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Wenn Lobbyisten gesellschaftliche Bedürfnisse aus den Augen verlieren

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Was passiert, wenn Lobbyisten die gesellschaftlichen Bedürfnisse aus den Augen verlieren, lässt sich gerade gut am Abgasskandal in der Automobilindustrie erkennen. Grenzwerte wurden lediglich auf dem Prüfstand erreicht. Für den Gesetzgeber reichte das. Außerdem hatten Kunden zuvor bereits jahrelang akzeptiert, dass Ihre Fahrzeuge in der Praxis mehr verbrauchten als die Prüfstandswerte versprachen.

Erst jetzt, wo Fahrverbote drohen wird allen die Misere deutlich. Und jetzt schiebt jeder die Verantwortung auf den Anderen. Die Manager haben ja nur zum Wohle ihrer Unternehmen gehandelt und ihre Freiräume bis an die äußerste Grenze ausgenutzt. Die Kunden haben sich das gefallen lassen, bis sie merkten dass ihre Fahrzeuge deutlich an Nutzwert und finanziellem Wert verlieren können. Und die Politik hat mitgespielt, weil es sich um eine wichtige Branche handelt.
Natürlich ist es wichtig, dass Politiker sich mit Interessenvertretern Treffen und sich dort Einschätzungen einholen. Doch scheinbar ist das längst nicht mehr so ausgewogen, wie es viele gerne darstellen. Es gibt einige mächtige Lobbyisten und viele Andere. Es geht längst nicht mehr um informelle Treffen, es geht auch um finanzielle Zuwendungen in Form von Parteispenden und Einflussnahme durch Wechsel von Politikern in die Industrie und umgekehrt.

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Bisher wollte ich glauben, dass es in der Automobilbranche besser läuft als in der Finanzbranche. Doch anscheinend gehen beide Branchen ähnlich professionell vor. Und auch wenn es in der Finanzbranche seit der Finanzkrise wieder etwas ruhiger geworden ist. Besser ist es nicht geworden, was die Versprechungen und die Realität angeht. Das zeigt die Zusammenfassung von Aussagen des Generali-Versicherungskonzerns im Bezug auf fondsgebundene Lebensversicherungen:
https://mediarange.wordpress.com/2017/08/11/generali-viel-schatten-unter-den-fluegeln-des-loewen/
Okay, hinter dem Blog Mediarange stehen Fachanwälte, die ihr Geld mit solchen Streitigkeiten verdienen. Mir geht es vor allem darum zu zeigen, dass hier etwas im Argen liegt, genauso wie mit der Abgasthematik in der Automobilbranche.
Zur Erinnerung: Generali ist eng mit dem Finanzvertrieb Deutsche Vermögensberatung AG (DVAG) verbunden. Siehe z.B.: https://vfalle.wordpress.com/2017/03/19/was-laeuft-zwischen-der-dvag-und-generali/

Auch bei Parteispenden bleibt alles beim Alten. Die DVAG gehört weiterhin zu den Großespendern von Parteien, insbesondere der CDU. Über aktuelle Zahlen berichteten  kürzlich die Medien Versicherungsbote und „Versicherungswirtschaft heute“.
https://www.versicherungsbote.de/id/4855681/DVAG-Allianz-groesste-Parteispender/
http://versicherungswirtschaft-heute.de/politik-regulierung/dvag-und-allianz-grosspender-fur-politische-parteien/
Bei „Versicherungswirtschaft heute“ kommentiert die DVAG die Partei-Spenden wie folgt:

“Im Rahmen ihrer gesellschaftlichen Verantwortung spendet auch die Deutsche Vermögensberatung regelmäßig an verschiedene Parteien. Die Spenden der Deutschen Vermögensberatung erfolgen im Einklang mit den gesetzlich vorgegebenen Rahmenbedingungen.“

Es ist allerdings interessant zu sehen, wie sich die Rahmenbedingungen in den vergangenen Jahren zu Gunsten der DVAG entwickelt haben. Im Gegensatz zu anderen Finanzdienstleistern wird der Finanzvertrieb nämlich nicht von der Finanzaufsicht (Bafin) überwacht. Siehe: https://vfalle.wordpress.com/2014/08/07/wer-kontrolliert-denn-nun-die-dvag/
Es gab nämlich Gesetzesänderungen, ganz nach dem Geschmack des für „Markt und Regulierung“ verantwortlichen DVAG-Vorstands. (siehe Unternehmensblog vom 11.März 2011).

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Wie man vor dem Hintergrund der Probleme vieler von der DVAG vertriebener Produkte noch mit dem Slogan „Vermögensaufbau für jeden“ werben und von „gesellschaftlicher Verantwortung“ sprechen kann, ist mir schleierhaft. Das ist für mich eine bewusste Irreführung.

 

Es ändert sich  nichts, solange die Kunden und die Gesellschaft das so akzeptieren.
Obwohl: Top-Manager und Politiker in Deutschland sollten sich nicht zu sicher sein. Denn die Globalisierung hat auch Vorteile für die deutsche Gesellschaft. So wurde der Dieselskandal in den USA ins Rollen gebracht. Erst dann gab es auch ernstzunehmende Initiativen in Deutschland. Sogar Sammelklagen gegen die Konzerne sind plötzlich möglich. Manchmal braucht es einfach ein Impuls von außen.
Mir ist es wichtig zu verdeutlichen, dass es in meinem Blog nicht um die Probleme eines oder einzelner DVAG-Kunden mit ihrem Finanzdienstleister geht. Wenn ein derart starker Finanzvertrieb sich eine solche Täuschung erlauben darf, dann kann das das ganze Altersvorsorgesystem in Deutschland ins Wanken bringen. Das sollte uns bewusst sein.
Deshalb suche ich die Öffentlichkeit und keinen Anwalt, der nur meine Interessen vertritt.

Viele Grüße,
V. F. Alle

Wurde eine Rufmordkampagne gegen Finanzdienstleister AWD von der DVAG finanziert?

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Jetzt wird es spannend. Wie die Zeitung „Die Welt“ heute berichtet, hat ein Informant angeben den Finanzvertrieb AWD von Casten Maschmeyer durch gezielte Kampagnen geschädigt zu haben. Bezahlt wurde er laut dem Bericht vom Wettbewerber Deutsche Vermögensberatung (DVAG) aus Frankfurt/Marburg.

https://www.welt.de/wirtschaft/article167624153/Insider-bekennt-sich-zu-Rufmord-Kampagne-gegen-AWD.html

Laut dem Handelsblatt hatte der Informant und Ex-AWD-Mitarbeiter dabei nach eigenen Angaben sogar Kontakt zu DVAG-Aufsichtsrat und Ex-Kanzleramtschef (unter Helmut Kohl) Friedrich Bohl.

 

Mich erinnert das an einen Hinweis eines meiner Leser, der mir schon vor Jahren schrieb, dass die DVAG schlimmer als die AWD und Maschmeyer sei.

Das müssen jetzt wohl andere prüfen. Ich bin auf das Ergebnis gespannt.

 

Viele Grüße,

V. F. Alle

 

Machtmenschen: Kohl, Pohl und andere Freunde

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Jetzt ist der Kanzler der Deutschen Einheit beerdigt. Doch sowohl für viele seiner politischen Wegbegleiter als auch Journalisten gibt es neben dem lobenswerten Einsatz für die deutsche Wiedervereinigung und ein vereintes Europa noch die bis heute unaufgeklärte Spendenaffäre. Altkanzler Kohl hat sie, wie einiges andere auch, einfach ausgesessen.

In meinem Blog gab es seit dem Tod von Helmut Kohl einige Aufrufe, die sich für den Streit zwischen Kohl und Norbert Blüm sowie die Verbindung zwischen dem Altkanzler und dem Gründer der Deutschen Vermögensberatung AG (DVAG) Reinfried Pohl interessierten.  Deshalb möchte ich das noch einmal aufgreifen.

Wie Kohl ist Pohl eng mit der CDU-Spendenaffäre verknüpf.  Beide sind inzwischen verstorben und haben ihr Wissen mit ins Grab mitgenommen. Als Kohl wegen der Spendenaffäre nach seiner Amtszeit von Teilen der CDU kritisiert wurde, lies Pohl seine CDU-Parteimitgliedschaft ruhen. Fakt ist, dass Pohl über unterschiedliche Ableger der DVAG größere Summen an die CDU gespendet hat. Fakt ist auch, dass Kohl nach seiner Amtszeit eng mit dem Patriarchen aus dem Finanzvertrieb zusammengearbeitet hat.  Statt Ehrenvorsitzender der CDU wurde Kohl zum Ehrenvorsitzender im Beirat der DVAG. Siehe auch:  http://www.handelsvertreter-blog.de/2017/06/20/ehrenvorsitzender-des-beirates-der-dvag-verstorben/
Seine Regierungskollegen Theo Waigel (Ex-Bundesfinanzminister) und Friedrich Bohl  (Ex-Kanzleramtschef) wechselten in den DVAG-Vorstand. Heute hat die DVAG in Deutschland ein Monopol im Finanzvertrieb. Die guten Kontakte und vielleicht auch die Parteispenden haben sich für Reinfried Pohl also ausgezahlt.

Ausgezahlt haben sich die Kontakte scheinbar auch für den Journalisten und Ex-Bildzeitungs-Chefredakteur Kai Diekmann. Als Trauzeuge bei Kohls zweiter Ehe war Diekmann immer besonders nah bei Kohl dabei, bis über seinen Tod hinaus. Der kritische Bild-Blog spricht von „Trauzeugen-Journalismus“. Siehe:   http://www.bildblog.de/2959/trauzeugenjournalismus/

Das letzte Bild vom Altkanzler hat Ex-Bild-Chef Diekmann sogar selbst geschossen. Auch das wird von anderen Medienvertretern kritisch bewertet. Siehe:  http://meedia.de/2017/06/19/unvergessene-helmut-kohl-cover-von-der-umfaller-bis-zu-die-abrechnung/

Kohl-Bild-Hintergrund


Geschadet hat es Diekmann auf seinem Weg nicht. Es scheint sogar plausibel, dass er in Kohl einen guten Informanten hatte. Neben viel Lob für den Altkanzler war beispielsweise vom aktuellen Bundestagspräsidenten Norbert Lammert anlässlich Kohls Todes auch folgendes zu vernehmen: „… und nicht selten verblüfte er seine Gesprächspartner mit Nachfragen oder Beschreibungen aus ihrem Verantwortungsbereich – zu Vorgängen, die sie noch gar nicht kannten, er aber wohl.“

Kohl-Lammert-Erinnerung

Quelle (Focus-Online): http://videos2.focus.de/wochit/2017/06/22/594b9c4de4b05a3f88b87439-1280x720_Jun_22_2017_11_11_55.MP4

Auch in der Familie scheinen die Machtkämpfe weiterzugehen. Öffentlich war zu sehen, wie der Sohn und die Enkel Kohls daran gehindert wurden, Abschied vom Vater und Opa zu nehmen. Kohls aktuelle Ehefrau hat sich hier gegen die leiblichen Verwandten durchgesetzt, auch was Details der Trauerfeier anging. Oft mit dabei war übrigens Ex-Bild-Chefredakteur Diekmann.

 

Obwohl  inzwischen zwei wichtige Akteure der CDU-Spendenaffäre verstoben sind, wäre es nun eine gute Gelegenheit die Fragen der Vergangenheit zu klären und Frieden zu finden. Ich bin mir sicher, dass es noch einige Wegbegleiter Kohls gibt, die hierzu etwas beitragen könnten.

Noch einmal: Kohls Verdienste für die Einheit Deutschlands und Europas sind für mich unbestritten. Gleichzeitig würde eine Aufklärung der Spendenaffäre dazu beitragen lang anhaltende und unwürdige Spekulationen über Verbindungen zwischen Kohl und seinen Parteispendern zu beenden.

 

Ich wünsche dem Altkanzler, dass er nun seinen Frieden findet und, dass seine Angehörigen lernen friedlich miteinander umzugehen. Machtkämpfe kosten nur Energie. Diese Energie können wir in einer Welt, die sich um Umbruch befindet, sicher besser einsetzen.

 

Liebe Grüße,

V. F. Alle

 

Hier sind noch Links zu Beiträgen von mir, die in den vergangenen Tagen zu dem Thema Freunde und Affären aufgerufen wurden:

https://vfalle.wordpress.com/2014/10/07/kohl-nennt-blum-verrater-die-spendenaffare/

https://vfalle.wordpress.com/2015/11/15/dicke-freunde-ich-konnte-mir-nicht-vorstellen/

Alle Jahre wieder – Top-Chancen für Vermögensberater?

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Alle Jahre wieder …
… ist scheinbar nicht nur Weihnachten, sondern erhält die DVAG auch eine Bestnote von der Assekurata. „DVAG zum zehnten Mal in Folge mit Bestnote beim Karriere-Rating“, heißt es dazu in eine Pressemitteilung vom 22. Juni.
Quelle: http://www.assekurata-solutions.de/presse/pressemitteilungen/detail/dvag-zum-zehnten-mal-in-folge-mit-bestnote-beim-karriere-rating/

Interessant ist, dass in der Pressemitteilung keine Wettbewerber der DVAG genannt werden. Beim näheren Hinschauen wird das aber auch klar. Weitere geprüfte Unternehmen sind die Alfinanz Deutsche Vermögensberatung Aktiengesellschaft, die SVAG Schweizer Vermögensberatung, die Deutsche Vermögensberatung Bank AG in Österreich, die A.S.I. Wirtschaftsberatung AG sowie zwei nicht genannte Unternehmen (siehe http://www.assekurata-solutions.de/veroeffentlichte-ergebnisse/karriere-rating/eigenstaendig/)
Mindestens vier von sieben untersuchten Unternehmen hängen also mit der Deutschen Vermögensberatung (DVAG) zusammen. Was kann eine solche Bewertung wert sein?

Manchen Finanzmedien ist das trotzdem eine Meldung wert und für den DVAG-Marketingchef Dr. Helge Lach ist die Auszeichnung ein Grund zur Freude.
http://finanzwelt.de/dvag-fuer-karrierechancen-ausgezeichnet/

Auch dank politischer Kontakte hat sich die DVAG in den vergangenen Jahren scheinbar ein Monopol geschaffen, aber dazu im nächsten Beitrag mehr.

Viele Grüße,
V. F. Alle

Santander Bank verabschiedet sich und DWS schickt rote Monster

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Jetzt zahlt es sich aus, dass ich meinen Dienstleister Deutsche Vermögensberatung (DVAG) wegen der Immobilienfonds SEB Immoinvest und DWS Immoflex nicht verklagt habe. Ich meine jetzt nicht finanziell. Denn ich mache Verluste, wie die anderen Anleger auch. Dafür bekomme ich nun durch meinen Blog mit, was andere Anleger beschäftigt. Direkt über Kommentare und E-Mails, aber auch indirekt über Suchanfragen.

Heute suchte z.B. jemand nach „caceis depotbank seb immoinvest“. Die Person hatte wohl auch das Schreiben der Santander Bank erhalten, dass der bisheriger Fondsverwalter Savills Fund Management (ehemals SEB Investment GmbH) nach dem 30. April 2017 an die Caceis Bank übergeben wird. Darin steht auch, dass die Santander Bank daher keine weiteren Einschätzungen zur Entwicklung oder Dauer der Abwicklung mehr abgeben kann, aber gerne weiter die Ausschüttungen verwaltet (siehe Bild).

SEB-April2017-klein

Mein persönlicher Hintergrund: Im Glauben, dass ich meine über die DVAG 2007 bei der SEB/Santander Bank laufenden Hausdarlehen am besten abzahlen kann, wenn ich eine Erbschaft bei der gleichen Bank anlege, hatte ich auf höher verzinste Angebote verzichtet. Mir wurde der SEB Immoinvest damals vom DVAG-Vermögensberater als so sicher wie Festgeld vermittelt.

 

Leider läuft es beim DWS Immoflex vom DVAG-Partner Deutsche Bank gerade auch nicht besser. Der Fonds ist zu den größten Anteilen am SEB Immoinvest sowie dem CS Euroreal beteiligt. Auch der CS Euroreal befindet sich übrigens wie andere im Dachfonds enthaltene Fonds in der Abwicklung.

DWS-WerbungZDF2017
https://www.youtube.com/watch?v=HBSIz-HCUD4
Die aktuelle Werbung der Deutsche-Bank-Tochter DWS finde ich daher gar nicht lustig. Die wollen damit zwar eigentlich dem Niedrigzins etwas entgegensetzen. Mich erinnert das Monster aber eher daran, wie die DVAG, die DWS und die Deutsche Bank gerade mein Vermögen verringern.

Mir hat die Treue zu meinen Finanzdienstleistern also nichts gebracht. Im Gegenteil: meine Dienstleister haben sich seit 2012 nach und nach verabschiedet.
Wer ähnliche Erlebnisse mit diesen Finanzdienstleistern gemacht hat, kann mir gerne Kommentare schicken. Ich sammle diese – auch für Journalisten, die sich dem Thema mal ausführlicher widmen möchten.

Viele Grüße,
V. F. Alle

Diskussion auf Facebook – Danke Michael B.

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Jetzt wird es interessant. Scheinbar hat der Link aus meinem letzten Beitrag zu einer Diskussion zwischen einem mir persönlich bekannten Leser des V.F.Alle-Blogs und dem aus Dubai grüßenden DVAG-Mitarbeiter geführt. Siehe (bitte „weitere Antworten anzeigen“ und „Alles anzeigen“ klicken): https://www.facebook.com/tim.wolff.dvag/videos/1259074374128169/
Da ich auf Facebook nicht aktiv bin, danke ich Michael B. dafür.

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Die Argumentation des DVAG-Mitarbeiters T.W. kommt mir dabei sehr bekannt vor. Der Fall von M.B. wird als Einzelfall dargestellt. Der Kunde habe einfach mit einem schlechten Berater Pech gehabt. So argumentiert auch der DVAG-Gründer in seinem Buch „Ich habe Finanzgeschichte geschrieben“, wenn es um Kritik an der Arbeit von Vermögensberatern geht. Dumm nur, dass Michael B. einen anderen Berater hatte als ich und eine Arbeitskollegin von mir wiederum einen anderen Berater hatte als wir beide. Trotzdem waren wir alle von unserem jeweiligen „Vermögensberater“ in Sachen SEB Immoinvest schlecht beraten.

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Schlimm finde ich, dass die DVAG nach außen als große Gemeinschaft mit 6 Millionen Kunden und zahlreichen Beratern auftritt. Ich habe Zahlen zwischen 25.000 und 35.000 aktiven Beratern im gefunden. Das bedeutet im Schnitt etwa 240 bzw. 171 Kunden pro Vermögensberater. Wenn jetzt die Besten 1300 Vermögensberater auf Schiffstour waren (und diese den Titel hoffentlich nicht nur für den von ihnen erzielten Umsatz tragen), frage ich mich, was mit den restlichen Vermögensberatern und deren Kunden ist.

Ich habe eine Theorie. Es gibt eine Zweiklassen-Gesellschaft. Das möchte ich gerne an einem Beispiel festmachen:
Der DVAG-Mann T.W. schreibt in seiner Antwort an Michael B.:
„Und ja, ich hab auch einige wenige, die das DWS ImmoFlex-Mandat haben/hatten. Als Beimischung. Die meisten haben aber auf mich gehört, und vorher rechtzeitig reagiert.“

Als mir mein Berater 2012 gestehen musste, dass mein Vermögen aus dem SEB Immoinvest nicht zur Verfügung steht um mein Hausdarlehen bei der SEB/Santander-Bank zu tilgen, fragte ich natürlich nach dem Geld aus dem DWS Immoflex. Mein Berater erklärte mir, dass der ebenfalls inzwischen dicht sei und er an einem Freitag kurz vor Büroschluss über die bevorstehende Schließung informiert wurde. Mindestens ein Kollege von Ihm habe dann noch am Wochenende versucht, für seine Kunden das Geld noch umzuschichten. Allerdings sei es am darauf folgenden Montag zu spät gewesen und der Fonds war bereits dicht.
Wenn die Kunden von T.W. rechtzeitig in eine andere Anlage beraten wurden, dann klingt das erst einmal gut. Allerdings klang es für mich auch zunächst gut, als mein Berater mir empfahl, einen Teil des Vermögens aus dem SEB Immoinvest in den DWS Immoflex zu packen. Geholfen hat es mir am Ende nichts.

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Dazu kommt ein anonymer Hinweis den ich erhielt. So habe die Zeit nach der Ankündigung der baldigen DWS-Immoflex-Schließung durchaus für einige DVAG-Direktionsleiter ausgereicht, um wenigstens ihre eigenen Ersparnisse in Sicherheit zu bringen. Bei der DVAG ist es nach meiner Kenntnis üblich, das Geld in Produkte der eigenen Partner zu investieren. Das gibt schließlich auch Provision.

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Jetzt kann man natürlich sagen, der V.F. Alle spinnt doch und ist ein Verschwörungstheortiker. In Deutschland werden Finanzunternehmen doch überwacht, damit so etwas nicht passieren kann. Sollte man zumindest glauben.
Das ist leider falsch. Ich war bis Anfang 2013 davon ausgegangen, dass die DVAG von der Finanzaufsicht BaFin überwacht wird. Das dachte damals übrigens auch der Hessische Ministerpräsident Bouffier, der den DVAG-Gründer Dr. Pohl Ende 2012 in Beisein von Altkanzler Kohl mit einem Hessischen Verdienstorden ausgezeichnet hatte.
Tatsächlich wird die DVAG seit einer Gesetzänderung seit 2013 nur noch von der jeweiligen Industrie- und Handelskammer (IHK) „kontrolliert“. Ein hochrangiger IHK-Vertreter sagte mir allerdings in einem persönlichen Gespräch, dass die IHK nur die Einhaltung von Ausbildungsstandards prüfen könne aber nicht die Integrität der Mitarbeiter und des Unternehmens.

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Genau darin liegt nach meiner Ansicht das Problem für die Kunden und damit auch für die DVAG. Jahrelang wurden Kunden, die schlechte Erfahrungen mit einem DVAG-Berater gemacht hatten, vom Management als Einzelfälle abgebügelt. Ich hatte Herrn Pohl und den DVAG-Aufsichtsrat schriftlich über meinen Fall informiert. Weder der damalige Aufsichtsrat und Ex-Bundesfinanzminister Theo Waigel noch der DVAG-Chefvolkswirt Dr. G. wollten einen Fehler der DVAG erkennen können. Auch Michael B. hatte nach meiner Kenntnis persönlichen Kontakt zum damaligen Vorstandsvorsichtenden von DVAG-Partner Aachen-Münchener.

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Ich kann verstehen, dass man von DVAG-Seite die Probleme mit dem SEB-Immoinvest und dem DWS-Immoflex gerne herunterspielen möchte. Die Verantwortung dafür einfach an die Vermögensberater und deren Kunden (mit dem Argument „sie hätten die Risiken ja anhand der Verkaufsprospekte selbst erkennen können“) abzugeben, finde ich  persönlich schwach. Am Ende schadet ein solches Verhalten seitens des Managements nicht nur den „schlechteren“ Vermögensberatern, sondern auch denen die einen guten Job machen. Hier geht es um den Ruf des Unternehmens und die Glaubwürdigkeit der Marke DVAG! Ich möchte an den Leitfaden in Sachen SEB Immoinvest erinnern, mit der Vermögensberater ihre Kunden beruhigen sollten und beruhigt haben.
Siehe: http://www.handelsvertreter-blog.de/2012/05/09/vermogensberater-erhalten-leitfaden-zum-immoinvest/ (Das Dokument hat übrigens ein Anwalt ins Netz gestellt, der Vermögensberater im Streit mit der DVAG unterstützt.)

T.W. schreibt übrigens noch:
„SEB-ImmoInvest,drinnen bleiben‘ kann noch nicht verjährt sein.“
Dazu kann ich sagen: Der Immobilenfonds SEB Immoinvest ist nicht verjährt oder war „verkehrt“ gemeint?
Verjährt ist allerdings etwas anderes. Nach drei Jahre (+ die Monate bis zum jeweiligen Jahresende) kehrt sich die Beweislast für die Kunden um. Ab dann müssen die Kunden den Vermögensberatern beweisen, dass die Berater einen Fehler bei der Beratung gemacht haben, was meist schwierig wird. Insofern hat der Leitfaden, den Vermögensberatern die nötige Zeit verschafft. Zudem hätten sie bei einem vorzeitigen Rückzahlungswunsch auch ihre Provision verloren.
Dafür jetzt einzelne anzuklagen finde ich zu kurz gegriffen. Ich sehe hier eher einen Systemfehler.

Viele Grüße,
V.F. Alle

Schon wieder Gedächtnislücken?

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Netterweise verwies mich einer meiner Leser kürzlich auf einen Beitrag bei Cash-Online. Darin wird Bezug genommen auf einen Beitrag im DVAG-Blog. In diesem erklärt DVAG-Vorstandsmitglied Dr. Helge Lach, warum Abschlussgebühren für Lebensversicherungen im Gegensatz zu den Kosten für den Immobilienerwerb zur Altersvorsorge ein „Schnäppchen“ sind.
http://www.cash-online.de/immobilien/2017/immobilie-als-altersvorsorge-2/361066?utm_source=nl&utm_medium=email&utm_campaign=finanznews020217

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Das schrieb Cash-Online Anfang Februar 2017. Demnach rechnet die DVAG  Lebensversicherungen schön.

Kommentare zum Cash-Online-Beitrag verdeutlichen zwar, dass die Aussagen von Herrn Dr. Lach  grundsätzlich nicht falsch sind. Doch nach meiner langjährigen Erfahrung schätzt das DVAG-Management die Risiken der von dem Finanzvertrieb vermittelten Produkte bewusst geringer ein, als es der Realität entspricht. Es handelt sich eben um einen Finanzvertrieb und nicht um eine Beratungsgesellschaft – wie es der Name Deutsche Vermögensberatung AG suggeriert.

Darauf deutet auch der Blogbeitrag „Vermögensberater erhalten Leitfaden zum Immoinvest“ aus dem Mai 2012 hin, den ich hier schon mehrfach erwähnt habe.
http://www.handelsvertreter-blog.de/2012/05/page/2/

Passenderweise fand ich dort ebenfalls im Mai 2012 einen Beitrag über Gedächtnislücken bei einem „Direktionsleiter eines Strukturvertriebes“.
http://www.handelsvertreter-blog.de/2012/05/22/gedachtnislucken/

 

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Beitrag von Mai 2012. Gefunden unter www. handelsvertreter-blog.de

Das erinnert mich an den Direktionsleiter meines Vermögensberaters. Zu Ihm hatte ich Kontakt aufgenommen, weil mein Vermögensberater krankheitsbedingt lange ausgefallen war. Der DVAG-Direktionsleiter (Herr N. aus R.) schrieb mir am 4. 3. 2013:

„Ob ein abbezahltes Haus oder eine fondsbasierende Rentenversicherung die bessere Alternative für Ihre Altersvorsorge darstellt, kann ich in Ihrem Fall nicht beurteilen, da ich Ihre Situation nicht analysieren habe.“

Ich weiß nicht ob er sich heute noch daran erinnert. Inzwischen kann ich allerdings mit Sicherheit sagen, dass ich mit der abbezahlten Immobilie heute mehr Vermögen hätte, als mit den mir von der DVAG vermittelten Produkten.

 

Viele Grüße,

V. F. Alle

 

P.S.:       Ich möchte die DVAG-Führung nur daran erinnern, dass ich bereits 2012 eine schuldenfreie Immobilie gehabt hätte, wenn mir von meinem DVAG-Berater nicht Produkte wie der SEB Immoinvest, der DWS Immoflex sowie fondsgebundene Versicherungen vermittelt worden wären. Den DVAG-Gründer Dr. Reinfried Pohl, seinen DVAG-Chefvolkswirt sowie dem DVAG-Aufsichtsrat hatte ich in den Jahren 2012 und 2013 darüber schriftlich informiert.