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Danke für die Anteilnahme

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Allen, die durch den Aufruf meiner Artikel und ihre Kommentare ihre Anteilnahme an meinem Fall gezeigt haben, möchte ich heute danken.

Tatsächlich habe ich mich – wie viele andere auch – bereits mit den finanziellen Verlusten abgefunden. Im Gegensatz zu machen anderen DVAG-Kunden bin ich trotzdem finanziell noch in einer Komfortzone.

Womit ich mich jedoch nicht abfinden möchte, ist die Ignoranz des DVAG-Managements sowie einiger hochrangiger Politiker.
Obwohl sich immer mehr Kunden inzwischen selbst helfen, wirbt die DVAG bis heute unter dem Begriff „Gesellschaftliche Verantwortung“ damit, Kunden „helfen“ zu wollen. Auf den von mir 2012 erlebten Widerspruch hatte ich Reinfried Pohl sowie das DVAG-Management bereits damals hingewiesen. Dennoch hält das Unternehmen bis heute an der Werbebotschaft fest.

dvag-verantwortung2017
Ist das noch gesellschaftliche Verantwortung? Obwohl sich immer mehr DVAG-Kunden selbst helfen müssen, weil ihre Vermögensberater keine Lösungen mehr für zuvor fleissig durch die DVAG vertriebene Produkte haben, wirbt der Finanzvertrieb weiter damit, Menschen zu „unterstützen“.

Einzelne mögen diese Täuschung vielleicht auch noch verkraften. Ich frage mich nur, wie viel Täuschung unsere Gesellschaft noch aushält.

Zu Beginn meiner Recherchen schrieb mir ein Leser, dass Pohls DVAG schlimmer sei als Maschmeyers AWD. In der Tat musste ich in den vergangenen Jahren feststellen, dass die DVAG mehr Erfolg mit dem Aufbau ihres politischen Netzwerkes hatte. Ebenso musste ich feststellen, dass viele hochrangige Politiker nicht erkennen, was da mit ihrer Unterstützung läuft.
Siehe meinen Beitrag: https://vfalle.wordpress.com/2015/12/23/vertrauen-und-verantwortung-teil-2-wer-hat-hier-was-falsch-verstanden/

 

Nachweislich zeigte sich die deutsche Politik bereits beim Thema Dieselabgase blind. Ähnlich sieht es für mich inzwischen beim Thema Finanzvertrieb aus.

Interessant finde ich, dass die Abgasthematik in Deutschland und Europa erst ernsthaft hinterfragt wird, seitdem ein großer deutscher Hersteller in den USA wegen seiner Täuschungsmanöver angeklagt wurde. Wollen wir wieder auf die „Hilfe“ aus den USA warten?
Die meisten ausländischen Aufrufe meines Blogs kommen seit 2016 übrigens nicht mehr aus dem deutschsprachigen Österreich, sondern aus den USA. Bisher habe ich keine Erklärung dafür.

 

Beste Grüße,
V. F. Alle

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Dumm gelaufen

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Jetzt hatte ich Ende 2016 die Gelegenheit genutzt und einen größeren Teil der Ausschüttung des DWS Immoflex von der Deutschen Bank abgehoben. Leider hatte ich vergessen, dass sich die Bank das Depot weiterhin bezahlen lässt. Nach Abzug der Depotkosten ist das Konto dort nun im Minus.Das werde ich wohl ausgleichen müssen.

Meine Anfrage vom 25.8.2016 (zur Vorgangsnummer 13-1860 der Deutschen Bank)  wollte der Finanzdienstleister dagegen bis heute nicht ernsthaft beantworten.  Darin hatte ich unter anderem gefragt:

Sie sehen mein Problem mit der DVAG also nicht als Problem der Deutschen Bank?
Sie möchten auch nicht hinterfragen, warum die DVAG 2009 Kunden aus dem SEB Immoinvest in den DWS Immoflex  hinein beraten hat?

So fühle ich mich also jetzt dazu verpflichtet, das Minus auf meinem Deutsche-Bank-Konto auszugleichen – auch um keine negative Schufabewertung zu bekommen. Von meinen „Dienstleistern“ wünsche ich mir weiterhin mehr Einsatz für meine Bedürfnisse. Statt dessen habe ich immer mehr den Eindruck, dass meine Dienstleister sich zwar gegenseitig verpflichte fühlen, aber nicht unbedingt den Kunden.

 

Viele Grüße

V. F. Alle

Zeit für etwas Neues

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In diesem Blog möchte ich weiterhin hauptsächlich Erkenntnisse zu meinen Erfahrungen mit meinen Finanzdienstleistern veröffentlichen.
Für weitere Themen habe ich schon vor einiger Zeit den Blog „Menschennetz“ (menschennetz.wordpress.com) angelegt. Diesen möchte ich künftig gerne mit Inhalten über Menschen und die Digitalisierung unserer Gesellschaft füllen. Dort werde ich auch auf Beiträge anderer Blogger verweisen. Das werden Beiträge sein, die mir besonders gefallen oder die mir diskussionswürdig erscheinen.

Ich danke allen Lesern des vfalle-Blogs, unabhängig davon, ob sie eine Nachricht hinterlassen haben oder nicht.

Viele Grüße,
V. F. Alle

Durch das „soziale Netz“ gefallen

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Im ARD-Morganmagazin lief heute eine Reportage über die steiegenden Mietpreise in San Francisco. Grund dafür sind die vielen gut bezahlten Mitarbeiter aus dem Silicon Valley.

Zwar spendeten Unternehmen wie Google oder Uber regelmäßig Geld für soziale Zwecke, heißt es in dem Beitrag, dafür erhielten diese Unternehmen aber auch erhebliche steuerliche Vorteile und revanchierten sich durch Parteispenden.

http://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/morgenmagazin/reportagen/moma-reporter-obdachlos-in-San-Francisco-100.html

Da braut sich etwas zusammen.
Im Prinzip führen die erfolgreichen Internet-Unternehmen das fort, was sie an starken Monopolisten aus der Finanzbranche und der Industrie früher kritisiert hatten. Der soziale Gedanke, der das Internet zunächst groß gemacht hat, geht Schritt für Schritt verloren.

Scheinbar gehen auch die Werte der Gründer verloren, wenn das große Geld und die Macht winken. Den Großinvestoren kann das nur Recht sein. Die Rendite ist besser als bei Banken. Nur von einer sozialen Marktwirtschaft kann dann keine Rede mehr sein.

DVAG veranstaltet Zukunftsforum 2016 in Leipzig

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Bei der Deutschen Vermögensberatung AG (DVAG) geht es zum die Zukunft der Finanzberatung – und das ist gut so. Im Spetember veranstaltet der Finanzdienstleister dazu in Leipzig ein Zukunftsforum mit hochkarätigen Rednern und einem aus dem Fernsehen bekannten Moderator.

Um Fehler aus der Vergangenheit zu vermeiden, ist es allerdings wichtig, die Erkenntnisse aus der Vergangenheit nicht zu ignorieren. Deshalb halte ich es für notwendig, dass dort auch über den SEB Immoinvest gesprochen wird – und über die Folgen für die Bestandskunden, denen der  Immobilenfonds in unterschiedlicher Form (SEB Immoinvest, DWS Immoflex oder einer fondsgebundenen Versicherung) von der DVAG und ihren Vermögensberatern vermittelt wurde.

Denn da geht es um die finanzielle Zukunft der DVAG-Kunden und nicht nur um einen optimierten Vertrieb.

Mit freundlichen Grüßen,

V. F. Alle

 

Neujahrsansprache: Nicht nur auf die „Freunde“ hören . . . oder . . . Wird der SEB Immoinvest zum DVAG-Problem?

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„Ich sage vor allem ein Wort: Danke“, zitiert die Bild-Zeitung die Bundeskanzlerin aus ihrer Neujahrsansprache am 31.12.2015.
„Merkel fürchtet Spaltung Deutschlands“ titelte Spiegel-Online zur Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin. Sie appellierte daher in der Rede für den Zusammenhalt in der Gesellschaft.
„Unsere Werte, unsere Traditionen, unser Rechtsverständnis, unsere Sprache, unsere Gesetze, unsere Regeln sind die Grundvoraussetzung für ein gutes, ein von gegenseitigem Respekt geprägtes Zusammenleben aller“, sagte Bundeskanzlerin Merkel.

Weitgehend kann ich den Aussagen der Bundeskanzlerin zustimmen. Nur was die Werte angeht, möchte ich bitten, dass sie die Werte ihrer politischen „Freunde“ mal mit den Werten der Bundesbürger abgleicht.

 

Die Bundeskanzlerin sagte in Ihrer Neujahrsansprache 2015 auch: „Es kommt darauf an, dass wir immer auch den Argumenten des anderen zuhören, auch wenn er Sorgen und Chancen anders gewichtet, als man selbst es tut.“

Ich nehme Sie beim Wort Frau Bundeskanzlerin. Vielleicht möchten Sie sich ja 2016 mal anhören, was ich und andere zu ihren Freunden von der DVAG zu sagen haben.

 

Hier sind meine Gedanken zum Jahreswechsel:

Inzwischen sind es die Beiträge über den SEB Immoinvest, die in meinem Blog am eifrigsten gelesen werden. Mittlerweile taucht der vfalle-Blog in Suchmaschinen bei den Suchbegriffen „DVAG + SEB Immoinvest“ neben Anwaltsseiten ganz weit vorne auf. Ich danke meinen Lesern dafür.

Das war nicht immer so. 2012 wiesen nur wenige Anwaltsseiten auf die Probleme des von der DVAG als sichere Anlage vertriebenen SEB Immoinvest hin. Als ich 2013 mit dem Blog begann kamen die meisten Leser über das Forum „Geprellte Vermögensberater“. Beliebtester Beitrag in der Zeit war ein Text in dem ich den Eindruck schilderte, dass es meinem Berater schlechter geht als mir. Ich bekam damals auch einige Hinweise, die ich zu dem Zeitpunkt noch nicht richtig einordnen konnte.

Bereits im Jahr 2012 hatte die DVAG laut Handelsvertreter-Blog mit einem Beratungsleitfaden vorgebaut, mit dem Kunden zunächst beruhigt wurden. http://www.handelsvertreter-blog.de/2012/05/09/vermogensberater-erhalten-leitfaden-zum-immoinvest/
Autor des Blogs ist ein Anwalt, der Vermögensberater im Streit mit der DVAG vertritt. Daher kam ich zwischenzeitlich zu dem Ergebnis, dass kritische (Ex-) Vermögensberater zwar schon alarmiert waren, die meisten Kunden sich in den Jahren 2012 und 2013 aber noch gut beraten fühlten.

bdv-Vermoegensberater

Während ein ehemaliger Kanzleramtschef (CDU) und DVAG-Aufsichtsrat fleißig Kontakte zu aktuellen Regierungspolitikern pflegt, bangen DVAG-Kunden um einen Teil ihrer Ersparnisse. Wer 2015 über die Verhältnisse in Griechenland geschimpft hat, der sollte sich mal ansehen, was in der Bundesrepublik Deutschland inzwischen passiert.
Foto: http://www.bdv.de / Homepage des Bundesverband Deutscher Vermögensberater

Mir selbst war bereits aufgefallen, dass mir der SEB Immoinvest von meinem DVAG-Berater in unterschiedlichen Formen vermittelt wurde – und zwar direkt in Form von SEB-Immoinvest-Anteilen sowie über den DWS Immoflex von DVAG-Partner Deutsche Bank (die sich bei der DVAG mit DWS-Anteilen bedankte) und darüber hinaus in Form einer fondsgebundenenen Versicherung des DVAG-Partners Aachen Münchener.
Wer heute nach DVAG + SEB Immoinvest sucht, der findet weitere Hinweise, wie DVAG-Kunden auf unterschiedlichen Wegen in den Immobilienfonds beraten würden.
Beispiele sind Michael66 (http://www.geprellte-vermoegensberater.org/viewtopic.php?f=8&t=335&sid=7bab6442bbc0001e29ca83a1943cf70f) und der Anwalt Dr. Thomas Storch aus Berlin. Im Fall von Rechtsanwalt Storch ging es darum, dass die DVAG den Immobilienfonds „Allianz Flexi Immo C“ für die Allianz Global Investors Europe GmbH aus Frankfurt exklusiv vertrieben hat, der ebenfalls Anteile des SEB Immoinvest beinhaltete.
Goldman Morgenstern & Partners aus NewYork schreibt dazu auf seiner deutschsprachigen Homepage (http://www.gomopa.net/Pressemitteilungen.html?id=1355):

„Die DVAG verkaufte bis zur Aussetzung der Ausgabe und Rücknahme von Anteilen, also dem Einfrieren des Fonds wegen massiver Liquiditätsprobleme, am 18. April 2012 genau 465.493 Anteile mit einem Fondsvermögen von 133,2 Millionen Euro und kassiert dafür weiterhin jedes Jahr eine separate Vertriebsgebühr (sie nennt sich seit dem 1. Juli 2013 Pauschalvergütung) von 1,34 Prozent.“

Jetzt wird mir auch klar, warum mich ein Informant auf die enge Beziehung zwischen dem DVAG-Management und der Fondsmanagerin des SEB Immoinvest hingewiesen hatte.
Das deutet für mich darauf hin, dass nicht einzelne Vermögensberater etwas falsch verstanden hatten, sondern es einen generellen Systemfehler im Allfinanzkonzept der DVAG gibt. Denn: Wie können mit einer begrenzten Anzahl von Produkten die individuellen Bedürfnisse von rund 6 Millionen Kunden erfüllt werden und gleichzeitig regelmäßig (auch gegen den Markttrend) Umsatzzuwächse erzielen werden? Das geht wohl nur indem dir Produkte immer wieder neu verpackt werden.

Während Kunden, die direkt in entsprechende von der DVAG vermittelte Immobilienfonds investiert haben, die Schwierigkeiten seit 2012  bereits spüren, ist das bei Versicherungskunden anders. In deren Verträgen stehen meist optimistische Entwicklungsprognosen. Die Realität wurde mir klar, als ich Versicherungsverträge bei der Aachen Münchener Versicherung (DVAG-Exklusivpartner) kündigte und mir das Unternehmen im Vorfeld nicht genau sagen konnte, was ich in dem Fall wirklich raus bekomme.

Dass die DVAG das bisher unbeschadet überstanden hat, mag auch daran liegen, dass der Unternehmensgründer Prof. Dr. Reinfried Pohl ein echter Fuchs war – und das nicht nur durch seine hervorragenden politischen Kontakte.
Obwohl Anwälte manchmal mit Sammelklagen gegen das Unternehmen werben, werden die Klagen nach meiner Kenntnis immer als in Einzelfallentscheidungen von Gerichten abgeurteilt. In der Regel wird auch nicht „die DVAG“ angeklagt, sondern der DVAG-Berater. Mein Berater machte mir z.B. klar, dass ich ihn verklagen müsse und er dann „dicht machen“ würde. Es hängt also jeweils von Anwälten und Richtern ab, wie im Einzelfall geurteilt wird. Deshalb kann die DVAG bei Problemen rein formal von „Einzelfällen“ sprechen.
Die Strategie der Vereinzelung ist übrigens eine alte Kriegstaktik. So konnte z.B. Arminus in der Varusschlacht (9 n. Chr.) die zahlenmäßig überlegenen Römer zunächst schwächen und schließlich besiegen.

Nur: Wie viele Einzelfälle ergeben ein handfestes Problem?

Im Übrigen ist es auch üblich, dass DVAG-Mitarbeiter gerne in eigene Produkte investieren, um durch die Vermittlung sowohl bei der DVAG-Zentrale Punkte zu sammeln und gleichzeitig die Provision dafür zu bekommen. Bei meinem Berater hatte ich nicht den Eindruck, dass er den Wissensvorsprung bei Bekanntwerden der bevorstehenden Fondsschließungen (in meinem Fall: SEB Immoinvest und DWS Immoflex) für sich genutzt hat. Allerdings habe ich Hinweise erhalten, dass das bei einzelnen Direktionsleitern durchaus der Fall gewesen sein soll. Das ließe sich sicher noch durch die Überprüfung entsprechender Verkaufsorder nachvollziehen.

Es bleibt also noch einiges zu tun bis April 2017. Vielleicht bin ich ja doch nicht der Einzige, der hier einen größeren Zusammenhang sieht? Der Dezember 2015 war zumindest trotz Feiertagen und Ferien der zweitbeste Monat in meiner gesamten bisherigen Blogstatistik.

In diesem Sinne wünsche ich meinen Leseinnen und Lesern alles Gute für 2016
V. F. Alle

 

Einspruch! Wie der Faden eines Wollpullovers

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Zu Beginn meiner Recherchen hatte ich mit Kollegen über Chancen einer juristischen Auseinandersetzung mit meinem Dienstleister Deutsche Vermögensberatung (DVAG) diskutiert. Insbesondere die Vernetzung der DVAG mit hochrangigen Juristen und Politikern sowie die Unterstützung eines Lehrstuhls für Rechtswissenschaften in Marburg ließen mich daran zweifeln. Ein Kollege von mir mochte das nicht so kritisch sehen. Richter würden schon unabhängig entscheiden.
Ausgerechnet ein Buch des ehemaligen Politikers Norbert Blüm lässt meine Zweifel nun wieder aufleben.

Im kürzlich erschienen Buch „Einspruch“ beschreibt er seine Erfahrungen mit der „dritten Gewalt“ in unserem Staatssystem und seine Zweifel an der Unabhängigkeit von Juristen. Er schildert zudem einen Effekt, der mir sehr bekannt vor kommt: Je mehr er sich mit dem Thema beschäftigte, umso schlimmer erschienen ihm die Zusammenhänge. Blüm vergleicht das mit dem Faden eines Baumwollpullovers an dem jemand zieht.

Einspruch! Norbert Blüm kritisiert die "Dritte Gewalt". Das Buch ist 2014 im Westend Verlag, Frankfurt/Main, erscheinen.
Einspruch! Norbert Blüm kritisiert die „Dritte Gewalt“. Das Buch ist 2014 im Westend Verlag, Frankfurt/Main, erscheinen.

Das Buch hatte ich zufällig Anfang des Jahres in einem Laden eines Klosters gefunden.

Sympathisch finde ich, dass der ehemalige Werkzeugmacher klar stellt, ein Anfänger in dem Bereich der Rechtswissenschaften zu sein. Er bezeichnet sich sogar als Dilettant. Allerdings zitiert er dazu auch Goethe, der „Dilettanten als Liebhaber des Wichtigen“ bewundert haben soll.
Blüm definiert den Dilettant so: „Der Dilettant ist ein Mensch der den Wald sieht. Der Fachmann sieht vor allem die Bäume. Während die professionellen rechtskundigen, die Paragraphen und ihre Anwendungen studieren, versucht der Dilettant zu klären, welchen Sinn das Ganze hat.“

Auch ich sehe mich als DVAG-Kunde und Technikjournalist als Dilettant in Finanz- und Rechtsfragen. Auch ich habe, den Eindruck, dass sich die Fachleute zu wenig mit dem Gesamtbild ihres Handelns beschäftigen.

Der ehemalige Bundesarbeitsminister beschreibt an konkreten Beispielen, wie Kanzleien bei der Formulierung von Gesetztestexten mitarbeiten und damit einen Wissensvorsprung haben, um später Unternehmen zu beraten. Er schreibt darüber wie Gesetze schreibende Rechtsanwälte als Gutachter in Parlamentsausschüssen auftreten und vieles mehr.
Wie mehrfach geschrieben, habe ich nicht vor meinen Dienstleister zu verklagen. Mir ist es wichtiger meine Erkenntnisse für andere Menschen zu dokumentieren.
Andere wie der Drogerie-König Erwin Müller haben dagegen anscheinend kein Problem damit, ihren Dienstleister zu verklagen. Im Beitrag „Auf Kosten der Steuerzahler“ beschreibt die Süddeutsche Zeitung vom 13. Juli 2015 auf Seite 17, wir der Unternehmer dessen Filialen jährlich 4 Milliarden Euro erwirtschaften gegen seine Hausbank Sarasin klagt, die ihm Fonds mit Jahresrenditen von 40% versprochen hatte. Dem Unternehmer sei allerdings bewusst gewesen, dass dies nur durch „steuerliche Aggressivität“ möglich gewesen sei.

Vor dem Gesetzt sind alle gleich heißt es. Dennoch haben nicht alle die gleichen Chancen.

„Die Menschheit hat lange, lange Zeiten gebraucht und viele Mühen erduldet, um ‚Rechtsgleichheit‘ zu lernen, die aller Hierarchien relativierte“, schreibt Blüm.

Ich sage: Wir haben zwar noch demokratische Strukturen. Das bleibt aber nur so, wenn viele Menschen die Demokratie mitgestalten.

Viele Grüße,
V. F. Alle

Für die Leser, die sich fragen, was das mit meinem Dienstleister zu tun hat:
Mein Dienstleister pflegt beste Kontakte zur Politik. Er unterstützt einen Lehrstuhl für Rechtsfragen und wird seit einer Gesetzesänderung 2013 weder von der Finanzaufsicht noch vom örtlichen Ordnungsamt überwacht, sondern von der regionalen Industrie- und Handelskammer. Zufall?