Fonds

Diskussion auf Facebook – Danke Michael B.

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Jetzt wird es interessant. Scheinbar hat der Link aus meinem letzten Beitrag zu einer Diskussion zwischen einem mir persönlich bekannten Leser des V.F.Alle-Blogs und dem aus Dubai grüßenden DVAG-Mitarbeiter geführt. Siehe (bitte „weitere Antworten anzeigen“ und „Alles anzeigen“ klicken): https://www.facebook.com/tim.wolff.dvag/videos/1259074374128169/
Da ich auf Facebook nicht aktiv bin, danke ich Michael B. dafür.

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Die Argumentation des DVAG-Mitarbeiters T.W. kommt mir dabei sehr bekannt vor. Der Fall von M.B. wird als Einzelfall dargestellt. Der Kunde habe einfach mit einem schlechten Berater Pech gehabt. So argumentiert auch der DVAG-Gründer in seinem Buch „Ich habe Finanzgeschichte geschrieben“, wenn es um Kritik an der Arbeit von Vermögensberatern geht. Dumm nur, dass Michael B. einen anderen Berater hatte als ich und eine Arbeitskollegin von mir wiederum einen anderen Berater hatte als wir beide. Trotzdem waren wir alle von unserem jeweiligen „Vermögensberater“ in Sachen SEB Immoinvest schlecht beraten.

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Schlimm finde ich, dass die DVAG nach außen als große Gemeinschaft mit 6 Millionen Kunden und zahlreichen Beratern auftritt. Ich habe Zahlen zwischen 25.000 und 35.000 aktiven Beratern im gefunden. Das bedeutet im Schnitt etwa 240 bzw. 171 Kunden pro Vermögensberater. Wenn jetzt die Besten 1300 Vermögensberater auf Schiffstour waren (und diese den Titel hoffentlich nicht nur für den von ihnen erzielten Umsatz tragen), frage ich mich, was mit den restlichen Vermögensberatern und deren Kunden ist.

Ich habe eine Theorie. Es gibt eine Zweiklassen-Gesellschaft. Das möchte ich gerne an einem Beispiel festmachen:
Der DVAG-Mann T.W. schreibt in seiner Antwort an Michael B.:
„Und ja, ich hab auch einige wenige, die das DWS ImmoFlex-Mandat haben/hatten. Als Beimischung. Die meisten haben aber auf mich gehört, und vorher rechtzeitig reagiert.“

Als mir mein Berater 2012 gestehen musste, dass mein Vermögen aus dem SEB Immoinvest nicht zur Verfügung steht um mein Hausdarlehen bei der SEB/Santander-Bank zu tilgen, fragte ich natürlich nach dem Geld aus dem DWS Immoflex. Mein Berater erklärte mir, dass der ebenfalls inzwischen dicht sei und er an einem Freitag kurz vor Büroschluss über die bevorstehende Schließung informiert wurde. Mindestens ein Kollege von Ihm habe dann noch am Wochenende versucht, für seine Kunden das Geld noch umzuschichten. Allerdings sei es am darauf folgenden Montag zu spät gewesen und der Fonds war bereits dicht.
Wenn die Kunden von T.W. rechtzeitig in eine andere Anlage beraten wurden, dann klingt das erst einmal gut. Allerdings klang es für mich auch zunächst gut, als mein Berater mir empfahl, einen Teil des Vermögens aus dem SEB Immoinvest in den DWS Immoflex zu packen. Geholfen hat es mir am Ende nichts.

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Dazu kommt ein anonymer Hinweis den ich erhielt. So habe die Zeit nach der Ankündigung der baldigen DWS-Immoflex-Schließung durchaus für einige DVAG-Direktionsleiter ausgereicht, um wenigstens ihre eigenen Ersparnisse in Sicherheit zu bringen. Bei der DVAG ist es nach meiner Kenntnis üblich, das Geld in Produkte der eigenen Partner zu investieren. Das gibt schließlich auch Provision.

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Jetzt kann man natürlich sagen, der V.F. Alle spinnt doch und ist ein Verschwörungstheortiker. In Deutschland werden Finanzunternehmen doch überwacht, damit so etwas nicht passieren kann. Sollte man zumindest glauben.
Das ist leider falsch. Ich war bis Anfang 2013 davon ausgegangen, dass die DVAG von der Finanzaufsicht BaFin überwacht wird. Das dachte damals übrigens auch der Hessische Ministerpräsident Bouffier, der den DVAG-Gründer Dr. Pohl Ende 2012 in Beisein von Altkanzler Kohl mit einem Hessischen Verdienstorden ausgezeichnet hatte.
Tatsächlich wird die DVAG seit einer Gesetzänderung seit 2013 nur noch von der jeweiligen Industrie- und Handelskammer (IHK) „kontrolliert“. Ein hochrangiger IHK-Vertreter sagte mir allerdings in einem persönlichen Gespräch, dass die IHK nur die Einhaltung von Ausbildungsstandards prüfen könne aber nicht die Integrität der Mitarbeiter und des Unternehmens.

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Genau darin liegt nach meiner Ansicht das Problem für die Kunden und damit auch für die DVAG. Jahrelang wurden Kunden, die schlechte Erfahrungen mit einem DVAG-Berater gemacht hatten, vom Management als Einzelfälle abgebügelt. Ich hatte Herrn Pohl und den DVAG-Aufsichtsrat schriftlich über meinen Fall informiert. Weder der damalige Aufsichtsrat und Ex-Bundesfinanzminister Theo Waigel noch der DVAG-Chefvolkswirt Dr. G. wollten einen Fehler der DVAG erkennen können. Auch Michael B. hatte nach meiner Kenntnis persönlichen Kontakt zum damaligen Vorstandsvorsichtenden von DVAG-Partner Aachen-Münchener.

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Ich kann verstehen, dass man von DVAG-Seite die Probleme mit dem SEB-Immoinvest und dem DWS-Immoflex gerne herunterspielen möchte. Die Verantwortung dafür einfach an die Vermögensberater und deren Kunden (mit dem Argument „sie hätten die Risiken ja anhand der Verkaufsprospekte selbst erkennen können“) abzugeben, finde ich  persönlich schwach. Am Ende schadet ein solches Verhalten seitens des Managements nicht nur den „schlechteren“ Vermögensberatern, sondern auch denen die einen guten Job machen. Hier geht es um den Ruf des Unternehmens und die Glaubwürdigkeit der Marke DVAG! Ich möchte an den Leitfaden in Sachen SEB Immoinvest erinnern, mit der Vermögensberater ihre Kunden beruhigen sollten und beruhigt haben.
Siehe: http://www.handelsvertreter-blog.de/2012/05/09/vermogensberater-erhalten-leitfaden-zum-immoinvest/ (Das Dokument hat übrigens ein Anwalt ins Netz gestellt, der Vermögensberater im Streit mit der DVAG unterstützt.)

T.W. schreibt übrigens noch:
„SEB-ImmoInvest,drinnen bleiben‘ kann noch nicht verjährt sein.“
Dazu kann ich sagen: Der Immobilenfonds SEB Immoinvest ist nicht verjährt oder war „verkehrt“ gemeint?
Verjährt ist allerdings etwas anderes. Nach drei Jahre (+ die Monate bis zum jeweiligen Jahresende) kehrt sich die Beweislast für die Kunden um. Ab dann müssen die Kunden den Vermögensberatern beweisen, dass die Berater einen Fehler bei der Beratung gemacht haben, was meist schwierig wird. Insofern hat der Leitfaden, den Vermögensberatern die nötige Zeit verschafft. Zudem hätten sie bei einem vorzeitigen Rückzahlungswunsch auch ihre Provision verloren.
Dafür jetzt einzelne anzuklagen finde ich zu kurz gegriffen. Ich sehe hier eher einen Systemfehler.

Viele Grüße,
V.F. Alle

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Bloss nicht alles in eine Kapitalanlage stecken!

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Das Vermögen auf verschiedene Anlageformen verteilen, so lautet der Tipp vieler Analgeberater und so lautete ursprünglich auch der Tipp meines Vermögensberaters.

Inzwischen habe ich aber den Eindruck, dass mein Finanzdienstleister Deutsche Vermögensberatung (DVAG) und seine Partner das nicht so eng sehen.
Aktuelles Beispiel ist die Rente Pur (Rürup-Rente) von DAVG-Partner Aachen Münchener. Vor einigen Wochen wurden die Kunden dazu aufgerufen, ihre Anteile aus dem in der Versicherung enthaltenen Fonds DWS FlexPension 2023 umzuschichten, weil dieser Fonds nicht mehr weiter geführt wird.
Um es den Kunden „einfach“ zu machen, wurde mitgeteilt, dass Der Rücknamepreis aus dem DWS FlexPension 2023 in den DWS FlexPension II 2028 investiert wird. In meinem Fall steckte allerdings bereits der Rest des Geldes im DWS FlexPension II 2028, deshalb wählte ich einen anderen Fonds aus der Liste.
Vor Weihnachten 2016 erhielt ich von der Aachen Münchener die Rückmeldung, dass der Betrag wunschgemäß in den neuen Fonds gesteckt wurde.
Gleichzeitig wurde mir mitgeteilt:

„Falls die Beitragszahlung wieder aufgenommen wird, werden die Anlagebeiträge wie folgt auf die Fonds verteilt: DWS FlexPension II 2028 100% …“
… und 0% in den von mir gewählten Fonds.

Ich hatte mich schon gewundert, wie die Versicherung den Verwaltungsaufwand stemmen will, wenn die Kunden unterschiedliche Kombinationen auswählen.
Nach meinen Erfahrungen mit dem SEB Immoinvest, der mir in Form unterschiedlicher Produkte vermittelt wurde (https://vfalle.wordpress.com/2013/11/10/ueberall-seb-immoinvest/), hatte ich bereits den Eindruck, dass meine Dienstleister aus Kostengründen auf eine „Gleichteilstrategie“ setzen.
Das Prinzip ist in der Automobilindustrie verbreitet. Allerdings: Eine unzureichende Qualitätssicherung haben bereits einige Automobilhersteller mit teuren, umfangreichen Rückrufaktionen bezahlt. In der Finanzbranche läuft das allerdings anders. Da ist es nach einigen Jahren schwer die die Anbieter und Finanzdienstleister für einen Leistungsmangel des Produktes haftbar zu machen.

Scheinbar laufen mit den DWS-Ptodukten noch andere Dinge, die nicht unbedingt zum Nutzen der DVAG-Kunden sind: http://www.ihd-ev.org/fuer-ein-paar-silberlinge

Viele Grüße,

V. F. Alle

Rente Pur und die Probleme fondsgebundener Versicherungen

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Mit dem DWS FlexPension 2023 (einem Produkte der Investment-Tochter der Deutschen Bank) schließt gerade ein Fonds, der zu erheblichen Anteilen in der Rente Pur (einer Rürup-Rente) der Aachen Münchener Versicherung steckt. Laut dem Versicherungsjournal, welches wiederum auf Angaben der Frankfurter Allgemeinen Zeitung verweist, bin ich damit einer von etwa einer Millionen Betroffenen. http://www.versicherungsbote.de/id/4847462/DWS-schliesst-Altersvorsorge-Fonds/

Auf mein Schreiben an Vorstand der Aachen Münchener Versicherung habe ich zumindest schneller als erwartet eine Antwort  erhalten. Ich hatte mich beschwert, dass mich genau der DVAG-Berater bei der Auswahl des neuen Fonds für die Rente Pur beraten soll, der mir mit dem SEB Immoinvest und dem DWS Immoflex bereits zwei Geldanlagen vermittelt hat, in denen meine Geld seit 2012 weitgehend feststeckt(e). Dabei wollte ich mit dem Geld stetts vorrangig meine über den DVAG-Berater laufenden Hausdarlehen tilgen.

Der Mitarbeiter (Name und Durchwahl habe ich mir notiert) der Aachen Münchener entschuldigte sich dafür bei mir telefonisch. Gleichzeitig machte er deutlich, dass er mir aus „vertraglichen Gründen“ keinen anderen Berater nennen könne. Auch sei grundsätzlich keine Beratung durch Mitarbeiter der Aachen Münchener möglich. Wenn ich mir allerdings einen anderen Berater suche und ihm eine Vollmacht erteile, dann würde die Versicherung ihm die nötigen Auskünfte erteilen.
Wie hoch der aktuelle Anteil des nun auszutauschenden Fonds DWS FlexPension 2023 an meinem Rürup-Vertrag ist, konnte er mir nicht genau beziffern, da sich dies monatlich ändere. Nach dem Stand von 1. Oktober 2016 habe ich etwa 1398 € in dem Fonds der nicht mehr weitergeführt wird und 6526 € in dem DWS FlexPension II 2028, der weiterlaufen soll.

Laut dem Versicherungsmitarbeiter soll ich die Antwort auch noch schriftlich erhalten. Das scheint jetzt allerdings etwas länger zu dauern.

Suche nach einem neuen Berater
Die Suche eines anderen Beraters für den Teilfonds der RentePur erweist sich für DVAG-Kunden als problematisch. Die Vermittlungs- und Beratungsgebühren für den Vertrag erhält der jeweilige Berater bereits zu Beginn der Vertragslaufzeit. Das ist in der Versicherungsbranche so üblich. Das bestätigte Anfang der Woche auch Finanztip-Chefredakteur Hermann-Josef Tenhangen in einem Rentengespräch im ARD-Morgenmagazin.
Fakt ist: Der DVAG-Berater den ich für die Beratung bezahlt habe, erscheint mir für die Fondsberatung nicht mehr vertrauenswürdig. Und der unabhängige Berater, dem ich das Schreiben mit dem neuen Fondsangebot der Aachen Münchener vorlegte, schüttelte darüber nur den Kopf. Insbesondere der automatischen Fondswechsel in den DWS FelxPension II 2028, wenn der Kunde nicht reagiert, verwunderte ihn sehr. Für Kunden wie mich entstünden zudem durch einen neuen Berater weitere Kosten, die sich zumindest aus meinem Vertrag kaum noch herausholen ließen.


rentepur-dws-flexpension
„Angebot“ der Aachen Müncherner für Kunden mit der Rente Pur: Vorsorglich weist die Versicherung darauf hin, dass auch die Auflösung weiterer DWS FlexPension Teilfonds notwendig werden kann. Die Garantien für die Wertentwicklung dieser Rürup-Rente sind scheinbar nichts mehr wert.

Einschätzung des zustädigen DVAG-Direktionsleiters im Jahr 2013
Inzwischen bin ich froh, dass ich den Vertrag seit 2013 beitragsfrei gestellt habe. Nach den Problemen mit dem SEB-Immonvest und dem DWS Immoflex (von denen die DVAG scheinbar voll überzeugt war) hatte ich mich gefragt, was die Garantien der „Garantierente“ Rente Pur in einem solchen Umfeld wohl wert sind.
Auch den in der DVAG-Hierarchie über meinem Berater stehenden Direktionsleiter hatte ich dazu angeschrieben, als mein DVAG Berater 2013 krankheitsbedingt lange ausgefallen war. Er antwortete mir am 4. April 2013 per E-Mail zu meiner Aussage, dass ich stets deutlich gemacht habe zuerst mein Haus abbezahlen zu wollen, labidar:
„Ob ein abbezahltes Haus oder eine fondsbasierte Rentenversicherung die bessere Alternative für Ihre Altersvorsorge darstellt, kann ich in Ihrem Fall nicht beurteilen …“
Den Direktionsleiter habe ich nie persönlich kennengelernt. Denn sein Büro ist nicht im Nachbarort, wie das Büro meines DVAG-Beraters, sondern viele Kilometer entfernt in einem Ort im Ruhrgebiet. Name und Adresse liegen mir vor.

Wie sich Versicherer aus der Verantwortung ziehen wollen
Inzwischen sind wir hoffentlich alle klüger: Mein unabhängiger Finanzberater erwartet, dass es durch die Niedrigzinsphase noch viele ähnliche Fälle bei den Versicherungen geben wird. Dafür spricht auch die Tatsache, dass manche Versicherungen ihren Kunden bereits anbieten Renten- und Lebensversicherungen vorzeitig zu kündigen, um sich aktuelle Wünsche finanzieren zu können. Solche Briefe soll z.B. die Gothaer Versicherungen verschickt haben. Nach Angaben von Bild und Wall-Street-Online heißt es darin u.a.: „Vielleicht möchten Sie sich einen größeren Wunsch erfüllen und haben daher zusätzlichen Finanzbedarf?“ Zudem werde eine unkomplizierte Abwicklung zugesagt und ein Kündigungsvordruck liege direkt bei.
http://www.wallstreet-online.de/nachricht/9052059-serviceanschreiben-obacht-masche-lebensversicherer-geld
Andere Versicherungen versuchen, die für sie nicht mehr attraktiven Garantie-Lebensversicherungen, im Paket los zu werden. Das berichtet zumindest Focus-Online.
http://www.focus.de/finanzen/versicherungen/lebensversicherung/verkauf-alter-lebensversicherungen-ein-antrag-liegt-schon-vor-versicherer-wollen-lebensversichrungs-kunden-verkaufen_id_6077126.html

Für mich lässt das nur einen Schluss zu: Diejenigen, die mit dem Verkauf der Versicherungen viel Geld verdient haben, wollen sich jetzt aus der Verantwortung ziehen. Zahlen müssen dafür die gutgläubigen Bürger und damit mittelfristig das deutsche Sozialsystem.

Beste Grüße,
V. F. Alle

 

P.S.
Was andere Kunden von Aachen Münchener und DVAG in den vergangenen Jahren erlebten, kann z.B.auch im Wertpapier-Forum nachgelesen werden: http://www.wertpapier-forum.de/topic/31283-aachenmunchener-dvag-die-wunschpolice/page__st__920
und
http://www.wertpapier-forum.de/topic/37644-rente-pur-basisrente-privat-rente-mit-garantie/
Dummerweise wird mir das erst jetzt bewußt. Ich hätte mir viel Geld und Zeit sparen können.

Noch ein Problemfall? Teilfonds der Rente Pur wird aufgelöst!

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Vor wenigen Tagen bekam ich Post von der Aachen Münchener Versicherung. Demnach gibt es mal wieder Probleme mit einem fondsgebundenen Produkt, welches mir durch die Deutsche Vermögensberatung (DVAG) vermittelt wurde.
Mit den Produkten des DWS FlexPension von der Deutsche-Bank-Tochter Deutsche Asset Management (Deutsche AM) schließen Teilfonds des Garantiefondskonzepts, in welchem ein Gelder aus der Rente Pur angelegt sind, bereits zum 18.11.2016. Eigentlich war das Laufzeitende für erst für 2025 geplant. Laut dem Schreiben der Aachen Münchener ist bei dem Fonds aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase eine künftige Wertsteigerung praktisch ausgeschlossen. Die Höchststandsgarantie des Teilfonds DWS FlexPension 2023 werde aber zum Stichtag 18.11.2016 in vollem Umfang durch die Deutsche Asset Management gewährleistet.

Was die Versicherung noch recht nett umschreibt, klingt bei Fonds Professionell vom 21.6. 2016 allerdings nicht mehr so freundlich. „DWS Flex Pension: Deutsche AM liquidiert zwei Drittel aller Teilfonds“ lautet da die Schlagzeile.
Am Ende des Beitrages heißt es zudem: „Bei entsprechenden Marktentwicklungen rechnet sich die Deutsche AM „noch neue Höchststände“ und eine Investition in die „Wertsteigerungskomponente“ aus. Für den Fall einer langfristigen Fortdauer oder einer weiteren Verschärfung des derzeitigen Niedrigzinsumfeldes sei jedoch nicht ausgeschlossen, dass weitere Fonds vorzeitig geschlossen werden.“
Quelle: http://www.fondsprofessionell.de/news/vertrieb/headline/dws-flex-pension-deutsche-am-liquidiert-zwei-drittel-aller-teilfonds-125367/

RentePur2016.jpg
So informierte die Aachen Münchener Ihre Kunden über die Probleme beim Lebensversicherungsvertrag  Rente Pur.

Weil der das Geld nun nicht mehr in den Fonds angelegt werden kann, dürfen die DVAG/Aachen-Münchener-Kunden nun aus einer Liste mehrerer Fonds auswählen. Der Großteil der alternativ angebotenen Fonds sind ebenfalls hauseigene Fonds von der AM.

Nachdem bereits die mir von meinem DVAG-Berater vermittelten Fonds SEB Immoinvest und DWS Immoflex in der Abwicklung sind, gibt es nun also mit dem nächsten Produkt der Finanzpartner DVAG, Aachen Münchener und Deutsche Bank Probleme. Zu meinem DVAG-Berater habe ich seit 2013 keinen Kontakt mehr. Meinen Fall habe ich meinen „Finanzdienstleistern“ bereits mehrfach geschildert – ohne jegliches Entgegenkommen.
Dennoch wird er mir von der Aachen Münchener nun wieder mitgeteilt:
„Zu der Auswahl eines Fonds berät Sie gerne:“
Es folgen Name, Adresse und Telefonnummer

Mir bleibt der Eindruck, dass meine „Dienstleister“ bis heute nichts von meinen Kundenbedürfnissen verstanden haben.
Viele Grüße,
V. F. Alle

Der Nächste bitte: Ex-Finanzminister wechselt in die Finanzbranche

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Wie kann ein ehemaliger Sozialdemokrat und Bankenkritiker wie Per Steinbrück direkt nach seinem Abschied vom Bundestag zu einer Bank wechseln? Und das gerade jetzt, wo viele Banken Personalentlassungen angekündigt haben – auch die ING-Bank?

 

Das fragen sich gerade viele Bundesbürger.

Steinbrück soll künftig Berater des Vorstands der der Direktbank ING-DiBa werden.

 

Politiker sind bei Finanzunternehmen sehr gefragt. Aus gutem Grund.

Als die CDU/CSU-Regierung unter Helmut Kohl 1998 abgewählt wurde, wechselten Ex- Finanzminister Theo Waigel sowie Kohls ehemaliger Kanzleramtschef Friedrich Bohl in den Aufsichtsrat des Finanzdienstleisters Deutsche Vermögensberatung AG (DVAG). Ex-Kanzler Helmut Kohl war dagegen auf Empfehlung seines Freundes und DVAG-Gründers Reinfried Pohl 2002 in den Aufsichtsrat des Versicherungskonzerns Generali gegangen.

 

Heute – wenige Jahre nach der letzten globalen Finanzkrise – werden Banken von den Aufsichtsbehörden strenger überwacht. Finanzvertriebe wie die DVAG fallen dagegen seit 2013 nur noch unter die „Aufsicht“ der Industrie- und Handelskammern (IHK).

Zufall?

Fakt ist: Die DVAG hatte sich genau dafür in den Jahren zuvor stark gemacht. Dokumentiert ist das im Beitrag „Diffuse Zuständigkeit“ im DVAG-Unternehmensblog vom 11. März 2011.

 

Als ich DVAG-Kunde wurde, hielt ich die engen Verbindungen zwischen Politik und Finanzwirtschaft für nicht so schlimm – sah sie sogar als möglichen Kundenvorteil. Nun, da ich mit von der DVAG vermittelten Produkten Probleme habe, sehe ich das anders. Insbesondere nachdem ich vor wenigen Jahren Herrn Waigel darüber informiert habe, dass der Fonds SEB Immoinvest nicht hält, was mir vom netten DVAG-Berater versprochen wurde.

Laut Antwort Waigels sahen aber weder die DVAG noch Aufsichtsratschef Bohl dazu weiteren Handlungsbedarf. Ich wurde behandelt wie ein Einzelfall. Nach meinen eigenen Informationen/Recherchen bin ich das allerdings nicht.

 

Politiker, wie jetzt Per Steinbrück, sollten sich dringend vor Augen führen, dass es bei solchen Wechseln in die Wirtschaft nicht um die Pflege alter Freundschaften geht. Es geht für die Unternehmen um wirtschaftliche Interessen.

Um Vorteile für das Unternehmen zu erlangen werden dazu gerne zwischenmenschliche Beziehungen genutzt. Der Fachbegriff dafür ist: Social Engineering.

Wenn das geschickt umgesetzt wird, bekommt der Betroffene nicht einmal mit, wie sein Wissen und seine Kontakte ausgenutzt werden. Er fühlt sich weiter, wie unter guten Freunden.

Um die Abwicklung dürfen sich nun andere kümmern

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Bevor ich zum aktuellen Anlass komme, möchte ich hier ganz kurz von einem erfolgreichen Maschinenbauunternehmen berichten. Zum Erfolgskonzept des Unternehmens gehört es, dass Mitarbeiter zeitweise auch in anderen Abteilungen arbeiten. Der Konstrukteur geht z.B. anders an seine Arbeit heran, wenn er mal einige Zeit im Kundenservice gearbeitet hat und die Probleme der Kunden hautnah mitbekommen hat, berichtete mir der Geschäftsführer vor einiger Zeit sinngemäß.

Bei meinen Finanzdienstleistern läuft das scheinbar anders.

Vor wenigen Tagen bekam ich von der Deutschen Bank die neusten Informationen zum DWS ImmoFlex. In dem Schreiben wird darauf hingewiesen, dass die DWS Investment GmbH Ihr Vermögensmandat 2013 gekündigt hat und das Verfügungsrecht auf die State Street GmbH übergegangen ist. Außerdem heißt es:

„Die künftige Entwicklung des DWS ImmoFlex Vermögensmandat wird weiterhin im Wesentlichen von der Entwicklung der Zielfonds beeinflusst. Alle der neun investierten Zielfonds befinden sich in Liquidation.“ Zu den Zielfonds gehören im Wesentlichen der SEB Immoinvest sowie der CS Euroreal EUR.

DWS-Immo2016
So informierte die Deutsche Bank die Anleger des DWS Immoflex Mitte 2016..

Wie bereits beim SEB Immoinvest, hat sich also auch beim DWS ImmoFlex das ursprüngliche Management zurückgezogen. Die Anleger können ihre Anteile dagegen nur mit Verlust verkaufen oder müssen warten, was sie am Ende der Abwicklung heraus bekommen.
Die Informationen zu den Fonds bekomme ich längst auch nicht mehr von meinem Vermögensberater (von dem mir die Fonds vermittelt wurden) oder der Deutschen Vermögensberatung AG (DVAG), sondern von den Banken.
Als die Deutsche Bank vor wenigen Wochen die Depotgebühren von einem Konto abbuchen wollte, welches nicht mehr aktiv ist, versuchte ich das bei meiner Deutschen-Bank-Filiale zu regeln. Der Bankmitarbeiter sagte mir jedoch, dass er das nicht selbst tun könne, weil das Beratungsmandat bei der DVAG liege. Meine Beschwerde dazu wollte die Bank prüfen und mir bis 16.8.2016 („in den nächsten zwei Wochen“) eine Rückmeldung geben. Unter anderem geht es darum, dass die Einzugserlaubnis für die Depotgebühr, auf die sich die Bank beruft, zu einem anderen Vertrag gehört und der Vertrag zum DWS ImmoFlex nicht mit den Originalvertragsunterlagen erfolgte.

Pünktlich habe ich von der Deutschen Bank am Donnerstag die Rückmeldung erhalten, dass die die Prüfung noch etwas mehr Zeit in Anspruch nehme.

Zurück zur DVAG: Von einem Bekannten, der selbst im Versicherungsgeschäft tätig ist, weiß ich, dass es bei der DVAG üblich ist, sich eine Nachbetreuung bei solchen Kundenfragen von den Geschäftspartnern zusichern zu lassen.
Unter Vertriebsgesichtspunkten erscheint es mir nachvollziehbar, dass sich der Finanz-/Versicherungs-Partner um Detailfragen zu bereits abgeschlossenen Verträgen kümmert. Die „Vermögensberater“ können sich damit weitgehend auf das Vermitteln neuer Verträge konzentrieren und müssen sich nicht länger als nötig mit den Problemen der alten Verträge beschäftigen.
Mit Blick auf eine nachhaltige Geschäftsentwicklung bei der DVAG und ihren Partnern halte ich diese Strategie allerdings für sehr riskant.Diese Struktur führt zwar kurfristig zu Vertragsabschlüssen aber nicht unbedingt zu höherer Kundenzufriedenheit.

Viele Grüße,
V. F. Alle

Vertrauen und Verantwortung: „Ich habe immer alles einfach unterschrieben.“

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Nein, ich hatte nicht einfach unterschrieben, als mir der Kaufvertrag für die Anteile des Fonds SEB Immoinvest vorgelegt wurde.
Das Zitat „Ich habe immer alles einfach unterschrieben“ stammt von Franz Beckenbauer. Er sagte das in einem aktuellen Interview mit der Süddeutschen Zeitung, im Bezug auf eine Vertragsvorlage im Zusammenhang mit der Fußball-WM-Vergabe für 2006. Beckenbauer habe demnach denen vertraut, die ihm die Schriftstücke vorlegten. http://www.sueddeutsche.de/sport/wm-affaere-beckenbauer-im-sz-interview-ich-habe-immer-alles-einfach-unterschrieben-1.2747950

In dem ich meinen Fall mit den offenen Fragen zur WM-Vergabe verbinde, will ich deutlich machen, dass es normal ist Freunden und guten Bekannten zu vertrauen. Genau das macht sich das Empfehlungsmarketing zu Eigen und manchen Personen nutzen das zu ihrem persönlichen Vorteil aus.

Die Finanzbranche beherrscht das perfekt. Das hat sich weder nach der Finanzkrise noch nach Erkenntnissen aus den Fällen Mehmet Göker und Carsten Maschmeyer geändert.
Im Gegenteil der kundenunfreundliche (weil provisionsgebundene) Finanzvertrieb wurde in der Vergangenheit noch gestärkt.

Ich merke, dass inzwischen mehr Menschen Zweifel bekommen, ob sie wirklich aus dem SEB Immoinvest herausbekommen, was sie eingezahlt hatten. Wenn sie die Verträge bei einem Finanzvertrieb abgeschlossen haben, dann werden sie zudem merken, dass ihnen im Gegensatz zu Banken weder die Finanzaufsicht (BaFin) noch Ombudsstellen helfen werden und, dass sie durch ihr zögern vor Gericht zu ziehen wichtige Fristen verpasst haben.

Deshalb will ich in meinem nächsten Beitrag zusammenfassen, was Politiker mir zu meinem Fall geantwortet haben und warum sie ihre Werbung für meinen Dienstleister bisher noch nicht zurückgenommen haben.

Viele Grüße,
V. F. Alle