Versicherung

DVAG feiert sich und Kunden kämpfen ums Geld

Gepostet am Aktualisiert am

Was für eine Woche! Während die Deutsche Vermögensberatung AG (DVAG) Ihre Geschäftserfolge und den Zugang von 2500 Generali-Vertrieblern feiert, kämpfen Kunden der DVAG weiter um Geld, welches sie durch den SEB Immoinvest verloren haben.

An der Stelle: Vielen Dank an meine Leser, die mir Hinweise auf Medienberichte liefern und ihre Erfahrungen mit der DVAG und dem SEB Immoinvest mit mir teilen.

Fakt ist: Die DVAG hatte 2017 wieder ein sehr gutes Geschäftsjahr und konnte ihre Umsätze auf rund 1,35 Mrd. € steigern. (siehe: https://www.versicherungsbote.de/id/4865087/DVAG-Konzernbericht/)

DVAG-GJ2017-kurz
So präsentiert die DVAG ihre Geschäftszahlen 2017 auf der Unternehmenshomepage. Die +36% im Neugeschäft beziehen sich nur auf den Investmentbereich. Das steht ja auch klein darunter. Insgesamt ist das Wachtum da nicht so groß.  Quelle: Homepage der DVAG

Fakt ist auch: Es kommen jetzt 2500 Vertriebsmitarbeiter von der Generali-Versicherung dazu. Die DVAG und Cash-Online sprechen von „Generali-Beratern“. (siehe: https://www.cash-online.de/versicherungen/2018/2-500-generali-berater-wechseln-zur-dvag/417480?utm_source=nl&utm_medium=email&utm_campaign=finanznews220318 )

Leider lässt sich aber auch nicht verleugnen, dass zahlreiche DVAG-Kunden mit dem Finanzvertrieb wegen des offenen Immobilienfonds SEB Immoinvest sowie dem DWS Immoflex gerade unruhige Zeiten erleben. Ein Leser meines Blogs informierte mich diese Woche über seine Erlebnisse.
Details zu dem Fall meines Lesers möchte ich hier nicht ohne Absprache veröffentlichen. Gleichzeitig möchte ich nochmals darauf hinweisen, dass ich es als gefährlichen Trend betrachte, wenn Banken und Versicherungen den Vertrieb an Finanzvertriebe abgeben, die nicht den gleichen Kontrollen durch die Banken- und Finanzaufsicht (BaFin) unterliegen wie die Banken und Versicherungen selbst.
Aus meinen eigenen Recherchen weiß ich, dass zwar Banken seit der letzten Finanzkrise stärker von der BaFin überwacht werden, Finanzvertriebe allerdings (nach Gesetzesänderungen) nicht mehr.
Banken und Versicherungen, können durch die Finanzvertriebe also einige Risiken los werden. Für die Finanzvertriebe ist das ein gutes Geschäft. Die Leidtragenden sind dabei die Kunden. Für sie ist es in diesem Geflecht schwer einen Verantwortlichen zu identifizieren, wenn ein Produkt nicht den Versprechen der „Berater“ gerecht wird.
Und die Gefahr steigt, dass andere DVAG- Kunden ähnliches erleben, wie diejenigen denen von ihren „Beratern“ der SEB Immoinvest sowie der DWS Immoflex vermittelt wurden. In Blick in den DVAG-Geschäftsbericht 2017 zeigt: Dass der Investmentbereich mit +36% das größte Wachstum aufweist, während das Geschäft mit den Lebensversicherungen zurück geht (-6,1%).

 

DVAG-GJ2017
Ehrlicher als die schöne Grafik zu den DVAG-Geschäftszahlen ist da die nüchterne Tabelle aus dem DVAG-Geschäftsbericht von 2017. Quelle: DVAG-Geschäftsbericht 2017

Viele Grüße,
V. F. Alle

Advertisements

Selbstzweifel durch Online-Berichte

Gepostet am

Bei der Recherche zu meinem letzten Beitrag bekam ich Selbstzweifel. Es ging um Berichte über die Hart-aber-fair-Sendung und die Versicherungsbranche. Sowohl Bild-Online als auch Focus-Online hatten mich mit ihren reißerischen Überschriften auf diese Sendung aufmerksam gemacht. Focus titelte: „Einen Garantiezins hat es nie gegeben – Was Lebensversicherer in der ARD gesteht ist eine Ohrfeige für gutgläubige Kunden“. Bei Bild klang das ähnlich.

Zwei Tage später war davon bei beiden Medien nichts mehr zu finden. Die auf Suchmaschinen und Leseraufmerksamkeit zugeschnittenen Beiträge waren plötzlich nicht mehr wieder zu finden oder völlig verändert. Statt des ursprünglichen Titels wurde nun mit Aussagen der ARD-Börsenexpertin Kohl aufgemacht. Auch ein von mir kopierter Link führte ins Leere.
https://www.focus.de/finanzen/versicherungen/einen-garantiezins-hat-es-nie-gegeben-was-lebensversicherer-in-der-ard-gesteht-ist-ohrfeige-fuer-gutglaeubige-kunden_id_8347832.html

Den ursprünglichen Focus-Bericht habe ich aber wieder gefunden. Das möchte ich hier gerne dokumentieren.

Focus-Hart-a-Fair
Der ausgetauschte Beitrag: Zwei Online-Medien hatten sehr reißerisch über Hart-aber-fair-Sendung   „Crash der Lebensversicherungen: Panikmache oder echte Gefahr?“ berichtet. Später wurden die Beiträge zu gunsten der Versicherungswirtschaft entschärft. Bei Google war der ursprügliche Link in einem Fall sogar noch zu finden. Außerdem wurde der Beitrag von dem internationalen Nachrichtenportal „The World News“ kopiert. Auf der Homepage des Nachrichtenmagazins ließt sich das längst anders.

Wem ähnliches passiert, der braucht also nicht unbedingt an sich zu zweifeln. Bei Online-Medien werden Inhalte aus unterschiedlichen Gründen schon einmal gelöscht bzw. verändert. Mir ist das jetzt mehrfach aufgefallen. Mal wurde in Verbindung mit einem Finanzsskandal ein Politiker namentlich bei Bild-Online genannt, der für eine Anlageform geworben hatte und mal hatte sich der DVAG-Gründer in einem langen Interview mit einer weiteren großen Deutschen Zeitung hatte beispielsweise DVAG-Gründer Reinfried Pohl sich für mein Gefühl erstaunlich offen  zu einem Fehler geäußert. Wenig später waren die entsprechenden Stellen in beiden Fällen nicht mehr im Netz zu finden. Später außerte sich zumindest der Politiker laut einer anderen Zeitung dazu, dass er sich selbst von dem Finanzunternehmen getäuscht fühlt und sein „Grußwort“ nicht als Werbung gesehen hatte.

Gut finde ich es deshalb, wenn Redaktionen nachträgliche Veränderungen in Beiträgen kenntlich machen. So wie es z.B. Spiegel-Online tut, wenn ein Text ergänzt wird oder fehlerhafte Passagen geändert werden.

 

Loben möchte ich im Zusammenhang mit der Hart-aber-fair-Sendung   „Crash der Lebensversicherungen: Panikmache oder echte Gefahr?“ den Beitrag der Rheinischen Post (rp-online) :
http://www.rp-online.de/panorama/fernsehen/hart-aber-fair-zur-lebensversicherung-alte-vertraege-rentieren-sich-aid-1.7340423
Er ist sehr seachlich geschrieben. Neben den Gerantiezinsen gibt es darin ein Beispiel, wie eine Kundin der Versicherung Generali dazu überreden sollte, „kostenlos“ auf ein anderes Produkt zu wechseln. ARD-Börsenexpertin Anja Kohl warnte in der Sendung davor und wurde in dem Beitrag wie folgt zitiert: „Dies könne bedeuten, dass der Versicherer die Versicherten aus alten Verträgen, die bessere Konditionen haben, herausdrängen wolle, etwa, weil sich manche Firmen komplett aus dem Geschäft mit Lebensversicherungen verabschieden wollen.“

An der Stelle möchte ich daran erinnern, dass der Generali-Vertrieb inzwischen von der DVAG übernommen wurde. Im nicht mehr erreichbaren Forum „Geprellte Vermögensberater“ wurden die Praktiken der Umdeckung auch bei der DVAG bereits vor längerer Zeit kritisiert. Und der Versicherungsbote titelte 2015: „DVAG gerät wegen der Umdeckung von Lebensversicherungen ins Zwielicht“  In dem Beitrag heißt es unter anderem, dass die Vermittler in dem Beispiel erneut die volle Provision kassieren.
Ich frage mich also, was nun mit dem Exklusiv-Vertrieb der Generali-Versicherungen durch die DVAG für die Kunden besser werden soll? Aber das nur am Rande.

Mein Tipp zum Schluss: Wer wichtige Online-Beiträge direkt dokumentiert, der braucht später nicht an seinem Erinnerungsvermögen zweifeln.

Viele Grüße,
V. F. Alle

Erfolgsstory Riester-Rente! Nur für wen?

Gepostet am Aktualisiert am

Auf seinem Facebook-Profil schreibt ein Vermögensberater von der DVAG:

Riesterrente – eine Erfolgsstory!

Die Riesterrente ist erst 15 Jahre jung.
Ende 2016 bestanden bereits über 16,5 Mio. Verträge.
Eine Erfolgsstory ohnegleichen!

Beim Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) klang das Anfang 2018 allerdings anders:

„ Von wenigen Ausnahmen abgesehen werden in Deutschland Riester-Versicherungsprodukte angeboten, die die Erwartungen der Politik an kosteneffiziente Angebote zur kapitalgedeckten Altersvorsorge nicht erfüllen.“

und

„Der Vergleich des vzbv zeigt, dass es kaum Angebote gibt, die günstiger sind als die Vorgabe des Alterssicherungsberichts. Im Extremfall sind die Kosten um das Fünffache höher als der Soll-Wert.“

Von den Verbraucherschützern werden insbesondere die hohen Vertriebs- und Verwaltungskosten kritisiert. Nach Informationen aus entsprechenden Produktdatenblättern hat die vzbv eine Auflistung erstellt, die die Kosten berücksichtig. Sie kann im Internet heruntergeladen werden.
https://www.vzbv.de/sites/default/files/downloads/2017/12/19/17-12-15_riester-versicherungen_zu_teuer_lg_mo.pdf

Produkte der von der DVAG vertriebenen Aachen Münchener sind darin nicht erhalten. Auf Nachfrage schrieb die vzbv:
„Die Untersuchung hatte nicht das Ziel eines umfassenden Produktvergleichs, sondern die Funktion, der Politik deutlich zu machen, dass Riester-Rentenversicherungen häufig erheblich teurer sind, als von der Politik gewünscht.“

Deshalb kommt hier ein Beispiel, von Vorsorgekampagne.de  :

AachenMünchener RiesterRente
STRATEGIE PLUS (5RG)
• Es fallen Abschlussprovisionen in Höhe von 1.666,30 € an, die in den ersten 10 Jahren fällig werden.
• Die jährlichen Verwaltungskosten sind mit 321,00 € p.a. sehr hoch.

Für die DVAG ist Riester auf jeden Fall ein Erfolg. So schrieb Fondsprofessionell:
http://www.fondsprofessionell.de/news/unternehmen/headline/dvag-macht-mit-riester-rendite-132609/

DVAG macht mit Riester Rendite
Die Deutsche Vermögensberatung hat 2016 erneut ein Rekordergebnis eingefahren. Die Basis für den Erfolg legten unter anderem die oft gescholtenen Riester-Produkte, einschließlich Wohn-Riester. Weiterer Wachstumsmotor sind und bleiben Fondspolicen.

In einer Pressemitteilung der DVAG, die von einigen Finanzportalen wie finanzen.net teilweise 1:1 übernommen wurde, berichtet der Vertrieb  warum sich die Riester-Rente ab dem Beitragsjahr 2018 noch mehr lohnt. Das Original ist hier zu finden: https://www.dvag.de/dvag/das-unternehmen/presse/servicemeldungen/riestern-lohnt-sich-jetzt-noch-mehr.html

Von den Kosten für die Verträge ist da allerdings keine Rede. Deshalb gebe ich gerne den Hinweis weiter, den ich vom Bundesverband der Verbraucherzentralen erhalten habe:

„Da auch auf der Website der Aachen Münchener kein Produktinformationsblatt zur Riester-Rente zu finden ist, empfehlen wir Ihnen, dieses direkt bei Ihrem Anbieter zu erfragen.
Sie können aber auch, wenn Sie wissen wollen, wie hoch die Kosten für Ihr Riesterprodukt sind, den Anbieternamen der Versicherung und die Zertifizierungsnummer in die Suchmaske im Internet eingeben und auf die dann angezeigten Suchergebnisse für den Anbieter gehen. Im Regelfall sind dann die Produktinformationsblätter leicht auffindbar. Die Information zu den Effektivkosten befindet sich auf der zweiten Seite oben rechts.“

 

Viele Grüße,
V. F. Alle

P.S. Besonders spannend finde ich es, wenn DVAG-Mitarbeiter bei Facebook suggerieren bessere Verbraucherschützer zu sein. Aber dazu im nächsten Beitrag mehr.

DWS Immoflex liquidiert: Geld zur Nr. 1?

Gepostet am Aktualisiert am

Welche eine Überraschung zum Jahresende! Nachdem ich bereits über die Verluste mit dem SEB Immoinvest berichtet hatte, kam nun zweimal Post von der Deutschen Bank bezüglich des DWS Immoflex. Der Fonds wurde mir (wie zuvor bereits der SEB Immoinvest) von meinem DVAG-Berater vermittelt, weil er 2009 angeblich für meine Bedürfnisse besser geeignet war als der SEB Immoinvest. (Wie bereits berichtet sollten daraus die Jahreszahlungen für diverse Versicherungsprodukte der Aachen Münchener bedient werden, die mir der DVAG-Vermögensberater für meine Altersvorsorge vermittelt hatte.)

DWS-Moma_20171221_074205
Damit warb die Fondsgesellschaft DWS – eine Tochter der Deutschen Bank – vorige Woche im ZDF-Morgenmagazin. Quelle: ZDF

 

Im ersten Schreiben teilte mir die Deutsche Bank mit, dass die Fondsverwaltung des DWS Immoflex nun zur Liquidation an die Depotbank übergeben wird.
Im zweiten Schreiben bezifferte die Deutsche Bank meinen Liquidationsverlust auf rund 18.100 Euro.

DWS-Verluste2017
So sieht meine Bilanz beim DWS-Immoflex Ende 2017 aus. Dabei dachte ich, meinem Vermögensberater ausreichend deutlich gemacht zu haben, lieber auf Zinsen verzichten zu wollen als Verluste hinzunehmen.

Dafür, dass kein Finanzdienstleister besser als die DVAG wusste, dass ich noch Darlehen zu tilgen hatte und bis heute mit „Vermögensaufbau für jeden“ wirbt, halte ich das für eine sehr schaurige Bilanz.

verm-f-Jeden
Ebenfalls im ZDF-/ARD-Morgenmagazin wirbt mein Finanzdienstleister DVAG mit „Vermögensaufbau für jeden!“ Quelle: ZDF

Am Rande möchte ich darauf hinweisen, dass die DVAG für ihre Vermittlungserfolge bei DWS-Produkte Anteile an der Deutsche-Bank-Tochter DWS erhalten hat. Kann es sein, dass die DVAG dabei die Bedürfnisse ihrer Kunden aus den Augen verloren hat?

DWS-WerbungZDF2017
Bis vor kurzem hatte sich die DWS noch mit diesem Werbespot über die Null-Zins-Thematik für einfache Sparkonten lustig gemacht. Null Zinsen sind allerdings besser als Verluste. Quelle: Youtube.com

Mehrfach hatte ich seit 2012 (Beginn der Abwicklung des SEB Immoinvest und Ende der Vertragslaufzeit meiner Darlehen) bei Politikern und Managern der beteiligten Finanzunternehmen auf meine Bedürfnisse hingewiesen. Im DVAG-Management mochte man sich bis heute nicht auf mein Kundenbedürfnis einlassen. Mir wurde statt dessen mitgeteilt, dass ich die Fonds doch wollte und die Risiken ja ordnungsgemäß in den Verkaufsprospekten (nicht mal in den Verträgen) standen.

Die Einschätzung einer hochrangigen Politikerin zum 85. Geburtstag des inzwischen verstorbenen DVAG-Gründers Reinfried Pohl erscheint mir damit leider falsch: „Sie und Ihre Familie haben ein gutes Stück der Geschichte der sozialen Marktwirtschaft mitgestaltet, denn Sie haben das Angebot von Allfinanzleistungen populär gemacht, Sicherung aus einer Hand, weil es um den Menschen geht und nicht um das Produkt.“
Das möchte ich gerne glauben. Kann es aber bis heute nicht erkennen. Meine Realität deutet auf das genaue Gegenteil hin.

Trotz allem möchte ich positiv ins neue Jahr blicken.
Allen meinen Lesern wünsche ich ein gesundes und glückliches Jahr 2018

V. F. Alle

DVAG soll Generali-Exklusiv-Vertrieb übernehmen

Gepostet am

Es wurde schon einige Zeit darüber spekuliert. In den vergangenen Tagen schossen die Suchanfragen zu DVAG und Generali in die Höhe. Nun liegen die Karten auf dem Tisch. Die DVAG soll den Exklusiv-Vertrieb der ohnehin eng mit ihr verbundenen Generali-Versicherung übernehmen.
Die DVAG spricht von einem „Meilenstein“ und ihrer „Erfolgsstory“.
https://www.dvag.de/dvag/das-unternehmen/presse/pressemitteilungen/dvag-uebernimmt-generali-exklusiv-vertrieb.html

Laut „Das Investment“ geht es für Generali Deutschland darum den „Anforderungen der modernen Zeit gerecht zu werden“.
http://www.dasinvestment.com/phase-2-des-umbaus-startet-dvag-uebernimmt-2018-exklusivvertrieb-der-generali/

Betriebswirtschaftlich scheint das für beide Unternehmen sinnvoll. Die Auswirkungen auf Kunden und Mitarbeiter bleiben allerdings abzuwarten.

 

Viele Grüße,

V. F. Alle

Wenn Lobbyisten gesellschaftliche Bedürfnisse aus den Augen verlieren

Gepostet am Aktualisiert am

Was passiert, wenn Lobbyisten die gesellschaftlichen Bedürfnisse aus den Augen verlieren, lässt sich gerade gut am Abgasskandal in der Automobilindustrie erkennen. Grenzwerte wurden lediglich auf dem Prüfstand erreicht. Für den Gesetzgeber reichte das. Außerdem hatten Kunden zuvor bereits jahrelang akzeptiert, dass Ihre Fahrzeuge in der Praxis mehr verbrauchten als die Prüfstandswerte versprachen.

Erst jetzt, wo Fahrverbote drohen wird allen die Misere deutlich. Und jetzt schiebt jeder die Verantwortung auf den Anderen. Die Manager haben ja nur zum Wohle ihrer Unternehmen gehandelt und ihre Freiräume bis an die äußerste Grenze ausgenutzt. Die Kunden haben sich das gefallen lassen, bis sie merkten dass ihre Fahrzeuge deutlich an Nutzwert und finanziellem Wert verlieren können. Und die Politik hat mitgespielt, weil es sich um eine wichtige Branche handelt.
Natürlich ist es wichtig, dass Politiker sich mit Interessenvertretern Treffen und sich dort Einschätzungen einholen. Doch scheinbar ist das längst nicht mehr so ausgewogen, wie es viele gerne darstellen. Es gibt einige mächtige Lobbyisten und viele Andere. Es geht längst nicht mehr um informelle Treffen, es geht auch um finanzielle Zuwendungen in Form von Parteispenden und Einflussnahme durch Wechsel von Politikern in die Industrie und umgekehrt.

wahlen2017-1

Bisher wollte ich glauben, dass es in der Automobilbranche besser läuft als in der Finanzbranche. Doch anscheinend gehen beide Branchen ähnlich professionell vor. Und auch wenn es in der Finanzbranche seit der Finanzkrise wieder etwas ruhiger geworden ist. Besser ist es nicht geworden, was die Versprechungen und die Realität angeht. Das zeigt die Zusammenfassung von Aussagen des Generali-Versicherungskonzerns im Bezug auf fondsgebundene Lebensversicherungen:
https://mediarange.wordpress.com/2017/08/11/generali-viel-schatten-unter-den-fluegeln-des-loewen/
Okay, hinter dem Blog Mediarange stehen Fachanwälte, die ihr Geld mit solchen Streitigkeiten verdienen. Mir geht es vor allem darum zu zeigen, dass hier etwas im Argen liegt, genauso wie mit der Abgasthematik in der Automobilbranche.
Zur Erinnerung: Generali ist eng mit dem Finanzvertrieb Deutsche Vermögensberatung AG (DVAG) verbunden. Siehe z.B.: https://vfalle.wordpress.com/2017/03/19/was-laeuft-zwischen-der-dvag-und-generali/

Auch bei Parteispenden bleibt alles beim Alten. Die DVAG gehört weiterhin zu den Großespendern von Parteien, insbesondere der CDU. Über aktuelle Zahlen berichteten  kürzlich die Medien Versicherungsbote und „Versicherungswirtschaft heute“.
https://www.versicherungsbote.de/id/4855681/DVAG-Allianz-groesste-Parteispender/
http://versicherungswirtschaft-heute.de/politik-regulierung/dvag-und-allianz-grosspender-fur-politische-parteien/
Bei „Versicherungswirtschaft heute“ kommentiert die DVAG die Partei-Spenden wie folgt:

“Im Rahmen ihrer gesellschaftlichen Verantwortung spendet auch die Deutsche Vermögensberatung regelmäßig an verschiedene Parteien. Die Spenden der Deutschen Vermögensberatung erfolgen im Einklang mit den gesetzlich vorgegebenen Rahmenbedingungen.“

Es ist allerdings interessant zu sehen, wie sich die Rahmenbedingungen in den vergangenen Jahren zu Gunsten der DVAG entwickelt haben. Im Gegensatz zu anderen Finanzdienstleistern wird der Finanzvertrieb nämlich nicht von der Finanzaufsicht (Bafin) überwacht. Siehe: https://vfalle.wordpress.com/2014/08/07/wer-kontrolliert-denn-nun-die-dvag/
Es gab nämlich Gesetzesänderungen, ganz nach dem Geschmack des für „Markt und Regulierung“ verantwortlichen DVAG-Vorstands. (siehe Unternehmensblog vom 11.März 2011).

Lach-BaFin
Wie man vor dem Hintergrund der Probleme vieler von der DVAG vertriebener Produkte noch mit dem Slogan „Vermögensaufbau für jeden“ werben und von „gesellschaftlicher Verantwortung“ sprechen kann, ist mir schleierhaft. Das ist für mich eine bewusste Irreführung.

 

Es ändert sich  nichts, solange die Kunden und die Gesellschaft das so akzeptieren.
Obwohl: Top-Manager und Politiker in Deutschland sollten sich nicht zu sicher sein. Denn die Globalisierung hat auch Vorteile für die deutsche Gesellschaft. So wurde der Dieselskandal in den USA ins Rollen gebracht. Erst dann gab es auch ernstzunehmende Initiativen in Deutschland. Sogar Sammelklagen gegen die Konzerne sind plötzlich möglich. Manchmal braucht es einfach ein Impuls von außen.
Mir ist es wichtig zu verdeutlichen, dass es in meinem Blog nicht um die Probleme eines oder einzelner DVAG-Kunden mit ihrem Finanzdienstleister geht. Wenn ein derart starker Finanzvertrieb sich eine solche Täuschung erlauben darf, dann kann das das ganze Altersvorsorgesystem in Deutschland ins Wanken bringen. Das sollte uns bewusst sein.
Deshalb suche ich die Öffentlichkeit und keinen Anwalt, der nur meine Interessen vertritt.

Viele Grüße,
V. F. Alle

Wurde eine Rufmordkampagne gegen Finanzdienstleister AWD von der DVAG finanziert?

Gepostet am Aktualisiert am

Jetzt wird es spannend. Wie die Zeitung „Die Welt“ heute berichtet, hat ein Informant angeben den Finanzvertrieb AWD von Casten Maschmeyer durch gezielte Kampagnen geschädigt zu haben. Bezahlt wurde er laut dem Bericht vom Wettbewerber Deutsche Vermögensberatung (DVAG) aus Frankfurt/Marburg.

https://www.welt.de/wirtschaft/article167624153/Insider-bekennt-sich-zu-Rufmord-Kampagne-gegen-AWD.html

Laut dem Handelsblatt hatte der Informant und Ex-AWD-Mitarbeiter dabei nach eigenen Angaben sogar Kontakt zu DVAG-Aufsichtsrat und Ex-Kanzleramtschef (unter Helmut Kohl) Friedrich Bohl.

 

Mich erinnert das an einen Hinweis eines meiner Leser, der mir schon vor Jahren schrieb, dass die DVAG schlimmer als die AWD und Maschmeyer sei.

Das müssen jetzt wohl andere prüfen. Ich bin auf das Ergebnis gespannt.

 

Viele Grüße,

V. F. Alle