Finanzen

Selbstzweifel durch Online-Berichte

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Bei der Recherche zu meinem letzten Beitrag bekam ich Selbstzweifel. Es ging um Berichte über die Hart-aber-fair-Sendung und die Versicherungsbranche. Sowohl Bild-Online als auch Focus-Online hatten mich mit ihren reißerischen Überschriften auf diese Sendung aufmerksam gemacht. Focus titelte: „Einen Garantiezins hat es nie gegeben – Was Lebensversicherer in der ARD gesteht ist eine Ohrfeige für gutgläubige Kunden“. Bei Bild klang das ähnlich.

Zwei Tage später war davon bei beiden Medien nichts mehr zu finden. Die auf Suchmaschinen und Leseraufmerksamkeit zugeschnittenen Beiträge waren plötzlich nicht mehr wieder zu finden oder völlig verändert. Statt des ursprünglichen Titels wurde nun mit Aussagen der ARD-Börsenexpertin Kohl aufgemacht. Auch ein von mir kopierter Link führte ins Leere.
https://www.focus.de/finanzen/versicherungen/einen-garantiezins-hat-es-nie-gegeben-was-lebensversicherer-in-der-ard-gesteht-ist-ohrfeige-fuer-gutglaeubige-kunden_id_8347832.html

Den ursprünglichen Focus-Bericht habe ich aber wieder gefunden. Das möchte ich hier gerne dokumentieren.

Focus-Hart-a-Fair
Der ausgetauschte Beitrag: Zwei Online-Medien hatten sehr reißerisch über Hart-aber-fair-Sendung   „Crash der Lebensversicherungen: Panikmache oder echte Gefahr?“ berichtet. Später wurden die Beiträge zu gunsten der Versicherungswirtschaft entschärft. Bei Google war der ursprügliche Link in einem Fall sogar noch zu finden. Außerdem wurde der Beitrag von dem internationalen Nachrichtenportal „The World News“ kopiert. Auf der Homepage des Nachrichtenmagazins ließt sich das längst anders.

Wem ähnliches passiert, der braucht also nicht unbedingt an sich zu zweifeln. Bei Online-Medien werden Inhalte aus unterschiedlichen Gründen schon einmal gelöscht bzw. verändert. Mir ist das jetzt mehrfach aufgefallen. Mal wurde in Verbindung mit einem Finanzsskandal ein Politiker namentlich bei Bild-Online genannt, der für eine Anlageform geworben hatte und mal hatte sich der DVAG-Gründer in einem langen Interview mit einer weiteren großen Deutschen Zeitung hatte beispielsweise DVAG-Gründer Reinfried Pohl sich für mein Gefühl erstaunlich offen  zu einem Fehler geäußert. Wenig später waren die entsprechenden Stellen in beiden Fällen nicht mehr im Netz zu finden. Später außerte sich zumindest der Politiker laut einer anderen Zeitung dazu, dass er sich selbst von dem Finanzunternehmen getäuscht fühlt und sein „Grußwort“ nicht als Werbung gesehen hatte.

Gut finde ich es deshalb, wenn Redaktionen nachträgliche Veränderungen in Beiträgen kenntlich machen. So wie es z.B. Spiegel-Online tut, wenn ein Text ergänzt wird oder fehlerhafte Passagen geändert werden.

 

Loben möchte ich im Zusammenhang mit der Hart-aber-fair-Sendung   „Crash der Lebensversicherungen: Panikmache oder echte Gefahr?“ den Beitrag der Rheinischen Post (rp-online) :
http://www.rp-online.de/panorama/fernsehen/hart-aber-fair-zur-lebensversicherung-alte-vertraege-rentieren-sich-aid-1.7340423
Er ist sehr seachlich geschrieben. Neben den Gerantiezinsen gibt es darin ein Beispiel, wie eine Kundin der Versicherung Generali dazu überreden sollte, „kostenlos“ auf ein anderes Produkt zu wechseln. ARD-Börsenexpertin Anja Kohl warnte in der Sendung davor und wurde in dem Beitrag wie folgt zitiert: „Dies könne bedeuten, dass der Versicherer die Versicherten aus alten Verträgen, die bessere Konditionen haben, herausdrängen wolle, etwa, weil sich manche Firmen komplett aus dem Geschäft mit Lebensversicherungen verabschieden wollen.“

An der Stelle möchte ich daran erinnern, dass der Generali-Vertrieb inzwischen von der DVAG übernommen wurde. Im nicht mehr erreichbaren Forum „Geprellte Vermögensberater“ wurden die Praktiken der Umdeckung auch bei der DVAG bereits vor längerer Zeit kritisiert. Und der Versicherungsbote titelte 2015: „DVAG gerät wegen der Umdeckung von Lebensversicherungen ins Zwielicht“  In dem Beitrag heißt es unter anderem, dass die Vermittler in dem Beispiel erneut die volle Provision kassieren.
Ich frage mich also, was nun mit dem Exklusiv-Vertrieb der Generali-Versicherungen durch die DVAG für die Kunden besser werden soll? Aber das nur am Rande.

Mein Tipp zum Schluss: Wer wichtige Online-Beiträge direkt dokumentiert, der braucht später nicht an seinem Erinnerungsvermögen zweifeln.

Viele Grüße,
V. F. Alle

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Erfolgsstory Riester-Rente! Nur für wen?

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Auf seinem Facebook-Profil schreibt ein Vermögensberater von der DVAG:

Riesterrente – eine Erfolgsstory!

Die Riesterrente ist erst 15 Jahre jung.
Ende 2016 bestanden bereits über 16,5 Mio. Verträge.
Eine Erfolgsstory ohnegleichen!

Beim Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) klang das Anfang 2018 allerdings anders:

„ Von wenigen Ausnahmen abgesehen werden in Deutschland Riester-Versicherungsprodukte angeboten, die die Erwartungen der Politik an kosteneffiziente Angebote zur kapitalgedeckten Altersvorsorge nicht erfüllen.“

und

„Der Vergleich des vzbv zeigt, dass es kaum Angebote gibt, die günstiger sind als die Vorgabe des Alterssicherungsberichts. Im Extremfall sind die Kosten um das Fünffache höher als der Soll-Wert.“

Von den Verbraucherschützern werden insbesondere die hohen Vertriebs- und Verwaltungskosten kritisiert. Nach Informationen aus entsprechenden Produktdatenblättern hat die vzbv eine Auflistung erstellt, die die Kosten berücksichtig. Sie kann im Internet heruntergeladen werden.
https://www.vzbv.de/sites/default/files/downloads/2017/12/19/17-12-15_riester-versicherungen_zu_teuer_lg_mo.pdf

Produkte der von der DVAG vertriebenen Aachen Münchener sind darin nicht erhalten. Auf Nachfrage schrieb die vzbv:
„Die Untersuchung hatte nicht das Ziel eines umfassenden Produktvergleichs, sondern die Funktion, der Politik deutlich zu machen, dass Riester-Rentenversicherungen häufig erheblich teurer sind, als von der Politik gewünscht.“

Deshalb kommt hier ein Beispiel, von Vorsorgekampagne.de  :

AachenMünchener RiesterRente
STRATEGIE PLUS (5RG)
• Es fallen Abschlussprovisionen in Höhe von 1.666,30 € an, die in den ersten 10 Jahren fällig werden.
• Die jährlichen Verwaltungskosten sind mit 321,00 € p.a. sehr hoch.

Für die DVAG ist Riester auf jeden Fall ein Erfolg. So schrieb Fondsprofessionell:
http://www.fondsprofessionell.de/news/unternehmen/headline/dvag-macht-mit-riester-rendite-132609/

DVAG macht mit Riester Rendite
Die Deutsche Vermögensberatung hat 2016 erneut ein Rekordergebnis eingefahren. Die Basis für den Erfolg legten unter anderem die oft gescholtenen Riester-Produkte, einschließlich Wohn-Riester. Weiterer Wachstumsmotor sind und bleiben Fondspolicen.

In einer Pressemitteilung der DVAG, die von einigen Finanzportalen wie finanzen.net teilweise 1:1 übernommen wurde, berichtet der Vertrieb  warum sich die Riester-Rente ab dem Beitragsjahr 2018 noch mehr lohnt. Das Original ist hier zu finden: https://www.dvag.de/dvag/das-unternehmen/presse/servicemeldungen/riestern-lohnt-sich-jetzt-noch-mehr.html

Von den Kosten für die Verträge ist da allerdings keine Rede. Deshalb gebe ich gerne den Hinweis weiter, den ich vom Bundesverband der Verbraucherzentralen erhalten habe:

„Da auch auf der Website der Aachen Münchener kein Produktinformationsblatt zur Riester-Rente zu finden ist, empfehlen wir Ihnen, dieses direkt bei Ihrem Anbieter zu erfragen.
Sie können aber auch, wenn Sie wissen wollen, wie hoch die Kosten für Ihr Riesterprodukt sind, den Anbieternamen der Versicherung und die Zertifizierungsnummer in die Suchmaske im Internet eingeben und auf die dann angezeigten Suchergebnisse für den Anbieter gehen. Im Regelfall sind dann die Produktinformationsblätter leicht auffindbar. Die Information zu den Effektivkosten befindet sich auf der zweiten Seite oben rechts.“

 

Viele Grüße,
V. F. Alle

P.S. Besonders spannend finde ich es, wenn DVAG-Mitarbeiter bei Facebook suggerieren bessere Verbraucherschützer zu sein. Aber dazu im nächsten Beitrag mehr.

Wer setzt der DVAG Grenzen? Kann man sich eine Stadt kaufen?

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Die gute Nachricht ist: Es geht uns verhältnismäßig gut in Deutschland. Doch wie George Packer in seinem Buch „Die Abwicklung – Eine innere Geschichte des neuen Amerika“ beschreibt, dass „der Glaube an eine gemeinsame Zukunft nicht mehr gültig ist“, so scheint es auch hierzulande immer mehr Unmut zu geben.

Sehr nachdenklich hat mich in diesen Tagen die Lektüre eines Buches über den Einfluss der Familie des DVAG-Gründers Reinfried Pohl gemacht. Es heißt „Die gekaufte Stadt? – Der Fall Marburg: Auf dem Weg zur Pohl-City“. Die Rosa-Luxemburg-Stiftung hat es im VSA Verlag Hamburg im Februar 2016 veröffentlicht.

Gekaufte-Stadt-Marburg

Darin heißt es im Vorwort von Sebastian Chwala / Frank Deppe / Rainer Rilling / Jan Schalauske auf Seite 10 u.a.:

„Sozialwissenschaftler, Historiker und kritische Ökonomen kritisieren
die Polarisierung von Reichtum und Armut nicht nur in globalen Dimensionen, sondern auch in den hochentwickelten kapitalistischen Gesellschaften des Westens (also in Nordamerika und Europa) selbst. Die Auswirkungen dieses Widerspruchs, der sich auf der Basis »entfesselter Finanzmärkte« und der »Austeritätspolitik« entfaltet, durchdringen weite Felder von Wirtschaft, Gesellschaft und Politik.“

Es zeigt an anders Bild der Familie Pohl, als die Selbstdarstellung von Reinfried Pohl in seinem Buch „Ich habe Finanzgeschichte geschrieben“ (Hoffmann und Campe Verlag) oder im Familienmuseum in Marburg.

Ebenfalls im Vorwort (Seite 9) heißt es z.B.:

„Dr. Pohl legte hingegen stets Wert darauf, als »Wohltäter« der Stadt und ihrer
Menschen wahrgenommen zu werden. Von seinen philanthropischen Aktivitäten, die für Marburger Verhältnisse bedeutend, im Vergleich zu anderen Milliardären eher gering waren, wurde vor allem die Förderung der Marburger Medizin geschätzt. Doch er verlor – als erfolgreicher Geschäftsmann – niemals das Interesse aus den Augen, seiner DVAG Steuern zu sparen und Abschreibungsmöglichkeiten zu eröffnen.
Daher ist naheliegend, dass die Verlegung des Firmensitzes eines Tochterunternehmens von Frankfurt nach Marburg der DVAG durch den niedrigeren Satz in Marburg dem Konzern ermöglicht hat, Millionen an Ge-
werbesteuern zu sparen. Ein Gutteil seiner »Spendenaktivitäten«, wie für die Forschungsstelle für Finanzdienstleistungsrecht oder die Fachhochschule für Wirtschaft, waren faktisch in beträchtlichem Umfang geschäftliche Investitionen, welche darüber hinaus den unternehmerischen Tätigkeiten der DVAG ein positives Image gegenüber ihren Kunden verschaffen sollten.“

Als langjähriger DVAG-Kunde kann ich sagen, dass Reinfreid Pohl das Ziel bei mir erreicht hatte. Inzwischen weiß ich, dass die DAVG auch für Gesetzesänderungen geworben hat, um die Überwachung von Finanzvertrieben durch die Finanzaufsicht aufzuheben. Das ist seit 2013 der Fall. Teilweise hatten das sogar hochrangige Politiker nach meinen Recherchen nicht wahrgenommen.

Aus dem Werk möchte ich hier nicht mehr zitieren. Es kann als PDF-Datei kostenlos heruntergeladen werden. https://www.rosalux.de/fileadmin/rls_uploads/pdfs/sonst_publikationen/VSA_Chwala_ua_Marburg_Buch.pdf
Nur so viel: Die Fragezeichen werden auch nach der Lektüre nicht aufgelöst. Es zeigt aber, wie die Grenzen verschwimmen und wie sich Politiker von einflussreichen Großspendern beeinflussen lassen.

.

Viele Grüße,
V. F. Alle

DVAG hat die Vermögensberater-Suche verändert

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Weil ich davon ausgehe, dass mein Vermögensberater in den nächsten Tagen über mich befragt wird, wollte ich ihn darüber Informieren, was ich an die DVAG-Unternehmensleitung und einige andere Personen geschickt habe. (Das war der Handelsblattbeitrag mit ein paar Hintergrundinformationen aus meinen langjährigen Eigenrecherchen.) Außerdem wollte ich ihm mitteilen, dass ich nach wie vor nichts gegen ihn, sondern gegen das ignorante Verhalten des DVAG-Managements habe.

Dabei ist mir aufgefallen, dass die DVAG die regionale Suche verändert hat. Statt mehrerer Vermögensberater im jeweiligen Ort bzw. Umkreis wird dort nun nur noch eine Person angezeigt. Suche ich nach dem Namen und dem Ort bekomme ich mit unterschiedlichen Suchmaschinen zwar Treffer, werde aber von den gefundenen bisherigen Seiten auf eine neue zentrale DVAG-Seite umgeleitet. Da bekomme ich dann wieder jeweils einen Vermögensberater angezeigt, wenn ich einen Ort bzw. eine Postleitzahl eingebe. Mein Berater ist da nicht mehr dabei.

Deshalb bin ich bei seiner letzten Büroadresse vorbei gefahren. Wie an anderer Stelle bereits berichtet, war das nicht mehr der moderne komplett von der DVAG belegte Bau aus Holz mit großen Glasfronten in dem er arbeitete als ich ihn kennenlernte, sondern ein eher nüchternes Gebäude in einem eher schmuddeligen Industriegebiet. Dort teilt er sich seit einigen Jahren ein Büro mit zwei weiteren Vermögensberatern. Das Gemeinschaftsbüro existiert auch noch. Zwischenzeitlich hatte er ein anderes Büro mit Angestellten. So ändern sich scheinbar die Zeiten für langjährige DVAG-Vertriebler.
In der Vergangenheit hatte ich hier ja schon darüber spekuliert, dass die DVAG in den letzten Jahren so aktiv um neue Vermögensberater geworben hat, weil die älteren Mitarbeiter nicht mehr so unbeschwert neue Produkte vermitteln können, wie neue, erfolgshungrige Menschen (siehe auch Randnotiz 2). Die neue Vermögensberatersuche der DVAG scheint mir ein weiteres Indiz dafür, dass ältere Vermögensberater raus gedrängt werden sollen.

>> Nachtrag vom 29.12.2017: Scheinbar war/ist die DVAG-Homepage im Umbau. Mein Berater ist doch wieder zu finden, nur nicht auf den ersten Blick. Nach Eingabe der Postleitzahl wird in meinem gesuchten Ort zunächst nur der Direktionsleiter angezeigt. Über Pfeile nach rechts bzw. links können dann weitere Personen wie Hauptgeschäftsstellenleiter und Berater gefunden werden. Zuvor wurden alle Personen mit ihren Kontaktdaten auf einer Seite dargestellt. Das fand ich Nutzerfreundlicher als das auf Mobilgeräten so beliebte scrollen. <<

Randnotiz 1:
Mein Brief an Ex-Bundesfinanzminister und Ex-DVAG-Aufsichtsrat T. W. kam diesmal wieder zurück – mit dem Vermerk: „Neue Adresse“. Jetzt versuche ich es eben über die Parteizentrale in München.

Randnotiz 2:
Beispielhaft möchte ich auch einen Vermögensberater nennen, der mir über seine Schwierigkeiten berichtete. Finanziell ging es ihm gut, „Aber der Preis, den man dafür zu zahlen hat – jedenfalls bei einer bestimmten Charakterausprägung – der ist hoch … zu hoch.           Also entweder dir ist es als Berater egal, ob die Fonds und Renditen deiner Kunden abschmieren – und suchst dir eben neue Anleger oder Mitarbeiter – oder du machst dir die Sorgen der Kunden zu deinen Eigenen“, schrieb er mir.

.
Mich würde interessieren wie es gerade anderen Kunden und Vermögensberatern geht. Außerdem hoffe ich, dass auch die jungen DVAG-Vermögensberater „früher an später denken“, wie es in einem DVAG Werbeslogan so schön heißt. Manchmal helfen da die Erfahrungen älterer Kollegen.

 

Viele Grüße,
V. F. Alle

Webseite „Geprellte Vermögensberater “ ist wieder zurück

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Vor einigen Tagen errreichte mich eine Nachricht.

Das Forum „Geprellte Vermögensberater“ ist demnach wieder online.

Zu finden ist es unter: http://www.geprellte-vermoegensberater.com

 

Viele Grüße,

V. F. Alle

geprellte-vermoegensberater.org ist nicht mehr erreichbar

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Es war bereits vor einiger Zeit angekündigt: Die Homepage geprellte-vermögensberater.org ist seit kurzem nicht mehr zu erreichen.

 
„This domain name expired on 2017-08-16 09:28:34“
 heißt es dort jetzt.

Das bedeutet leider auch, dass einige Beiträge auf die ich verlinkt hatte nicht mehr ereichbar sind. Falls jemand daran interessiert ist, bitte einfach melden. Ich habe Kopien gemacht und einige Teilnehmer aus dem Forum sicher auch.

Vielen Dank an die Betreiber und diejenigen, die zu sachlichen Diskussionen beigetragen haben.

Viele Grüße,
V. F. Alle

Wenn Lobbyisten gesellschaftliche Bedürfnisse aus den Augen verlieren

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Was passiert, wenn Lobbyisten die gesellschaftlichen Bedürfnisse aus den Augen verlieren, lässt sich gerade gut am Abgasskandal in der Automobilindustrie erkennen. Grenzwerte wurden lediglich auf dem Prüfstand erreicht. Für den Gesetzgeber reichte das. Außerdem hatten Kunden zuvor bereits jahrelang akzeptiert, dass Ihre Fahrzeuge in der Praxis mehr verbrauchten als die Prüfstandswerte versprachen.

Erst jetzt, wo Fahrverbote drohen wird allen die Misere deutlich. Und jetzt schiebt jeder die Verantwortung auf den Anderen. Die Manager haben ja nur zum Wohle ihrer Unternehmen gehandelt und ihre Freiräume bis an die äußerste Grenze ausgenutzt. Die Kunden haben sich das gefallen lassen, bis sie merkten dass ihre Fahrzeuge deutlich an Nutzwert und finanziellem Wert verlieren können. Und die Politik hat mitgespielt, weil es sich um eine wichtige Branche handelt.
Natürlich ist es wichtig, dass Politiker sich mit Interessenvertretern Treffen und sich dort Einschätzungen einholen. Doch scheinbar ist das längst nicht mehr so ausgewogen, wie es viele gerne darstellen. Es gibt einige mächtige Lobbyisten und viele Andere. Es geht längst nicht mehr um informelle Treffen, es geht auch um finanzielle Zuwendungen in Form von Parteispenden und Einflussnahme durch Wechsel von Politikern in die Industrie und umgekehrt.

wahlen2017-1

Bisher wollte ich glauben, dass es in der Automobilbranche besser läuft als in der Finanzbranche. Doch anscheinend gehen beide Branchen ähnlich professionell vor. Und auch wenn es in der Finanzbranche seit der Finanzkrise wieder etwas ruhiger geworden ist. Besser ist es nicht geworden, was die Versprechungen und die Realität angeht. Das zeigt die Zusammenfassung von Aussagen des Generali-Versicherungskonzerns im Bezug auf fondsgebundene Lebensversicherungen:
https://mediarange.wordpress.com/2017/08/11/generali-viel-schatten-unter-den-fluegeln-des-loewen/
Okay, hinter dem Blog Mediarange stehen Fachanwälte, die ihr Geld mit solchen Streitigkeiten verdienen. Mir geht es vor allem darum zu zeigen, dass hier etwas im Argen liegt, genauso wie mit der Abgasthematik in der Automobilbranche.
Zur Erinnerung: Generali ist eng mit dem Finanzvertrieb Deutsche Vermögensberatung AG (DVAG) verbunden. Siehe z.B.: https://vfalle.wordpress.com/2017/03/19/was-laeuft-zwischen-der-dvag-und-generali/

Auch bei Parteispenden bleibt alles beim Alten. Die DVAG gehört weiterhin zu den Großespendern von Parteien, insbesondere der CDU. Über aktuelle Zahlen berichteten  kürzlich die Medien Versicherungsbote und „Versicherungswirtschaft heute“.
https://www.versicherungsbote.de/id/4855681/DVAG-Allianz-groesste-Parteispender/
http://versicherungswirtschaft-heute.de/politik-regulierung/dvag-und-allianz-grosspender-fur-politische-parteien/
Bei „Versicherungswirtschaft heute“ kommentiert die DVAG die Partei-Spenden wie folgt:

“Im Rahmen ihrer gesellschaftlichen Verantwortung spendet auch die Deutsche Vermögensberatung regelmäßig an verschiedene Parteien. Die Spenden der Deutschen Vermögensberatung erfolgen im Einklang mit den gesetzlich vorgegebenen Rahmenbedingungen.“

Es ist allerdings interessant zu sehen, wie sich die Rahmenbedingungen in den vergangenen Jahren zu Gunsten der DVAG entwickelt haben. Im Gegensatz zu anderen Finanzdienstleistern wird der Finanzvertrieb nämlich nicht von der Finanzaufsicht (Bafin) überwacht. Siehe: https://vfalle.wordpress.com/2014/08/07/wer-kontrolliert-denn-nun-die-dvag/
Es gab nämlich Gesetzesänderungen, ganz nach dem Geschmack des für „Markt und Regulierung“ verantwortlichen DVAG-Vorstands. (siehe Unternehmensblog vom 11.März 2011).

Lach-BaFin
Wie man vor dem Hintergrund der Probleme vieler von der DVAG vertriebener Produkte noch mit dem Slogan „Vermögensaufbau für jeden“ werben und von „gesellschaftlicher Verantwortung“ sprechen kann, ist mir schleierhaft. Das ist für mich eine bewusste Irreführung.

 

Es ändert sich  nichts, solange die Kunden und die Gesellschaft das so akzeptieren.
Obwohl: Top-Manager und Politiker in Deutschland sollten sich nicht zu sicher sein. Denn die Globalisierung hat auch Vorteile für die deutsche Gesellschaft. So wurde der Dieselskandal in den USA ins Rollen gebracht. Erst dann gab es auch ernstzunehmende Initiativen in Deutschland. Sogar Sammelklagen gegen die Konzerne sind plötzlich möglich. Manchmal braucht es einfach ein Impuls von außen.
Mir ist es wichtig zu verdeutlichen, dass es in meinem Blog nicht um die Probleme eines oder einzelner DVAG-Kunden mit ihrem Finanzdienstleister geht. Wenn ein derart starker Finanzvertrieb sich eine solche Täuschung erlauben darf, dann kann das das ganze Altersvorsorgesystem in Deutschland ins Wanken bringen. Das sollte uns bewusst sein.
Deshalb suche ich die Öffentlichkeit und keinen Anwalt, der nur meine Interessen vertritt.

Viele Grüße,
V. F. Alle