein vorrangiges Ziel darin besteht meine damals ebenfalls über die DVAG laufenden Hausdarlehen abzulösen. Als die Vertragslaufzeit der Darlehen 2012 auslief, waren diese Gelder aber durch Fondsschließungen und die vertraglichen Besonderheiten der Rente Pur (Rürup-Rente) nicht verfügbar.
Für neue Darlehens-Verträge verlangte mein DVAG-Berater 2012 erneut Angaben zu meinem Haus, als Sicherheit für die Bank. Das zeigte mir, dass nicht einmal die Banken meinen von der DVAG massiv vertriebenen Geldanlagen trauten.

Ein Jahr zuvor (2011) hatte mein Berater noch versucht, mir zusätzliche Darlehen zu vermitteln, weil ich ja 2012 mein Haus abbezahlt haben würde. Das frei werdende Geld könne ich in den Ausbau stecken. Zuvor war allerdings der Plan, dass ich das Geld, was ich durch den Wegfall der Hausdarlehen spare, in die Altersvorsorge mit Riester- und Rürup-Rente (RentePur) stecke.

Auch eine private Krankenzusatzversicherung hat mir mein DVAG-Berater in der Zeit angeboten. Heute weiß ich, dass der Krankenversicherer Central (ebenfalls eine Generali-Tochter) 2011 ihren Vertrieb auf die DVAG-übertrug.

Inzwischen sehe ich einiges deutlicher. Ich möchte hoffen, dass andere nicht so lange brauchen wie ich.

Anleihenmanager warnt: Politik der Notenbanker bremst Realwirtschaft

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Bei „finanzen100.de“ habe ich in den vergangenen Tagen einen Beitrag vom 23.8. 2016 gefunden, der jeden Sparer interessieren sollte. Der Titel lautet : Bill Gross warnt „Null- und Strafzinsen zerstören den Motor der Realwirtschaft“ (Siehe: http://www.finanzen100.de/finanznachrichten/wirtschaft/bill-gross-warnt-null-und-strafzinsen-zerstoeren-den-motor-der-realwirtschaft_H894064606_313397/)
Im Artikel erklärt Bill Gross, einer berühmtesten Anleihenmanager der Welt, warum die aktuelle Politik der Notenbanker verheerende Folgen für Banken und Versicherungen und somit auch für deren Kunden hat.
In dem Beitrag wird das mit einem Beispiel aus der Automobilbranche deutlich gemacht:

> Ein freundlicher Automechaniker sagt in einem Werbespott für einen Motorfilter: „Sie können jetzt bezahlen, …“ Darauf ergänzt ein mit einer teuren Motorreparatur beschäftigter Kollege: „… oder mich später bezahlen.“<<

Damit soll deutlich gemacht werden, wie sich die Gesamtkosten durch eine einzige Fehlentscheidung vervielfachen können. Gross berichtet dazu:

„Schmutziges Öl und künstlich nach oben getriebene Finanzmärkte haben viel gemeinsam. Beide können irgendwann den Motor zerstören – im Falle der Notenbanker ist es der Motor der Realwirtschaft, der in Gefahr ist.

Nach seiner Einschätzung sind Null- und Strafzinsen der Notenbanker schädlich für die Realwirtschaft. Es werde nicht ausreichend berücksichtig, dass die Produktivität – ein typischer Indikator für den Wohlstand von Industriestaaten – sich seit Jahren schlecht entwickle und sogar rückläufig sei. Als konkrete Beispiele nennt er die USA und Japan.

Strafzinsen, die eigentlich mehr Geld für die Wirtschaft in Umlauf bringen sollten, führten nun dazu, dass Geschäftsmodelle von Banken und Versicherungen ins Wanken gerieten.

Der Autor des Finanzen100.de-Beitrags, Egmond Haidt, fasst im Bezug auf Banken und Versicherungen zusammen: „Die Gewinne dieser Unternehmen werden beeinträchtigt werden und damit die Realwirtschaft. Arbeitsplatzabbau, höhere Versicherungsprämien, sinkende Pensionszahlungen und zunehmende Ausfälle: Sie alle bergen das Risiko, zu einem Zyklus der Stagnation und Verfalls zu führen.“

Während die Notenbanken laut Gross die notwendigen Reformen ebenso wie die Kunden lieber aufschieben, hält er eine neue Geldpolitik dagegen für ebenso notwendig, wie den rechtzeitigen Wechsel des Ölfilters.

Als Sparer, der gerade sehr unschöne Zeiten erlebt, kann ich Gross allerdings nur zustimmen. Seit Jahren weise ich meine Finanzdienstleister und auch deutsche Politiker auf Systemfehler hin. Der Erfolg hielt sich bisher in Grenzen. Es wird weitergemacht wie bisher.

Viele Grüße,
V.F. Alle

Das Zukunftsforum 2016 und die Paralellen zum AWD-Erfolgskongress 2008

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Bei genauer Betrachtung gibt es Parallelen zwischen dem DVAG-Zukunftsforum 2016 und dem AWD-Erfolgskongress 2008 in Düsseldorf. Der Kongress des Finanzvertriebs AWD richtete sich „an Personen aus allen Branchen, die im Leben erfolgreicher werden wollten“ – unabhängig davon ob dies junge Berufseinsteiger oder erfahrene Profis waren.
Die damalige Nummer Eins Der Finanzvertrieb hatte Ende 2008 unter Führung von Carsten Maschmeyer zahlreiche Menschen mit Prominenten aus Politik, Sport und Unterhaltung sowie Managementtrainern nach Düsseldorf gelockt. Prominentester Redner war der ehemalige US-Präsident Bill Clinton, in dessen Heimat zwei Monate zuvor die Investmentbank Lehmann Brothers Konkurs angemeldet hatte und die globale Finanzkrise ihren Lauf nahm.
Ein weiterer bekannter Redner war der damalige Chef der Wirtschaftsweisen, Bert Rürup.

Obwohl die Veranstaltung ausverkauft und damit ein Erfolg war, brachte das Maschmeyers Marke AWD keinen langfristigen Erfolg. Das Unternehmen wurde von Maschmeyer den den Schweizer Konzern Swiss Life verkauft. 2013 wurde die AWD Holding zur Swiss Life Deutschland Holding.
Maschmeyer zog sich bereits im Jahr 2009 zog sich aus dem operativen Geschäft der AWD zurück. 2010 gründeten Maschmeyer und Rürup die MaschmeyerRürupAG um das Konzept der Riester Rürup-Rente weltweit zu vertreiben.
Seitdem beschäftigen sich Journalisten intensiv mit dem Netzwerk von Carsten Maschmeyer, zu dem unter anderem Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) gehörte.

Bis auf den Abstieg der AWD sehe ich ziemlich viele Parallelen zu den Entwicklungen bei meinem Finanzdienstleister DVAG.

Das Konzept für den Zukunftskongress ist also schon alt. Und die Interessenten des Kongresses sollte die Anwesenheit von Zukunftsforschern und Motivationstrainern nicht über diese Parallelen hinweg täuschen lassen. Es geht weiterhin vorrangig um Vertrieb und nicht um Beratung obwohl das der Begriff Vermögensberatung suggeriert.

Ob das die Zukunft ist? Zweifel halte ich durchaus für angebracht.
Für Honorarberater, die nach der Finanzkrise nach Vorstellung führender Politiker für eine unabhängigere Beratung sorgen sollten, dürfte das wie ein Schlag ins Gesicht sein.

 

Viele Grüße,

V. F. Alle

 

P.S.: Die DVAG und der mit ihr eng verbundene Generalikonzern haben zum Thema Honorarberatung eine andere Meinung. Im Geschäftsbericht der Generali Lebensversicherungen 2015 heißt es dazu:
„Verschärft durch das Lebensversicherungsreformgesetz (LVRG) werden immer wieder Forderungen nach einer Begrenzung der Vermittlerprovisionen laut. Ein solcher Schritt stellt aus unserer Sicht eine Gefährdung der Beratungskapazität und -qualität des Vertriebs dar. Auch der GDV vertritt die Position, dass viele Menschen sich ausschließlich aufgrund der aktiven Ansprache durch Versicherungsvermittler mit ihrer Risikoabsicherung und Altersvorsorge auseinandersetzen. Die einseitige Ausrichtung auf Honorarmodelle würde zu einer Unterversorgung der Bevölkerung beim Versicherungsschutz führen, was sozialpolitisch weder gewollt noch vertretbar sein kann. Darüber hinaus würden Einschnitte in die gewachsenen Vertriebsstrukturen die Existenzgrundlage zahlreicher Vermittler bedrohen. Darum engagiert sich die Generali in Deutschland weiterhin für den grundsätzlichen Erhalt des Provisionsmodells und damit eine faire Entlohnung der beratenden Vertriebskräfte.“

Für mich zeigt das die Abhängigkeit der Versicherer von derartigen Vertriebsstrukturen. Durch die gegenseitige Abhängigkeit von DVAG und Generali (siehe auch nächsten Beitrag) sehe die Erhaltung des Provisionssystems nicht als Qualitätssichernde Maßnahme, sondern als Mittel um noch mehr Menschen private Altersvorsorgen zu beraten. Dabei ist längst bekannt, dass viele dieser Produkte nicht erfüllen, was den Kunden versprochen wurde.  An der Stelle wäre es sinnvoll nach einem komplett neuen Ansatz zu suchen, anstatt noch mehr Geld in das System zu pumpen.

SEB Immoinvest schüttet aus – Hoffnung für Anleger schwindet

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Zum insgesamt zehnten Mal hat der SEB Immoinvest am 1. Juli 2016 Geld an die Anleger ausgeschüttet. Anleger bekamen 1,50 € pro Anteil. Insgesamt wurden 174, 8 Mio. € an die Anleger ausgeschüttet. Damit wurden seit der Schließung 24,35 € pro Anteil ausgezahlt.

Zum Vergleich: Der Wert des Fonds lag bei Beginn der Abwicklung (Ende April 2012 bei 51,26 € nachdem die Fondsgesellschaft den Wert bereits um 5 Prozent reduziert hatte.
Der aktuelle Kurs für einen Verkauf an der Börse liegt bei etwa 15,50 €, gegenüber 24,94 €, die aktuell von der Fondsverwaltung angegeben werden.

Bis zum 30. April 2017 läuft nun noch die insgesamt fünf Jahre dauerende Frist der Auflösung. Dann endet das Verwaltungsmandat.

Wenn dann nicht alle Immobilien verkauft sind gilt folgendes:

„Für den Fall, dass nicht alle Immobilien aus dem global diversifizierten Portfolio veräußert worden sind, wird die Depotbank die weitere Auflösung übernehmen und im Interesse aller Anleger bestmöglich begleiten.“
Quelle: http://www.savillsim-publikumsfonds.de/de/fragen-und-antworten/

Was immer das auch heißen mag.

Natur-Distel
Wenigstens die Natur blüht auf: Anleger des SEB Immoinvest sollten sich an anderen Dingen erfreuen. Mir gefällt z.B. die frisch aufgeblühte Distel, das Nationalsymbol Schottlands. Foto: V. F. Alle

In Euro am Sonntag (vom 21.5.2016) zeichnet der Journalist Christoph Platt ein düsteres Bild für die Anleger. Er berichtet dort über eine aktuelle Studie von Drescher & Cie. Immo Consult zu den derzeit in Abwicklung befindlichen Immobilienfonds. Dabei schneidet der SEB immoinvest sehr schlecht ab.

Quelle: http://www.finanzen.net/nachricht/fonds/Euro-am-Sonntag-Tod-auf-Raten-Welche-Immo-Fonds-abgewickelt-werden-4883378

Im Beitrag heißt es:

„18 Immobilienfonds, die Hälfte davon für Privatanleger, werden momentan liquidiert und müssen sämtliche Objekte veräußern. Wer in diesen Produkten investiert ist, kann seine Anteile nicht an die Fondsgesellschaften zurückgeben. Er hat nur die Wahl, seinem Fonds langsam beim Sterben zuzusehen oder seine Anteile mit hohem Abschlag an der Börse zu verkaufen.“

und

„Von den Publikumsfonds schnitt der KanAm grundinvest am besten ab: Etwas mehr als 30 Prozent seines Portfolios bescheinigt die Studie eine gute Qualität. Beim zweitplatzierten Publikumsfonds, dem CS Euroreal, liegt der Anteil der mit „gut“ bewerteten Gebäude nur noch bei rund 17 Prozent. Noch etwas schlechter schneiden der Catella Focus Nordic Cities und der SEB ImmoInvest ab.“

SEB-Wertentwicklung2016
Mehr als 15% Minus seit 2011: So bewertet finanzen.net die bisherige Wertentwicklung des SEB Immoinvest.

Es sieht also schlecht aus für die Anleger, die (wie ich) in der Vergangenheit auf die optimistischen Aussagen ihrer Berater vertraut hatten.

Für mich kommt hinzu, dass mir mein DVAG-Berater 2009 Anteile des DWS Immoflex (deutsche Bank) als gute Alternative verkauft hatte. Weil er mir damals (und bis heute) keine Fondsprospekte aushändigen konnte (angeblich, weil er in der Zeit so viele Abschlüsse für den Fonds getätigt hatte), merkte ich erst später, dass der Fonds als Dachfonds zu 20% am SEB Immoinvest beteiligt ist.
Das bedeutet für mich, dass es neben dem Ausgabeaufschlag, den ich damals gezahlt habe, für mich auch dort weitere Verluste gibt. Dazu kommt, dass sich die Deutsche Bank die Fondsverwaltung weiterhin gnadenlos bezahlen lässt. Sie hat mir gerade wieder Geld abgebucht. Dumm, dass ich aus dem Fonds nur raus komme, wenn ich die Anteile an der Börse verkaufe.

Von dem Berater habe ich schon seit Jahren nichts mehr gehört und auch die DVAG hat sich nicht mehr persönlichen bei mir gemeldet.

Derzeit wirbt Deutsche Vermögensberatung AG (DVAG) mit ihrem neuen Werbepartner Jürgen Klopp so aktiv wie schon lange nicht mehr.
Der Slogan lautet: Vermögensaufbau für jeden!

Für mich ist das vor dem Hintergrund der Entwicklung des SEB Immoinvest Verbrauchertäuschung. Mich wundert es, dass die DVAG weiter damit werben darf.
Ein Deutscher Autohersteller wurde dagegen kürzlich von der Deutschen Umwelthilfe gezwungen, zweifelhafte Aussagen zur Umweltfreundlichkeit eines Dieselfahrzeuges aus den Werbeprospekten zu streichen.

Bei der DVAG handelt es sich allerdings nicht um eine einfache Werbeaussage, sondern um den Marketing-Claim, also die Kernbotschaft des Finanzdienstleisters.

Was das bedeutet kann sich jeder selbst ausrechnen.
Ich hatte die DVAG-Führung bereits 2012 mehrfach auf diesbezügliche Risiken hingewiesen. Da keine Reaktion erfolgte und auch die Medien kein Interesse daran hatten, habe ich 2013 diesen Blog begonnen. Mir war damals bereits klar, dass das Mangement sich nicht an sein eigenes Unternehmensleitbild hält und nicht „übermotivierte“ Vermögensberater die Hauptverantwortung tragen, wie es gerne dargestellt wird.

Viele Grüße,
V. F. Alle