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Was dürfen ehemalige Bundeskanzler?

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„Ein ehemaliger Bundeskanzler hat eine Verantwortung, die über den Tag seines Amtes hinausgeht. Er kann nicht mit dem Verlassen des Kanzleramtes seine Verantwortung an der Garderobe abgeben“, das sagte Edda Müller, Deutschland-Chefin von Transparancy International heute im ZDF-Morgenmagazin. Anlass war das Engagement von Altkanzler Gerhard Schröder im Aufsichtsrat des russischen Ölkonzerns Rosneft.
SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hatte zwar gesagt, dass er das selbst nicht getan hätte bezeichnete es aber als Schröders Privatsache. CDU-Politiker Norbert Röttgen bezeichnete das Verhalten des Kanzlerkandidaten darauf hin als Führungsschwäche. Auch der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer übte Kritik. Gegenüber der FAZ hatte er gesagt: „Das Ganze hat ein Geschmäckle, weil private wirtschaftliche Interessen und Politik vermischt werden.“

Recht hat er. Allerdings:

Ich frage mich, warum solche Diskussionen oft vor Bundestagswahlen geführt werden? Außerdem wundere Ich mich, warum CDU- und CSU-Politiker das auf einmal so kritisch bewerten. Helmut Kohl war doch auch Aufsichtsrat beim Versicherungskonzern Generali und Beiratsmitglied bei der Deutschen Vermögensberatung (DVAG). Sein ehemaliger Kanzleramtschef Friedrich Bohl und der ehemalige CSU-Finanzminister Theo Waigel wechselten in den DVAG-Aufsichtsrat.
Nach meiner Einschätzung sind diese privaten Interessen der Politiker aus dem Kabinett Kohl keineswegs besser zu bewerten als die von Altkanzler Schröder, der in der Vergangenheit ja auch gute Kontakte zu einem Finanzvertrieb (Carsten Maschmeyer/AWD) pflegte.
Welche Verbindungen nun schlechter für die Einwohner Deutschlands sind, könnte durchaus mal hinterfragt werden, insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion über eine Rufmordkampagne am AWD. Dann würde sicher auch klar, dass wirtschaftliches Engagement von hochrangigen Politikern keine Privatsache ist.

Viele Grüße,

V. F. Alle

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Machtmenschen: Kohl, Pohl und andere Freunde

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Jetzt ist der Kanzler der Deutschen Einheit beerdigt. Doch sowohl für viele seiner politischen Wegbegleiter als auch Journalisten gibt es neben dem lobenswerten Einsatz für die deutsche Wiedervereinigung und ein vereintes Europa noch die bis heute unaufgeklärte Spendenaffäre. Altkanzler Kohl hat sie, wie einiges andere auch, einfach ausgesessen.

In meinem Blog gab es seit dem Tod von Helmut Kohl einige Aufrufe, die sich für den Streit zwischen Kohl und Norbert Blüm sowie die Verbindung zwischen dem Altkanzler und dem Gründer der Deutschen Vermögensberatung AG (DVAG) Reinfried Pohl interessierten.  Deshalb möchte ich das noch einmal aufgreifen.

Wie Kohl ist Pohl eng mit der CDU-Spendenaffäre verknüpf.  Beide sind inzwischen verstorben und haben ihr Wissen mit ins Grab mitgenommen. Als Kohl wegen der Spendenaffäre nach seiner Amtszeit von Teilen der CDU kritisiert wurde, lies Pohl seine CDU-Parteimitgliedschaft ruhen. Fakt ist, dass Pohl über unterschiedliche Ableger der DVAG größere Summen an die CDU gespendet hat. Fakt ist auch, dass Kohl nach seiner Amtszeit eng mit dem Patriarchen aus dem Finanzvertrieb zusammengearbeitet hat.  Statt Ehrenvorsitzender der CDU wurde Kohl zum Ehrenvorsitzender im Beirat der DVAG. Siehe auch:  http://www.handelsvertreter-blog.de/2017/06/20/ehrenvorsitzender-des-beirates-der-dvag-verstorben/
Seine Regierungskollegen Theo Waigel (Ex-Bundesfinanzminister) und Friedrich Bohl  (Ex-Kanzleramtschef) wechselten in den DVAG-Vorstand. Heute hat die DVAG in Deutschland ein Monopol im Finanzvertrieb. Die guten Kontakte und vielleicht auch die Parteispenden haben sich für Reinfried Pohl also ausgezahlt.

Ausgezahlt haben sich die Kontakte scheinbar auch für den Journalisten und Ex-Bildzeitungs-Chefredakteur Kai Diekmann. Als Trauzeuge bei Kohls zweiter Ehe war Diekmann immer besonders nah bei Kohl dabei, bis über seinen Tod hinaus. Der kritische Bild-Blog spricht von „Trauzeugen-Journalismus“. Siehe:   http://www.bildblog.de/2959/trauzeugenjournalismus/

Das letzte Bild vom Altkanzler hat Ex-Bild-Chef Diekmann sogar selbst geschossen. Auch das wird von anderen Medienvertretern kritisch bewertet. Siehe:  http://meedia.de/2017/06/19/unvergessene-helmut-kohl-cover-von-der-umfaller-bis-zu-die-abrechnung/

Kohl-Bild-Hintergrund


Geschadet hat es Diekmann auf seinem Weg nicht. Es scheint sogar plausibel, dass er in Kohl einen guten Informanten hatte. Neben viel Lob für den Altkanzler war beispielsweise vom aktuellen Bundestagspräsidenten Norbert Lammert anlässlich Kohls Todes auch folgendes zu vernehmen: „… und nicht selten verblüfte er seine Gesprächspartner mit Nachfragen oder Beschreibungen aus ihrem Verantwortungsbereich – zu Vorgängen, die sie noch gar nicht kannten, er aber wohl.“

Kohl-Lammert-Erinnerung

Quelle (Focus-Online): http://videos2.focus.de/wochit/2017/06/22/594b9c4de4b05a3f88b87439-1280x720_Jun_22_2017_11_11_55.MP4

Auch in der Familie scheinen die Machtkämpfe weiterzugehen. Öffentlich war zu sehen, wie der Sohn und die Enkel Kohls daran gehindert wurden, Abschied vom Vater und Opa zu nehmen. Kohls aktuelle Ehefrau hat sich hier gegen die leiblichen Verwandten durchgesetzt, auch was Details der Trauerfeier anging. Oft mit dabei war übrigens Ex-Bild-Chefredakteur Diekmann.

 

Obwohl  inzwischen zwei wichtige Akteure der CDU-Spendenaffäre verstoben sind, wäre es nun eine gute Gelegenheit die Fragen der Vergangenheit zu klären und Frieden zu finden. Ich bin mir sicher, dass es noch einige Wegbegleiter Kohls gibt, die hierzu etwas beitragen könnten.

Noch einmal: Kohls Verdienste für die Einheit Deutschlands und Europas sind für mich unbestritten. Gleichzeitig würde eine Aufklärung der Spendenaffäre dazu beitragen lang anhaltende und unwürdige Spekulationen über Verbindungen zwischen Kohl und seinen Parteispendern zu beenden.

 

Ich wünsche dem Altkanzler, dass er nun seinen Frieden findet und, dass seine Angehörigen lernen friedlich miteinander umzugehen. Machtkämpfe kosten nur Energie. Diese Energie können wir in einer Welt, die sich um Umbruch befindet, sicher besser einsetzen.

 

Liebe Grüße,

V. F. Alle

 

Hier sind noch Links zu Beiträgen von mir, die in den vergangenen Tagen zu dem Thema Freunde und Affären aufgerufen wurden:

https://vfalle.wordpress.com/2014/10/07/kohl-nennt-blum-verrater-die-spendenaffare/

https://vfalle.wordpress.com/2015/11/15/dicke-freunde-ich-konnte-mir-nicht-vorstellen/

Alle Jahre wieder – Top-Chancen für Vermögensberater?

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Alle Jahre wieder …
… ist scheinbar nicht nur Weihnachten, sondern erhält die DVAG auch eine Bestnote von der Assekurata. „DVAG zum zehnten Mal in Folge mit Bestnote beim Karriere-Rating“, heißt es dazu in eine Pressemitteilung vom 22. Juni.
Quelle: http://www.assekurata-solutions.de/presse/pressemitteilungen/detail/dvag-zum-zehnten-mal-in-folge-mit-bestnote-beim-karriere-rating/

Interessant ist, dass in der Pressemitteilung keine Wettbewerber der DVAG genannt werden. Beim näheren Hinschauen wird das aber auch klar. Weitere geprüfte Unternehmen sind die Alfinanz Deutsche Vermögensberatung Aktiengesellschaft, die SVAG Schweizer Vermögensberatung, die Deutsche Vermögensberatung Bank AG in Österreich, die A.S.I. Wirtschaftsberatung AG sowie zwei nicht genannte Unternehmen (siehe http://www.assekurata-solutions.de/veroeffentlichte-ergebnisse/karriere-rating/eigenstaendig/)
Mindestens vier von sieben untersuchten Unternehmen hängen also mit der Deutschen Vermögensberatung (DVAG) zusammen. Was kann eine solche Bewertung wert sein?

Manchen Finanzmedien ist das trotzdem eine Meldung wert und für den DVAG-Marketingchef Dr. Helge Lach ist die Auszeichnung ein Grund zur Freude.
http://finanzwelt.de/dvag-fuer-karrierechancen-ausgezeichnet/

Auch dank politischer Kontakte hat sich die DVAG in den vergangenen Jahren scheinbar ein Monopol geschaffen, aber dazu im nächsten Beitrag mehr.

Viele Grüße,
V. F. Alle

Willkommen im Lobbyismus – der nächst Schritt zum Selbstbetrug

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Irgendwie hatte ich es bei meinen Recherchen über meinen Finanzdienstleister ja bereits geahnt, dass die erfolgreiche Lobbyarbeit der Finanzbranche irgendwann auch „Vorbild“ für andere Branchen wird. In meinem Blog hatte ich allerdings bisher eher den Begriff Empfehlungsmarketing verwendet, der die Grundlage erfolgreicher Lobbyarbeit ist.
Jetzt ist der Lobbyismus auch in meinem direkten Umfeld angekommen. Von Branchenvertretern, bei denen ich bisher eigentlich immer willkommen war, wurde ich kürzlich in der Pause einer Konferenz freundlich darüber informiert, dass man interne Dinge zu besprechen habe. Später erfuhr ich, dass es um Strategien für die eigene Lobbyarbeit ging.

Für mich ist das sehr befremdlich. Längst ist doch klar, dass die Politik-Berater in Berlin und Brüssel zwar die Interessen der von ihnen vertretenen Unternehmen und Branchen im Blick haben und immer weniger die Interessen der Bürger bzw. Verbraucher. Sonst müssten wir nicht über Probleme der privaten Altersvorsorge diskutieren und auch nicht über praxisuntaugliche Abgasmessungen in der Automobilindustrie.

In Deutschland verstellt uns zudem die starke Konzentration auf die aktuelle Flüchtlingspolitik, den Blick auf andere dringende Baustellen, z. B. auch die Folgen des Atomausstiegs. Ein Topmanager berichtete mir vor wenigen Tagen, dass der Rückbau der deutschen Kernkraftwerke längst nicht geklärt sei und er sich sehr darüber wundere, dass jetzt wieder über die Höhe der dafür notwendigen finanziellen Rücklagen debattiert werde. In den USA haben die Betreiber nach seinen Aussagen mehrere hundert Millionen Dollar hohe Bargeld-Rücklagen für jede Anlage gebildet. Wenn der Rückbau billiger werde, dann hätten diese sogar wieder Geld übrig. In Deutschland sehe es danach aus, dass nicht genügend Geld vorhanden sei und Kosten auf die Allgemeinheit umgelegt werden müsste. Das erinnert mich stark an die letzte Finanzkrise.

Aber zurück zum Empfehlungsmarketing, welche im Lobbyismus eine wichtige Rolle spielt. Wie ich bereits in meinem Beitrag „Empfehlungsmarketing wirkt auf allen Ebenen“ berichtete, geht es sowohl darum Politiker für die eigene Sache zu begeistern als auch die Öffentlichkeit (potenzielle Kunden und Mitarbeiter). Das geschieht inzwischen verstärkt über „Content Marketing“. Unternehmen nutzen dabei auch die aktuelle Finanzschwäche von klassischen Medien und bieten eigene, gut aufbereitete und inzwischen häufig auch multimediale Inhalte – sogenannten Content.
Immer öfter gehen Unternehmen diesen Weg, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Im einfachsten Fall geht es darum ein bestimmtes Produkt oder eine Produktgruppe als besonders relevant für die Öffentlichkeit oder zumindest die entsprechende Zielgruppe darzustellen. In anderen Fällen geht es um die Zustimmung oder Ablehnung von Großprojekten.
Details dazu hat die gewerkschaftsnahe Otto Brenner Stiftung kürzlich veröffentlicht:
https://www.otto-brenner-stiftung.de/otto-brenner-stiftung/aktuelles/content-marketing.html
Wem Studien zu trocken sind, dem empfehle ich einen Beitrag in der Wochenzeitung „Die Zeit“, die der sehr lesenswert konkrete Beispiele des Content Marketings beschreibt:
http://www.zeit.de/2016/25/content-marketing-journalismus-unternehmen-kundendaten

Die Meinung von Politikern und Bürgern wird also immer stärker beeinflusst. Immer mehr Unternehmen nutzen die Möglichkeit des Content Marketing – entweder einfach weil sie es können und es dafür scheinbar keine wirksamen Grenzen gibt, oder weil sie das „tun müssen“, weil das ja alle tun. Die Digitalisierung hilft ihnen dabei.

Ich finde das irre und unverantwortlich.
Solche Strategien führen zu Selbstbetrug. Positiver ausgedrückt ist das Zweckoptimismus. Mit einer aus eigenenen Interessen vorwiegend positiven Berichterstattung, werden die negativen Warnsignale immer öfter ausgeblendet.
Fakt ist: Damit wird verhindert, das längst überfällige Reformen angepackt werden.
Um klar zu machen, worum es gerade geht, habe ich schon vor längerer Zeit ein Schild entworfen. „Aussitzen verboten – Kinder haften für ihre Eltern“ ist meine Botschaft.

AussitzenVerboten
Aussitzen verboten:  Können wir es uns leisten so weiterzumachen wie bisher? Ich glaube nicht. Diejenigen, die heute die Macht haben etwas zu verändern, verhalten sich äußerst passiv. Sie könnten damit sogar noch durchkommen. Für die Generation danach wird es aber umso schwerer, die „Altlasten“ (ungelösten Probleme) zu bewältigen.

Als Vater sehe ich mich in der Verantwortung für meine Kinder. Damit meine ich nicht nur die Erziehung und was ich ihnen vielleicht bei meinem Ableben an materiellen oder finanziellen Dingen hinterlasse. Mir geht es darum ihnen einen Lebensraum zu hinterlassen, der es ihnen erlaubt, ihr eigenes Leben und ihre eigene Zukunft zu gestalten.

Die eigenen Interessen zu vertreten, ist dabei für mich nicht das eigentliche Problem. Nur wird im Zeitalter der Digitalisierung fast alles bis zum Geht-nicht-mehr optimiert. Und weil Lobbyismus bisher gut funktionierte, wir das nun scheinbar ausgereizt.
Dabei ist es wie in der Medizin: Es hängt von der Dosierung ab, ob eine Substanz eine heilende oder eine vernichtende Wirkung entfaltet.

Viele Grüße,
V. F. Alle

Störungen im Betriebsablauf (2): Ein Whistleblower berichtet

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Eigentlich brauchen Journalisten keinen Whistleblower um zu erkennen, was in ihrer Branche gerade schief läuft.

Aber vielleicht brauchen alle anderen Menschen Whistleblower um zu erkennen wie es um ihre Meinungsbildung bestimmt ist.

„Die traurige Wahrheit ist, dass einige der prominentesten und fähigsten Medienorganisationen der Welt nicht daran interessiert waren, über diese Geschichte zu berichten.“

Das schreibt der Whistleblower, der den Finanzskandal um die Panama-Papers genannte Steuerafähre in rollen gebracht hat in einem Manifest, welches die Süddeutsche Zeitung veröffentlichte.

Siehe: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/panama-papers-das-manifest-von-john-doe-1.2982442

Es geht darin um Geld und die Macht reicher Menschen über Medien. Der Autor kommt zu dem Ergebnis: Banken, Finanzaufsichts- und Steuerbehörden haben versagt

 

Das kommt mir irgendwie bekannt vor.

Mit meinem letzten Blogbeitrag wollte ich das zum Ausdruck bringen. Aber es ist besser, wenn es ein Außenstehender so deutlich formuliert.

 

Sonnige Grüße

V. F. Alle

 

„Störungen im Betriebsablauf“ – Was können Journalisten noch leisten?

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Bei meinen privaten Recherchen habe ich mich mehrfach  gefragt, warum manche Themen gar nicht oder kaum von Journalisten behandelt werden. Ich habe schon  geahnt, dass es an finanziellen und personellen Ressourcen liegen könnte. In meinem beruflichen Tätigkeitsbereich erlebe ich das ja auch.

 

Nun kommt ein deutliches  Alarmsignal aus dem Deutschen Journalisten-Verband (DJV).
Es geht um die Meinungsfreiheit.

 

Das Medienmagazin „Journalist“ ist in den vergangenen Monaten immer dünner geworden und der Chefredakteur des Magazins hofft auf eine baldige gute Lösung für sein Blatt. Vor allem geht es wohl um das Geld, das nötig ist, um intensive Recherchen und die professionelle Umsetzung von journalistischen Beiträgen zu gewährleisten – zumindest bisher.

 

Doch der Fall des Satirikers Böhmermann zeigt, dass in Deutschland auch die Meinungsfreiheit inzwischen durch politische Einflussnahme in Gefahr ist.

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Zurück zum lieben Geld: Ich erlebe selbst, dass freie Autoren sich dazu gezwungen sehen, auch für Unternehmen und Verbände zu arbeiten. Sie tun das, obwohl sie lange aus innerer Überzeugung darauf verzichtet haben.  Sie wollen schließlich ihre Familien ernähren können. Das ist ein starkes Argument.
Je mehr sich das vermischt, umso schwerer wird es bei aller Überzeugung zwischen einer Auftragsarbeit und einer kritisch distanzierte Recherche umzuschalten.

 

Unternehmen und Branchenvereinigungen haben das gemerkt. Sie nehmen ihre Kommunikation inzwischen selbst in die Hand. Ein Beispiel dafür ist der Gesamtverband der Deutschen  Versicherungswirtschaft (GDV). http://versicherungswirtschaft-heute.de/koepfe/gdv-neue-kommunikationsstrategie-mit-paterak/

Dazu zähle ich aber auch über die Aktivitäten meines Finanzdienstleisters DVAG. Über die zweifelhaften Berechnungen im DVAG-Blog hatte ich in meinem Blog-Beitrag vom 5.5.2016 bereits berichtet.

Kritische Journalisten erleben dagegen, dass es immer schwerer wird bei Unternehmen an Informationen zu kommen. Denn die bedienen lieber Medien, die unkritisch sind oder die sie in Form von eigenen Internet-Inhalten gleich selbst gestalten können.

 

Eine Meinungsbildung wird dadurch erschwert. Journalisten erkennen die Gefahr schon länger. Aber wenn Journalisten mal mit ihren Schlussfolgerungen falsch liegen,  wird im Moment schnell  die ganze Branche als „Lügenpresse“ verurteilt. Das hilft nur denjenigen, die kein Interesse an einer ausgewogenen Berichterstattung haben. Außenstehende nehmen das bisher kaum wahr, weil es ein schleichender Prozess ist.

 

Der Bundesvorsitzende des Journalistenverbands DJV, Frank Überall, macht es im aktuellen Branchenmagazin Journalist die Herausforderungen in einem unübersichtlichen Umfeld deutlich:

 

„Wir kämpfen für die Interessen der Journalisten und Journalistinnen bei der Reform des Urheberrechts. Wir setzen uns für die Pressefreiheit in Deutschland ein, thematisieren aber auch die Probleme in der Türkei. Wir versuchen die schlimmen Angriffe der Europäischen Union gegen den Schutz von Whistleblowern abzuwehren. Wir verhandeln über faire Gehälter und Honorare, …“

und

„Es gibt also viele ‚Störungen im Betriebsablauf‘ des Journalismus in Deutschland …
… Wir bleiben dran.“

 

Dem kann ich nur zustimmen.

 

Viele Grüße
V. F. Alle

Karlspreis für den Papst: Europa im Schicksalsjahr

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Durch die BILD-Zeitung wurde ich auf die Auszeichnung von Papst Franziskus mit dem Karlspreis und das Buch „Europa im Schicksalsjahr“ aufmerksam. In dem Bericht geht es auch um die erneute Audienz von Bundeskanzlerin Angela Merkel bei dem Kirchenoberhaupt. Dank meines Finanzdienstleisters DVAG erkenne ich nun die Zusammenhänge. Ob der Papst sie auch erkennt?

Karlspreis-1
Das Buch zum Karlspreis 2016: Lässt sich der Papst von Politikern als Werbeikone ausnutzen? Das Buch ist im Herder-Verlag erschienen.

Autor des Buches ist der CDU-Politiker Armin Laschet. Zitiert wird unter anderem Altkanzler Helmut Kohl. Der ist wiederum ein guter Freund von BILD-Chef Kai Diekmann. Kohl hat sich zwar als Kanzler für Europa verdient gemacht, später als Aufsichtsrat meines Finanzdienstleisters DVAG allerdings bei der Umverteilung von Privatvermögen mitgeholfen. Einfache, bescheidene Menschen verlieren dadurch Geld, während sich einzelne bereichern.Der Ex-Kanzler hat somit auch dazu beigetragen, dass Menschen ihr Vertrauen in die Politik verloren haben.
Ich habe kein Problem mit Europa. Ich habe ein Problem mit den Fehleinschätzungen einflussreicher Politiker und ihrer Berater. Damit scheine ich nicht der einzige zu sein.

Zur Erinnerung: Bei ihrem ersten Zusammentreffen im Jahr 2013 hatten die Bundeskanzlerin und der Papst sich über die Regulierung der Finanzmärkte und soziale Leitplanken gesprochen. Ebenfalls seit 2013 wird die DVAG weder von der Finanzaufsicht BaFin noch vom Ordnungsamt „überwacht“, sondern von der Industrie- und Handelkammer (IHK). Sowohl die Bundeskanzlerin, als auch den Papst hatte ich in den vergangenen Jahren darauf aufmerksam gemacht. Bisher ohne Erfolg.

Nun wird also der ausgerechnet der Papst, der sich deutlich auf die Seite der Armen stellt, von den Politikern benutzt, um von den eigentlichen Problemen Europas abzulenken?

 

Ich glaube nicht, dass die Europäer ein Problem mit Europa haben, wie es von führenden Politikern gerne dargestellt wird. Vielmehr gehe ich davon aus, dass die einfachen Menschen merken, dass für sie künftig immer weniger zum Leben bleibt.

Das macht Angst. Das führt dazu, dass sich die Menschen in vielen Ländern Europas zweimal überlegen, ob sie ihr Geld und ihre Zeit lieber für sich und ihre Familien verwenden oder zur Hilfe für Flüchtlinge und sozial Benachteiligte. Dummerweise gehören genau diese Menschen zu breiten Masse, die sich bisher um den sozialen Ausgleich gekümmert hat.

 

Ist das denn so schwer zu verstehen?

Mir dreht sich gerade der Magen um.

 

Nachdenkliche Grüße,

V. F. Alle