Geld

Vermögensberater als Verbraucherschützer

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Als ich unterschiedliche Ansichten zum Erfolg der Riester-Rente recherchiert, stieß ich auf einen Dialog zwischen zwei DVAG-Vertretern bei Facebook. Dort machen sie sich über den Verbraucherschutz lustig und suggerieren sogar bessere Verbraucherschützer zu sein.
Weil es mir nicht um einzelne Personen geht, sondern darum den Systemfehler im Zusammenhang mit Finanzvertrieben wie der DVAG deutlich zu machen, habe ich die Klarnamen vorborgen.

Riester-DVAG-Verbrauchers-anonym

Mich wundert diese (Selbst-)Einschätzung sehr. Oder muss man eher von Selbstüberschätzung sprechen?
Denn nur zwei Tage nach diesem Facebook-Dialog gab es bei „Hart aber Fair“ (ARD am 22.1.2018) unter dem Titel „Crash der Lebensversicherungen: Panikmache oder echte Gefahr?“ eine Diskussion über Probleme bei Produkten zur Altersvorsorge.
https://www1.wdr.de/daserste/hartaberfair/videos/video-crash-der-lebensversicherungen-panikmache-oder-echte-gefahr–102.html

Hier ging es zwar nicht direkt um Riester-Produkte. Es wurde aber deutlich wie die Versicherungsbranche Kunden mit Versprechen wie „Garantiezins“ getäuscht hat.
Selbst Peter Schwark, Mitglied der Geschäftsführung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV), musste einräumen: „Versichert wird nicht mit Garantiezins, sondern mit garantierten Leistungen. Im Fall von Herr Nolden muss man sehen, er hat ja auch einen Risikoschutz gehabt: Der Todesfallschutz … … der kostet natürlich auch Geld.“

Für Versicherungsexperten mag das klar sein. Für Kunden ist das leider aus den Verträgen mit zahlreichen Fachformulierungen selten ersichtlich. Das machte in der Hart-aber-Fair-Sendung Kerstin Becker-Eiselen deutlich. Sie ist übrigens Finanzexpertin der Verbraucherzentrale Hamburg

Mit Sicherheit gehört es nicht zu den Aufgaben erfolgreicher Vertriebsorganisationen wie der DVAG zu sehr auf die Risiken in den Verträgen hinzuweisen. Insofern ist hier auch für Kunden der DVAG Vorsicht geboten.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man sich in freundschaftlicher Atmosphäre mit seinem Vermögensberater sicherer fühlt als beim Gespräch in einer Bank. Das ist allerdings ein Trugschluss. Den Banken werden seit der Finanzkrise 2009 von der Finanzaufsicht noch strenger kontrolliert und reglementiert. Finanzvertriebe wie die DVAG werden in Deutschland dagegen nicht von der Finanzaufsicht überwacht. Für Banken und Versicherungen ist das ein gutes Argument den Vertrieb auszugliedern.

 

Viele Grüße,
V. F. Alle

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Handelsblatt hat beim SEB Immoinvest nachgerechnet

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Vor kurzem hat eine Autorin vom Handelsblatt mal nachgerechnet, was die Schließung und Abwicklung des (von der DVAG massiv in unterschiedlicher Form vertriebenen) SEB Immoinvest aktuell bedeutet.

Nachzulesen ist das hier:  https://presse-nachrichten.com/2017/10/19/die-letzten-reste-vom-seb-immoinvest/

HB_SEB

Nachdem bekannt ist, dass schon mehrere DVAG-Kunden die Deutsche Vermögensberatung wegen des SEB Immoinvest verklagt haben, ist das beschriebene Beispiel kein Einzelfall. Vor dem Hintergrund halte ich den DVAG-Werbeslogan „Vermögensaufbau für Jeden“ für eine bewußte Verbrauchertäuschung.

Bei rund sechs Millionen DVAG-Kunden sind das für mich fast Dimensionen wie beim Dieselskandal.

Meine Hinweise an das DVAG-Management sowie führende (Ex-Politiker) blieben bisher leider wirkungslos.

Viele Grüße,

V. F. Alle

geprellte-vermoegensberater.org ist nicht mehr erreichbar

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Es war bereits vor einiger Zeit angekündigt: Die Homepage geprellte-vermögensberater.org ist seit kurzem nicht mehr zu erreichen.

 
„This domain name expired on 2017-08-16 09:28:34“
 heißt es dort jetzt.

Das bedeutet leider auch, dass einige Beiträge auf die ich verlinkt hatte nicht mehr ereichbar sind. Falls jemand daran interessiert ist, bitte einfach melden. Ich habe Kopien gemacht und einige Teilnehmer aus dem Forum sicher auch.

Vielen Dank an die Betreiber und diejenigen, die zu sachlichen Diskussionen beigetragen haben.

Viele Grüße,
V. F. Alle

Was dürfen ehemalige Bundeskanzler?

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„Ein ehemaliger Bundeskanzler hat eine Verantwortung, die über den Tag seines Amtes hinausgeht. Er kann nicht mit dem Verlassen des Kanzleramtes seine Verantwortung an der Garderobe abgeben“, das sagte Edda Müller, Deutschland-Chefin von Transparancy International heute im ZDF-Morgenmagazin. Anlass war das Engagement von Altkanzler Gerhard Schröder im Aufsichtsrat des russischen Ölkonzerns Rosneft.
SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hatte zwar gesagt, dass er das selbst nicht getan hätte bezeichnete es aber als Schröders Privatsache. CDU-Politiker Norbert Röttgen bezeichnete das Verhalten des Kanzlerkandidaten darauf hin als Führungsschwäche. Auch der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer übte Kritik. Gegenüber der FAZ hatte er gesagt: „Das Ganze hat ein Geschmäckle, weil private wirtschaftliche Interessen und Politik vermischt werden.“

Recht hat er. Allerdings:

Ich frage mich, warum solche Diskussionen oft vor Bundestagswahlen geführt werden? Außerdem wundere Ich mich, warum CDU- und CSU-Politiker das auf einmal so kritisch bewerten. Helmut Kohl war doch auch Aufsichtsrat beim Versicherungskonzern Generali und Beiratsmitglied bei der Deutschen Vermögensberatung (DVAG). Sein ehemaliger Kanzleramtschef Friedrich Bohl und der ehemalige CSU-Finanzminister Theo Waigel wechselten in den DVAG-Aufsichtsrat.
Nach meiner Einschätzung sind diese privaten Interessen der Politiker aus dem Kabinett Kohl keineswegs besser zu bewerten als die von Altkanzler Schröder, der in der Vergangenheit ja auch gute Kontakte zu einem Finanzvertrieb (Carsten Maschmeyer/AWD) pflegte.
Welche Verbindungen nun schlechter für die Einwohner Deutschlands sind, könnte durchaus mal hinterfragt werden, insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion über eine Rufmordkampagne am AWD. Dann würde sicher auch klar, dass wirtschaftliches Engagement von hochrangigen Politikern keine Privatsache ist.

Viele Grüße,

V. F. Alle

Wurde eine Rufmordkampagne gegen Finanzdienstleister AWD von der DVAG finanziert?

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Jetzt wird es spannend. Wie die Zeitung „Die Welt“ heute berichtet, hat ein Informant angeben den Finanzvertrieb AWD von Casten Maschmeyer durch gezielte Kampagnen geschädigt zu haben. Bezahlt wurde er laut dem Bericht vom Wettbewerber Deutsche Vermögensberatung (DVAG) aus Frankfurt/Marburg.

https://www.welt.de/wirtschaft/article167624153/Insider-bekennt-sich-zu-Rufmord-Kampagne-gegen-AWD.html

Laut dem Handelsblatt hatte der Informant und Ex-AWD-Mitarbeiter dabei nach eigenen Angaben sogar Kontakt zu DVAG-Aufsichtsrat und Ex-Kanzleramtschef (unter Helmut Kohl) Friedrich Bohl.

 

Mich erinnert das an einen Hinweis eines meiner Leser, der mir schon vor Jahren schrieb, dass die DVAG schlimmer als die AWD und Maschmeyer sei.

Das müssen jetzt wohl andere prüfen. Ich bin auf das Ergebnis gespannt.

 

Viele Grüße,

V. F. Alle

 

Unbezahlbar! Danke Junior!

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Es gibt Tage, an denen rückt das Finanzielle in den Hintergrund. Dann sind SEB Immoinvest, DWS Immoflex, DVAG und Deutsche Bank Nebensache für mich und anscheinend auch für die Leser meines Blogs.
Heute war so ein Tag. Und das ist gut so. Nachdem die Aufrufe meines Blogs Ende April und Anfang Mai deutlich in die Höhe geschnellt sind (was meine bisherigen Vermutungen bestätigte), ist heute etwas Normalität eingetreten.

Die Zeit habe ich genutzt, um mir von meinem Sohn seine Radtour-Entdeckung zeigen zu lassen. Insgesamt waren wir 70 km unterwegs, einen großen Fluss entlang, durch frisches Grün und graue Industriekultur. Die Kontraste konnten kaum stärker sein. Mir hat es sehr gefallen und dafür konnte ich auch gut auf mein Vatertags-Bier verzichten.

Industrie-Natur

Danke Junior. Das war ein unbezahlbarer Tag für mich. Diesmal musste ich mein Kind nicht zur Radtour ermuntern. Diesmal hat mein Kind mir gezeigt wo es lang geht und ich konnte mich gut darauf einlassen. Ganz ohne elektronisches Navigationssystem haben wir unseren Weg gefunden. Ein guter Orientierungssinn kann im Leben viel Wert sein.

Viele Grüße,
V. F. Alle

Neues von meinen „Dienstleistern“

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Jetzt vertreibt die Deutsche Vermögensberatung (DVAG) also ein neues Produkt von den Premium-Partnern Deutsche Bank und DWS Investment (an der die DVAG übrigens beteiligt ist). Es ist eine kombinierte Anlageaus Fonds und Festgeld. Siehe Beitrag auf Cash Online: http://www.cash-online.de/investmentfonds/2017/festgeld-fondsanlage/372146?utm_source=nl&utm_medium=email&utm_campaign=finanznews050417

 

Der Blick geht also nach vorn. Für DVAG-Kunden denen z.B. der DWS-Immoflex vermittelt wurde, sieht es dagegen nicht mehr so gut aus. Die darin enthaltenen Fonds (z.B. SEB Immoinvest und CS Euroreal) befinden sich in der Abwicklung und die Deutsche Bank baut in ihren Filialen Personal und Leistungen ab.

 

Ein Beispiel: Bereits beim Besuch meiner Deutsche-Bank-Filiale im Dezember 2016 wurde mir mitgeteilt, dass es künftig kein Bargeld mehr in der Filiale geben soll und mir die Fondsausschüttungen dann nicht mehr ausgezahlt werden können. Außerdem werde mein Konto ja von der DVAG betreut. Stattdessen könne man mir ja ein Online-Konto eröffnen. Auf noch ein Konto bei der Bank, die von mir weiter Gebühren für ein Depot verlangt über dessen Geld ich nicht frei verfügen kann, möchte ich allerdings gerne verzichten. Alternativ wurde mir angeboten, das Depot auf eine andere Bank zu übertragen. Auch das wollte ich nicht. Ich möchte einfach sehen, was mir die Geschäftsbeziehung mit den „Dienstleistern“ als Kunde bringt.

Als ich nun wieder in die Deutsche-Bank-Filiale kam, herrschte eine merkwürdige Stimmung. Die Mitarbeiter schienen schlecht organisiert und fanden manche Unterlagen nicht. Sie wirkten frustriert, auch wenn Sie es sich vor den Kunden nicht anmerken lassen wollten. Zumindest half mir eine Mitarbeiterin. Sie hatte Verständnis dafür, dass ich kein neues Konto bei der Deutschen Bank haben will und überwies mir die Ausschüttung auf mein Girokonto bei einer anderen Bank.

 

Während die Mitarbeiter an der Basis also noch versuchen zu retten was zu retten ist, haben die hohen Herren bei  DVAG und Deutscher Bank mich und andere DVAG-Kunden längst abgeschrieben.  Im Management der Deutschen Bank fühlt man sich für DVAG-Kunden nicht zuständig, weil der Verträge ja nicht von Bankmiterbeitern vermittelt wurden. Im DVAG-Management fühlt man sich auch nicht zuständig, weil die Probleme der Fonds für den Finanzvertrieb angeblich nicht vorhersehbar waren. Im Zweifel ist der Vermögensberater schuld, der etwas falsches vermittelt hat. Und der haftet bei der DVAG selbst! Bei einer Falschberatung durch die Bank müsste die Bank haften. So ist die Vertrags- bzw. Gesetzeslage.

>> Menschlichkeit ist ein Kernwert der Deutschen Vermögensberatung. „Menschen brauchen Menschen“ – dieser Leitsatz des Unternehmensgründers Prof. Dr. Reinfried Pohl ist heute aktueller denn je. Deshalb sehen wir unseren Erfolg immer auch als unternehmerische Verantwortung gegenüber denen in unserer Gesellschaft, die Hilfe benötigen. <<

Quelle: https://www.dvag.de/dvag/das-unternehmen/gesellschaftliche-verantwortung.html

Die Menschlichkeit, die angeblich Kernwert der DVAG ist, scheint mir hier nur ein wertloses Etikett zu sein. Das sollten die potenziellen Kunden der neuen Anlageprodukte beachten.

Viele Grüße,

V. F. Alle