Monat: Mai 2015

Zwischenbilanz 2: Nebenwirkungen – Es geht um Ihr Geld und Ihre Gesundheit

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Für mich heißt es nun abzuwarten, was ich aus meinen „offenen Immobilienfonds“ (SEB Immoinvest und DWS Immoflex) bis Mai 2017 noch raus bekomme. Allerdings habe ich den Eindruck, dass es den Besitzern offener Fonds bald ähnlich gehen könnte, wie zuvor den Besitzern von geschlossenen Fonds.

In der Ausgabe Nr. 79 vom 24.-26. April 2015 veröffentlichte das Handelsblatt dazu eine ausführliche (mehrseitige) „Warnung: Diese Kapitalanalagen können Ihr Vermögen vernichten und Ihre Gesundheit gefährden.“ Konkret ging es darin um geschlossene Fonds, Unternehmen (wie Procon, Infinus, Dima24 sowie Wölbern) und Kapitalvertriebe. Ebenso ging es um die Rolle der Finanzaufsicht (BaFin).
Die Journalisten kommen dabei zu dem Ergebnis:

„Dass die Deutschen so leicht auf windige Produkte hineinfallen, ist nicht nur cleverer Werbung geschuldet, sondern den vielen angeblich „unabhängigen“ Finanzberatern.“

und im Bezug auf deren Marktüberwachung:

„Strukturvertriebe werden auch künftig kaum beaufsichtigt. Der Gesetzgeber hat die Aufsicht in die Verantwortung der Gewerbeaufsichtsämter gegeben.“

Titelbild der im Beitrag genannten Handelsblattausgabe.
Titelbild der im Beitrag genannten Handelsblattausgabe.

Darüber hinaus es gibt viele weitere Aussagen die mir bekannt vorkommen. Obwohl im Bezug auf den SEB Immoinvest z.B. nur Zinserträge von 5 % gegenüber 10 % und mehr bei Geschlossenen Fonds in Aussicht gestellt wurden, wurde Kunden wie mir bei der Schließung der Eindruck vermittelt, selbst schuld zu sein, weil wir übertrieben hohe Zinsen einstreichen wollten. Kunden Geschlossener Fonds hatten das laut dem Handelsblatt auch erlebt. Der Kunde soll also die Schuld bei sich suchen und nicht beim Dienstleister.

Laut dem Handelsblatt-Beitrag ist zudem immer dann Vorsicht geboten, wenn Stars für Finanzprodukte Werbung machen. Aktuell sieht das so aus, dass Fußballtrainer Jürgen Klopp künftig nicht mehr Borussia Dortmund trainiert, sondern die Mitarbeiter der Deutschen Vermögensberatung (DVAG) – meinem „Finanzberater“ – motivieren soll. Gleichzeitig nutzt der Finanzvertrieb DVAG die Bekanntheit der Sängerin Helene Fischer, um einen positiven Eindruck bei den vielen Fans zu hinterlassen.

Zurück zum Handelsblatt: An anderer Stelle der gleichen Handelsblatt-Ausgabe wird Benjamin Lawsky von der New Yorker Finanzaufsicht zitiert. Er sagt im Bezug auf den Libor-Skandal (Beeinflussung von Referenzzinssätzen durch Banken):

„Wir müssen uns in Erinnerung rufen, dass sich Märkte nicht von selbst manipulieren. Dazu erforderlich ist ein Fehlverhalten einzelner Leute.“

Die Deutsche Bank trennt sich übrigens von ihrem Privatkundenvorstand Rainer Neske. Er wollte nach Informationen der Wochenzeitung „Die Zeit“ die Postbank nicht wie die Vorstände Jain und Fitschen verkaufen, sondern sie in seiner Bank integrieren und das Investmentbanking beschneiden. (siehe: http://www.zeit.de/wirtschaft/2015-05/rainer-neske-deutsche-bank-postbank) Sein in der F.A.Z. angekündigter „Runder Tische zur Anlageberatung“  (https://www.deutsche-bank.de/pfb/data/docs/Rainer_Neske_im_Gespraech.pdf) ist damit wohl endgültig vom Tisch. Ich hatte mich mehrfach dafür beworben aber keine Antwort bekommen. Ein FAZ-Herausgeber schrieb mir bereits vor einiger Zeit auf meine Anfage, dass sein Fachredakteur nicht mehr daran glaubt, dass Herr Neske das noch umsetzen wird.

Inzwischen sucht die DVAG scheinbar neue Partner. In Stuttgart kam ich Anfang Mai 2015 an einer Commerzbank vorbei, die zum Ärger vieler Kunden geschlossen war. Grund dafür war eine geschlossene Gesellschaft. Partner bei der Veranstaltung war die DVAG. Das kann natürlich auch purer Zufall gewesen sein.

Auch bei der Aachen Münchener habe ich gerade einen Ansprechpartner verloren. Der bisherige Vorstandsvorsitzende Michael Westkamp ist im Ruhestand. Seit 1. Mai 2015 hat der Versicherer einen neuen Vorstandsvorsitzenden.

Versicherungsfragen
Zumindest konnte ich klären, dass mein Haus versichert ist, obwohl mir mein Berater bei Vertragsabschluss empfohlen hatte Vorschäden nicht anzugeben.
Laut dem Mitarbeiter der Aachen Münchener, der mich diese Woche dazu anrief, habe die Versicherung das durch eine Anfrage bei der vorherigen Versicherung ohnehin bereits gewußt und durch Zusendung der Vertragsunterlagen akzeptiert.
Auf die Antworten zu meiner zweiten Frage an den neuen Vorstandvorsitzenden warte ich noch. Ich möchte wissen, wie die Wertentwicklung der Altersvorsorgeprodukte ist, die ich bei der Aachen Münchener nicht vorzeitig kündigen konnte. Das läuft allerdings über eine andere Abteilung als die Wohngebäudeversicherung.

Viele Grüße,
V. F. Alle

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Zwischenruf: Es geht auch ohne App

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Meine Beiträge über die Helene-Fischer-App wurden bei Google inzwischen nach hinten durchgereicht. Weit vorne stehen reichweitenstarke Medienportale wie Focus und Gala deren Beiträge beide mit den Worten beginnen: „Es war nur eine Frage der Zeit, ehe Helene Fischer auch den App-Store …“ Unreflektiert Werbung für die App und die Handy-Lightshow machen zudem u.a. T-Online, sowie einige Tageszeitungen. Meist wird darauf verzichtet, den Sponsor der App zu nennen. Manche Titel verlosen allerdings auch Karten und nennen in dem Zusammenhang auch die DVAG. So sieht die Meinungsvielfalt also aus, die die größte Suchmaschine zu bieten hat. Weiterhin läuft eine große DVAG-Werbeaktion mit Bild-Online. Premium-Nutzer des Titels können VIP-Karten für die Farbenspiel-Tournee der Künstlerin gewinnen. Im redaktionellen Beitrag über den Tournee-Auftakt in Düsseldorf wird das direkt erwähnt und auch noch durch fette Schrift hervorgehoben.

Redaktioneller Bericht oder Werbung? Bild-Online verweist im Beitrag zum Tournee-Start in Düsseldorf auf den Sponsor.
Redaktioneller Bericht oder Werbung? Bild-Online verweist im Beitrag zum Tournee-Start in Düsseldorf auf den Sponsor.

Dabei können Fans auch ohne App in die Lichtschau einbezogen werden. Das zeigte die Band Coldplay bereits 2012. Sie verteilte Leuchtarmbänder an die Besucher, die ebenfalls über die Musikanlage angesteuert wurden. Laut einem Musiker der Gruppe kostete der Spaß pro Veranstaltungsabend 400.000 englische Pfund.

Durch ein App lassen sich natürlich Hardwarekosten sparen. Dass die App Zugriff auf Nutzerdaten fordert ist dabei ein Nebeneffekt.

An dem Beispiel zeigt sich, wer besser rechnen kann. Dafür konnten die Coldplay-Fans einfach Spaß haben und mussten sich nicht mit irgendwelchen App-Anmeldungen und Rechteinformationen rumschlagen.

Allerdings: Trotz der vielen positiven Berichte mit Verweisen auf die App gibt es bis heute nur rund 1500 Bewertungen im PlayStore von Google. Die schlechten Bewertungen beziehen sich teilweise auf die Lightshow-App, die in Düsseldorf nicht immer funktionierte. Andere Handynutzer brachten das Programm auf ihren Geräten nicht zum Laufen.

Bewertungen zur App auf dem Playstore vom 29.5.2015
Bewertungen zur App auf dem Playstore vom 29.5.2015

Wer sich auf die Show konzentriert und nicht auf seine Handy-App, kann sich dagegen scheinbar auf eine tolle Show freuen.

Weiterhin viel Spaß wünscht
V. F. Alle

SEB Immoinvest: Bilanz nach 3 Jahren – Jetzt bleiben noch 2 Jahre

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Weil meine Bilanz etwas länger ausfällt, habe ich nun drei Teile daraus gemacht:
1. In diesem Beitrag wird es vorwiegend um die Abwicklung der Fonds SEB Immoinvest und DWS Immoflex gehen.
2. Im nächsten Beitrag wird es um Nebenwirkungen von Finanzanlagen gehen.
3. Darauf folgt eine ergänzende Recherche zu meinem Berater, quasi als Teil 2 von „Meinem Berater geht es wohl schlechter als mir“. Der Beitrag von 2013 wird immer noch sehr häufig angeklickt.

Zu der Situation der Fonds:
Es wird langsam spannend für Anlager des offenen Immobilienfonds SEB Immoinvest. Weniger als zwei Jahre bleiben der Fondsgesellschaft nun, um die restlichen Immobilen zu verkaufen und Erlöse für die Anleger zu erzielen.
Seit April 2012 ist der offene Immobilienfonds SEB Immoinvest inzwischen in der Abwicklung. Nach der ersten Ausschüttung von knapp 20.000 € habe ich von den dort Anfangs vorhandenen 152.000 € bisher erst etwa ein Drittel (ca. 50.000 €) raus bekommen. Im März 2014 hatte ich bereits von rund 50.000 € berichtet. Da hatte ich allerdings etwas zu optimistisch aufgerundet.*
Zur Erinnerung: Ich wollte mit dem Geld bei meinem DVAG-Berater vorrangig Darlehen abbezahlen, die über die SEB Bank (heute Santander) liefen. Später wurde ein Teil des Geldes auf den Dachfonds DWS Immoflex übertragen, der ebenfalls seit 2012 nur noch zeitwiese Geld ausschüttet. Die Kapitalerträge gingen auf Anraten meines Beraters in Altersabsicherungen beim DVAG-Partner Aachen Münchener. Soweit es möglich war, habe ich diese mit Verlusten gekündigt und dabei festgestellt, dass die in den Verträgen angegebenen Entwicklungsprognosen zu optimistisch waren. Nebenbei viel mir auf, dass der SEB Immoinvest auch in Produkten des DVAG-Partners Aachen Münchener Versicherungen steckt.

Unterschiedliche Aussagen zur Entwicklung der Fonds
Laut den aktuellen Auszügen der Fondsgesellschaften besitze ich nun noch SEB-Immoinvest und DWS-Immoflex-Anteile im Wert von insgesamt rund 83.000 €. Wie viel ich davon 2017 (bis dahin läuft die Abwicklung des SEB Immoinvest) raus bekomme, das ist noch offen.
Die DVAG-Führung und der Filialleiter meiner Santander Bank machten mir 2012 jedenfalls Mut: Es dauere eben bis die Immobilien verkauft würden und müsse nicht zwangsweise zu Verlusten führen.
Ein Chefvolkswirt, der sich für mich in Bankkreisen umhörte, berichtete mich dagegen etwas anderes. Top-Manager sahen damals bereits die Geier über Fonds-Anteilsbesitzern kreisen, die dringend Geld benötigen und mit Verlusten verkaufen müssen. Welche meiner beiden Quellen die zuverlässigere ist, werde ich vermutlich erst in zwei Jahren definitiv sagen können. Denn in zwei Jahren endet die Abwicklungsfrist für den SEB Immoinvest. Dann werden die Kunden erfahren, was passiert, wenn keine Käufer für die restlichen Immobilien gefunden werden konnten.

Stutzig macht mich weiterhin, dass für meine Dienstleister die Probleme des SEB Immoinvest angeblich nicht vorhersehbar waren. Nach meiner Kenntnis haben große Finanzkonzerne Computerprogramme mit denen sich solche Risiken kalkulieren lassen. Industrieunternehmen kopieren dies bei der Vorhersage von Ausfällen technischer Produkte (predictive maintenence). Irgendwie hatte ich erwartet, dass ich als Kunde auch vom Knowhow meines Dienstleisters und seiner Finanzpartner profitieren würde.

Papierkram durch Spende reduziert
Zumindest habe ich mir die Verwaltung der Fonds vor wenigen Wochen erleichtern können und einen kleinen Teil des SEB-Immoinvest für einen guten Zweck gespendet. Das kam so: 2010 hat die SEB-Fondsgesellschaft die Verwaltung des SEB Immoinvest der Fondsdepot Bank in Hof übertragen. Als ich 2012 mit der Santander Bank (ehemals SEB) über ein zinsloses Darlehen für SEB-Immoinvest-Geschädigte verhandelte, musste ich das Depot auf die Santander-Bank übertragen. Da nur ganze Anteile übertragen werden konnten, blieb bei der Fondsdepot Bank an Anteilsbruchstück im Wert von etwa 34 €, für den Verwaltungskosten und viel Papierkram anfielen. Da ich das Geld durch die Abwicklung nicht ausbezahlt bekommen konnte, wurde mir angeboten, den Fondsanteil im Wert von aktuell etwa 31 € dem Verein Schutzhöhle e.V. zu spenden.
Das habe ich gerne getan.

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Viele Grüße,

V. F. Alle

Nachtrag vom 31.7.2015:

Wenige Tage nachdem ich diesen Beitrag geschrieben hatte, wurden mir aus dem SEB Immoinvest weitere 5000 € ausgezahlt. Laut dem Magazin FInanztest, wurden bis 31. Mai 2015 insgesamt 2,3 Mrd. € ausgeschüttet. 51 Immobilien wurden bisher verkauft. 102 sind noch im Bestand. Ob alle davon bis im Frühjahr 2017 verkauft werden können, bleibt fraglich.

Nachtrag vom 5.8.2015:

Als ich die Ausschüttung bei der Santander Bank (ehemals SEB) zur Tilgung der aktuellen Darlehen abhob, wurde mir angeboten, dass mir ein Berater erklärt, wie es nun weiter geht mit dem Fonds. Darüber informiere ich mich allerdings inzwischen aus anderen Quellen. Ich hätte mir 2010 eine ordentliche Aufklärung von meinen Dienstleistern gewünscht, als die SEB Bank die Fondsverwaltung an die Fondsdepotbank übertragen hatte. Aus dem Anlass fragte ich nach konkreten Risiken für die Rückzahlung meiner Darehen bei der SEB/Santander Bank nach. Damals wurde ich schriftlich an meinen DVAG-Berater verwiesen, der mich beruhigte.

 

*Nachtrag vom 20.12.2015:
Ich hatte zuvor die Auszahlungen aus meinen aufgelösten Rentenversicherungen bei der Aachen Münchener hinzugerechnet. Die Rentenversicherungen hatte ich Anfangs aus den Erträgen des SEB Immoinvest bedient. Als der Vermögensplan meines DVAG-Beraters 2012 scheiterte, habe ich mich wieder selbst darum gekümmert meine Schulden los zu werden. Dummerweise hat mich die Auflösung der Rentenverträge auch Geld gekostet.

Helene Fischer Mobile App: Spaß für Fans und Daten für den Anbieter?

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Die Smartphones bzw. Handys der Konzertbesucher von Helene Fischers Tournee 2015 sollen für ein unvergessliches Konzerterlebnis sorgen. Die Funktion ist Teil einer App, die auf der Homepage der Sängerin gerade vorgestellt wurde. http://www.helene-fischer.de/mobile-app/
Angesteuert von Frequenzen der Musik soll damit  jeder Fan zu einem Teil des großen Farbenspiels werden. Eine Handy-Lightshow wird zum Hightech-Ersatz für Feuerzeuge und Wunderkerzen. Wer möchte da schon Spielverderber sein und sich dem gruppendynamischen Prozess entziehen? Auch technisch ist die Aktion faszinierend.

Offizieller Sponsor der Handy-App und Lightshow ist der Finanzvertrieb Deutsche Vermögensberatung (DVAG). Und hier wird es spannend.

Üblicherweise fordern kostenlose Programme für Mobiltelefone Rechte von den Anwendern ein. Das ist auch bei dieser App der Fall. Zu finden sind diese im jeweiligen App-Store bei der App unter „Weitere Informationen“ und „Berechtigungen“.
Von den meisten Nutzern werden solche Hinweise ignoriert. Wer möchte sich durch Vertragsdetails schon den Spaß verderben?  😉

Blick ins
Blick ins „Kleingedruckte“: Wer wissen will, welche Rechte die App mit der Handy-Lightshow vom Nutzer fordert, muss schon sehr genau hinsehen. Foto[M]: vfalle/google Play/helene-fischer.de
Meist sind die ausgetauschten Daten für die Funktion der App notwendig. Inwiefern die Daten auch anderweitig vom Anbieter und seien Partnern genutzt werden dürfen, erschießt sich mir in diesem Fall nicht.

Ich möchte davon ausgehen, dass viele Nutzer, aber auch Frau Fischer und der Konzertveranstalter nicht ahnen, was sich mit solchen Daten anfangen lässt. Als Kunde der DVAG gehe ich gleichzeitig davon aus, dass der professionelle Strukturvertrieb dagegen durchaus eine Vorstellung hat. Bisher warb das Unternehmen Neukunden vor allem im persönlichen Umfeld der Vermögensberater.  Ich empfehle dazu meinen Beitrag „Empfehlungsmarketing wirkt auf allen Ebenen“.

Weil ich in meinem Blog zwischenzeitlich von meinem konkreten Fall abwich und mich allgemein zu Marketingstrategien sowie Internetgeschäftsmodellen äußerte, hatte ich zwischenzeitlich Klicks eingebüßt. Ein Vermögensberater, berichtete mir am Telefon persönlich, dass er das nicht nachvollziehen könne.
Ich hoffe, dass die Zusammenhänge nun deutlicher werden.

Mit freundlichen Grüßen,
V. F. Alle

Nachtrag vom 15.5.2015:
Die Deutsche Vermögensberatung (DVAG) ist schon früh in die App-Entwicklung für den Finanzvertrieb eingestiegen. Siehe Interview im Medium CIO: http://www.cio.de/a/apple-ipad-verbessert-die-kundenberatung,2303248
Der Strukturvertrieb hat dabei einen entscheidenden Vorteil gegenüber Banken, weil er nicht von der Finanzaufsicht (BaFin) reglementiert wird. Möglich wurde dies u.a. durch das exzellente politische Netzwerk der Vertriebsprofis Carsten Maschmeyer (Ex-AWD) und Reinfried Pohl (DVAG).

DVAG-Marketing: Missverstanden vom Kunden?

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Vor wenigen Tagen hatte ich versucht deutlich zu machen, dass die Deutsche Vermögensberatung (DVAG) nicht Helene Fischer sponsert, sondern lediglich den Konzertveranstalter.

Heute strahlte mich die Schlagersängerin auf Bild-Online an. „Powered by Deutsche Vermögensberatung“ werden dort für Premium-Kunden (Bild-Plus-Abonnenten) VIP-Tickets für Konzerte der Farbenspiel-Tournee zur Verlosung angeboten. Siehe: http://www.bild.de/bild-plus/gewinnspiele/bildplus-aktion/gewinnspiele/helenfischer_gewinnspielartikel-40730648,var=a,view=conversionToLogin.bild.html .

Neuer Star, gleiches Konzept: Wie bereits in der Vergangenheit sponserz der Finanzdienstleister Freikarten für Veranstaltungen.
Neuer Star, gleiches Konzept: Wie bereits in der Vergangenheit sponsert der Finanzdienstleister Freikarten für Veranstaltungen.

Diese Aktion ist nicht als Anzeige gekennzeichnet und wirkt wie ein besonderer Service für Premium-Kunden des Mediums. (Ergänzung vom 13.5.2015: Bild-Online hat inzwischen den Hinweis „Anzeige“ nachträglich eingebaut – kaum sichtbar links unter dem Bild. Ich hatte schon an mir gezweifelt. Aber in der ursprünglich von mir abfotografierten Version ist der Hinweis nich zu finden.)

Das ähnelt der Aktion die Bild-Online in der Vergangenheit mit einem mehrfachen Formel-Eins-Weltmeister und der DVAG durchführte. Der Weltmeister wurde allerdings im Gegensatz zur Sängerin von der DVAG direkt gesponsert. Hätte ich nicht nachgefragt, dann wäre mir dieser feine Unterschied nicht aufgefallen. (Nachtrag vom 12.5.2015)

Zu meiner Überraschung bewertet auch Google den Bild-Beitrag nicht als Anzeige, sondern als Nachricht.

Google bewertet DVAG-Marketingaktion als Nachricht.
Google bewertet DVAG-Marketingaktion als Nachricht.

So langsam habe ich den Eindruck, dass nicht mein Vermögensberater mich falsch verstanden hat, sondern ich meinen Vermögensberater. Denn mich hatten die prominenten Kontakte meines Finanzdienstleisters damals sehr beeindruckt. Dabei hatte ich nicht gemerkt, dass sich mein Dienstleister vertraglich gegen meine Bedürfnisse absicherte. .

Vorletztes Wochenende nannte die Zeitung Handelsblatt „sieben Regeln gegen windige Geldanlagen“. Ein Tipp lautete: „Hinterfragen Sie die Botschaften prominenter Werbeträger.“

Das tue ich inzwischen und empfehle es auch anderen Kunden von Finanzdienstleistern.

Genau genommen ging es in dem Handelsblatt-Schwerpunkt zwar um die Vermittlung von geschlossenen Fonds mit Zinsen von mehr als 10% und bei mir „nur“ um offene Fonds mit prognostizierten Zinsen von etwa 5%. Doch das Ergebnis ist das gleiche. Kunden warten auf ihr Geld.

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Viele Grüße, V. F. Alle .

P.S.: Als nächstes erscheint mein Beitrag zur Billanz nach 3 Jahren Abwicklung des SEB Immoinvest. Ich bin etwas in Verzug. .

P.P.S: Wer es lieber lustig mag, dem dem empfehle ich die Meidenkritik von Tobias Mann in den Mitternachtsspitzen vom 25. 4. 2015 ab Minute 39: http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/mitternachtsspitzen/videomitternachtsspitzen164.html Da geht es um die Zukunft der Medien, die Bild-Zeitung und die Rolle der Leser. .

DVAG sponsert Konzertveranstalter und nicht Helene Fischer

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Nun habe ich Antwort vom Veranstalter der Farbenspiel-Tournee von Helene Fischer erhalten.
Demnach wird meine Besorgnis ernst genommen. Der Veranstalter antwortete mir an Stelle des Managements, weil laut dem Schreiben „nicht Frau Fischer und nicht die Tournee 2015 … …von der DVAG gesponsort wird.“

Die DVAG sei lediglich Sponsor des Konzertveranstalters Semmel Concerts.

Stadienkonzerte: Sponsor finanziert aufwändige Show.
Stadienkonzerte: Sponsor finanziert die aufwändige Bühnenshow.

Das klang in der Oberhessischen Presse Anfang Februar noch anders. „Die Deutsche Vermögensberatung (DVAG) der Marburger Unternehmerfamilie Pohl ist Sponsor der großen Stadion-Tournee von Helene Fischer“, hieß es dort.

Die Helene Fischer Tour 2015 ist laut dem Konzertveranstalter die „wohl aufwändigste und größte Tournee eines Künstlers in Deutschland in diesem Jahr.“
Weiter heißt es: „Als Veranstalter streben wir Partnerschaften mit Firmen an, mit deren Unterstützung wir das Ziel verfolgen können, einerseits die Ticketpreise für Sie als Konzertbesucher so stabil wie möglich zu halten und andererseits trotzdem einen für eine deutsche Produktion unvergleichlichen Qualitätsstandard zu erreichen.“
Im Bezug auf die DVAG schreibt Semmel Concerts: „Im Fall der DVAG ermöglicht uns deren Unterstützung, eine technische Überraschung für die Besucher der Konzerte umzusetzen, die sicher zu dem überwältigenden Showerlebnis beitragen wird, den wir für die Farbenspiel-Stadiontour anstreben.“

Beim Sponsoring geht es dem Veranstalter demnach um das Wohl der Konzertbesucher.
Die Unterstützung der DVAG schaffe einen Mehrwert für die Besucher der Konzerte.

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Da hat mir also im Bezug auf meinen Finanzdienstleister meine Wahrnehmung einmal mehr einen Streich gespielt. Demnach unterstützt die DVAG Frau Fischer gar nicht direkt. Durch den Beitrag in der Oberhessischen Presse, den Artikel im DVAG-Magazin (http://www.dvag-magazin.de/ausgabe-0115/erfolg-ausgabe-0115/atemlos-zum-erfolg/) sowie Kommentare einiger DVAG-Mitarbeiter in sozialen Medien, war bei mir ein anderer Eindruck entstanden.

So kann man sich täuschen. 😉

Viele Grüße,
V . F. Alle

P.S.:
Etwas deutlicher wird ein Beitrag des Versicherungsboten (http://www.versicherungsbote.de/id/4816857/Helene-Fischer-DVAG-Exklusivkonzert-Jubilaeum/). Darin heißt es: >> Aus dem Sponsoring „leiten sich keine persönlichen Nutzungsrechte an der Künstlerin Helene Fischer ab, sondern vielmehr hat die DVAG umfangreiche Kommunikationsrechte erworben, die sie im Umfeld der Tour nutzen kann“, so die Pressesprecherin. <<
Für mich lässt diese Aussage immer noch ausreichend Spielraum für Interpretationen.